Windeldermatitis

Eine Windeldermatitis macht jeder zweite Säugling durch. Dazu tragen viele Faktoren bei, die zum Teil beeinflussbar sind. Die Windeldermatitis kann in sehr seltenen Fällen aber auch Ausdruck schwerer Erkrankungen sein. Insofern ist es wichtig, dass diese Hautveränderung einer Kinderärztin oder einem Kinderarzt zur Beurteilung gezeigt wird.

Eine Übersichtsarbeit über die Behandlung der Windeldermatitis stammt von Susan Boiko vom Kaiser-Permanete Hospital in San Diego, die bereits 1999 veröffentlicht wurden. Darin führt sie die wichtigsten Faktoren einer Therapie auf:

  • A – Air. Viel Luft an die Haut heranlassen
  • B – Barriers. Bei einer Entzündung ist ein Hautschutz sinnvoll
  • C – Cleansing. Reinigung durch Wasser
  • D – Diapers. Windeln mit absorbierendem Gel sind besser als Stoffwindeln. “Plastik-Überhosen” sollten gemieden werden.
  • E – Education. Als Aufklärung der Eltern. Das bezieht sich besonders darauf, dass häufiges Windelwechseln günstig ist für die Haut des Säuglings.

Alle diese Maßnahmen helfen, eine Entzündung im Windelbereich zu vermeiden. Auftauchen kann sie trotzdem aus den verschiedensten Gründen. Das passiert allen Eltern und ist erstmal kein Grund zur Scham (“habe ich etwas falsch gemacht?”). Viele Ursachen können dazu führen und fast alle Eltern erleben einmal eine Windeldermatitis ihres Kindes. Wichtig ist, dass dem Kind dann kompetent geholfen wird.

Was geht rum? 14. Oktober 2017

In der letzten Woche hat sich nicht viel geändert bei den Infektionen, die die Kinder und Jugendlichen erdulden mussten. Weiterhin treten vorwiegend Infektionen der Atemwege auf. Darunter auch einige Erkrankungen mit Infektkrupp wie Herr Supper berichtete, der mich in der letzten Woche freundlicherweise in der Praxis vertrreten hat.

Seit Wochen wird die Impfung gegen Influenza (Grippeimpfung) in diversen Medien beworben. Die Impfstoffe liegen uns bereits vor, eine Impfung lohnt im Moment aber noch nicht. Die Grippesaison beginnt in Mitteleuropa frühestens im Dezember und reicht bis zum März. Um einen optimalen Schutz zu haben, sollte im Laufe des November geimpft werden.  Wie immer haben wir für Sie Impfstoffe besorgt. Bitte lassen Sie einen Impfstoff für sich oder die Kinder zurücklegen, indem Sie unserer Mitarbeiterin Michaela Müller an der Rezeption Bescheid geben. Dann werden wir den Impfstoff zurückhalten, auch wenn die Nachfrage – aus welchen Gründen auch immer – plötzlich ganz hoch sein sollte.

Was geht rum in der Welt? Für alle Fernreisenden ist momentan sich die Influenza (Grippe) das höchste Risiko. Angesteckt kann man im Flugzeug werden, treten aber auch in Menschenansammlungen (Fußballstadien, Einkaufszentren, Märkte u.a.) betroffener Länder. In Frankreich traten im Département Var lokal Erkrankungen an Chikungunya auf. Weitere Informationen zu dieser Erkrankung finden Sie im praxisblättle vom Dezember 2015.

Ist Schreien bei Babys normal?

Viele Eltern sind – gerade beim ersten Kind – in den ersten Lebenswochen verwirrt, weil ihr Baby immer wieder schreit. Sie versuchen alles, um ihr Kind zufrieden zu machen. Aber es schreit trotzdem. Warum? Verzweifelt versuchen sie weiter, dem neuen Erdenbürger alle Wünsche zu erfüllen. Aber das Kind ist undankbar. Es schreit trotzdem.

Wissenschaftler beschäftigen sich mit diesem belastenden Thema seit Jahrzehnten, nennen es erstmal “Blähungen”, später “Dreimonatskoliken” und heutzutage “Regulationsstörungen“.

Etwas Licht bringt eine Meta-Analyse von Prof. Dr. Dieter Wolke und Mitarbeitern von der Universität Warwick in Conventry (Großbritannien) in das Thema. Sie verglichen Studien aus verschiedenen Ländern miteinander und fanden, dass die tägliche Schreidauer von Kindern in den ersten sechs Wochen bei etwa 120 Minuten liegt. Danach nimmt sie schrittweise ab. Im 4. Lebensmonat ist anhaltendes Schreien nur noch bei 0.3% der Kinder zu beobachten. Dänische und deutsche Kinder schreien laut dieser Studie übrigens deutlich weniger als solche in Canada.

Dass Babys schreien, scheint also ein weltweites Problem zu sein. In vielen Kulturen Afrikas, wo die Kinder noch häufig 24/24 Stunden bei den Müttern sind, ist dies seltener der Fall als bei uns. In unseren Kulturen wird auf die Autonomie des Kindes Wert gelegt. Diese ist jedoch in den ersten Monaten nur begrenzt und das Kind braucht immer wieder Hilfe von außen, um sich zu regulieren. Die Hilfe sollte aber beruhigend sein. Gerade sehr aufmerksame Kinder – “sensention seekers” – reagieren zunächst auch günstig auf erregende Reize (Schaukeln, Autofahren, Schlüssel-Rasseln). Bald jedoch steigern diese das Erregungsniveau noch mehr, so dass die Einschlafschwierigkeiten noch deutlicher werden.

Ein Rezept, das für alle Kinder günstig wäre, ist nicht gefunden. Sicher ist, dass Neugeborene viel Nähe brauchen. Eltern sind da, spürbar. Das bedeutet aber nicht, dass sie ihr hilfloses Kind mit Küssen überschütten und auf jede kleine Bewegung mit irgendetwas regieren sollten. Einfach da sein ist wichtig. Diese starke Nähe ist für Eltern und Babys wunderbar. Aber bereits in diesen ersten Lebenswochen beginnt eine zarte Ablösung. Es zeigt sich der Charakter der Babys, der respektiert werden sollte. Das bedeutet manchmal, dass Eltern ihrem Kind auch eine gewisse Selbständigkeit zutrauen dürfen. Es für Momente liegen lassen, wenn das Kind mit den Blicken seine Umgebung beobachtet nicht ansprechen. Der Anfang der Autarkie.

Die Ablösung des Kindes von seinen Eltern beginnt sehr zart schon in den ersten Lebenswochen. Diese Veränderungen und Bedürfnisse des Kindes gilt es zu erspüren und zu respektieren.

Praxis: Urlaub Dr. Wolff – Herr Supper vertritt

In dieser Woche ist Dr. Peter Wolff in Urlaub. In dieser Zeit vertritt ihn der Kinder- und Jugendarzt Sven Supper (rechts im Bild)  in der Praxis. Manche kennen ihn bereits von einem Besuch in Pfullendorf im letzten Jahr. Herr Supper ist ein sehr erfahrener Kinder- und Jugendarzt, der seit Jahren als Oberarzt in einer Kinderklinik im Rheinland tätig ist.

Unterstützt wird er von unserem Praxisteam um Sandra Höre, Sevtap Senol und Lisa Steurer.

Sie können sich in allen Belangen an die Praxis wenden, auch wenn es um sich um chronische Probleme oder Langfristrezepte (Ergotherapie, Physiotherapie) handelt. Die Praxis ist zu den üblichen Zeiten erreichbar.

 

Was geht rum? 07. Oktober 2017

Mit Fortdauer des Herbstes nehmen die Infektionen der Atemwege weiter zu. In der letzten Woche waren es spürbar weniger Erkrankungen an Infektkrupp, aber mehr Mittelohrentzündungen als in der Woche zuvor. Auch die Erkrankungen mit Lungenentzündung (Bronchopneumonie) nehmen zu.

Von Asthma betroffene Kinder und Jugendliche bekommen Probleme. Die nächtliche Kälte zwingt die Menschen die Öfen anzustellen. Über die Kamine steigt der Gehalt an Abgasen in der Umwelt, was in den kommenden Wochen weitere Infekte begünstigen dürfte. Dennoch: die bessere Luft ist immer draußen zu bekommen. Kinder sollen also durchaus auch bei “schlechtem” Wetter nicht davon abgehalten werden, vor die Türe zu treten. Und für alle Kinder und Jugendliche mit Asthma bronchiale sollten Notfallsprays (z.B. Salbutamol) zuhause vorrätig sein.

Kinderkrankheiten spielen zur Zeit keine Rolle.

Und was geht in der Welt rum? Für alle, die in die Welt reisen sind Impfungen gegen Influenza sinnvoll, da Passagiere im Flugzeug sitzen könnten, die aus Gripperegionen kommen. Wirklich schlimm ist die Lungenpest in Madagaskar, der schon über 30 Menschen erlegen sind. Diese Krankheit ist extrem gefährlich und betrifft die Ostküste (um Toamasina) sowie das Hochland um Antananarivo. Aber Madagaskar ist bei aller Schönheit der Natur bislang kein Reiseziel für Familien mit Kindern. Daran sollte man sich im Moment auch halten.

Elternkurs in Sigmaringen

“Manchmal weiß ich nicht was ich machen soll…..”. Mit diesen Worten kommen Eltern oft zum Kinder- und Jugendarzt. Was in Büchern so einfach daher kommt, kann im Alltag eine große Herausforderung sein: das Verhalten der Kinder.

Ab Oktober 2017 bietet die Mariaberger Ausbildung & Service gGmbH im Rahmen de Landesprogrammes STÄRKE Kurse für Eltern an, in denen auf eben diese alltäglichen Erziehungssituationen eingegangen wird.

Der erste Kurs für Eltern von Kindern unter 12 Jahren findet am 17. Oktober 2017 um 20 Uhr in Sigmaringen statt. Bei Interesse ist eine Voranmeldung bis zum 13. Oktober erforderlich per Telefon (07571  74 86-0) oder Mail (g.scheuerle@mariaberg.de).

Praxis: Tina Knittel wieder in unserem Team

Bereits in den letzten Monaten hat uns Tina Knittel öfter in der Praxis unterstützt. Seit heute ist sie wieder voll im Team.

Alle von uns sind glücklich, dass sie mit ihrer Kompetenz und dem sicheren Gespür für das Wesentliche wieder für unsere kleinen Patienten und das Team arbeitet. Ohne Worte verzaubert ihr Strahlen viele Kinder auch dann, wenn sie Schmerzhaftes wie Blutentnahmen ertragen müssen.

 

Was geht rum? 30. September 2017

Langsam nimmt die Zahl der Infekte zu. Weiterhin sind es Infekte der oberen Atemwege (Schnupfen, Husten, Krupphusten), die den Kindern und Jugendlichen im oberen Linzgau zusetzen. Daneben treten vereinzelt Magen-Darm-Infektionen auf.

Kinderkrankheiten sind seit Wochen nicht zu beobachten.

Am kommenden Montag (02. Oktober 2017)  arbeitet unsere Praxis eingleisig. Dr. Niethammer hat einen Tag Urlaub. Darüber hinaus arbeitet Dr. Wolff auch als Vertreter für die Kinderärztin Marina Hummel in Sigmaringen und Dr. Eugen Moll aus Wilhelmsdorf. Sie wissen, wir sind immer bemüht die Wartezeiten auf wenige Minuten zu beschränken. Es ist an diesem Brückentag aber möglich, dass wir dies nicht einhalten können. Bitte haben Sie dafür Verständnis.

Was geht rum in der Welt? In Griechenland tauchten 5 Fälle einer Malaria tertiana auf. Betroffen ist die Region Evrotas im Süden der Halbinsel Peloponnes. Wer dort Urlaub verbringen möchte, sollte sich mit Repellentien (z.B. Anti-Brumm©) schützen und sich wenige Tage vor Antritt der Reise nochmals über den Stand der Malariaausbreitung erkundigen. Ähnliches gilt für Reisen auf die Kapverdischen Inseln, die den stärksten Ausbruch von Malaria seit 26 Jahren erleben.

Strangulation und Aspiration durch Bernsteinketten

Auch im Oberen Linzgau spielen sie schon seit Jahren eine Rolle: die Bernsteinketten für Säuglinge. Wie Sie wissen, warnen wir vor diesen Ketten, weil sie das Risiko einer Strangulierung mit sich bringen. Dem Bernstein wird eine Wirkung gegen “Zahnen” zugeschrieben. Belege hierfür gibt es nicht.

Aus den Canada liegt inzwischen eine aktuelle Veröffentlichung von Catherine Cox und Kollegen vor, in der eine beinahe tödliche Strangulation vorgestellt wird.

Strangulationsunfälle bei Säuglingen sind erstaunlich häufig, wie eine Studie von Carrie K Shapiro-Mendoza und Kollegen vom CDC in Atlanta darlegte. Das Team untersuchte für die Jahre 1984 bis 2004 diese Todesursache. Dabei wurden 233 Strangulationsunfälle gesichert, die aus 119 Notfallkliniken der USA gemeldet wurden. Demnach lag die Zahl der Todesfälle im Jahre 1984 bei 2.8 Kindern auf 100.000 Lebendgeburten. Danach stieg sie kontinuierlich an um zuletzt bei 12.5 Todesfällen pro 100.000 Lebendgeburten zu liegen. Eine höchst erschreckende Quote, die in Deutschland kaum anders sein dürfte.

Immer wieder wird über das “Zahnen” diskutiert. Eltern in den westlichen Ländern schreiben dabei dem Bernstein eine helfende Wirkung zu, die aber nicht belegt ist. Positive Effekte konnten nicht belegt werden, wie auch ein Artikel in der New York Times darlegt.

Gemessen daran, dass ein Nutzen dieser Kette nicht belegt ist, wohl aber das Risiko, möchten wir weiter dringend davor warnen, diese potentiell tödlichen Ketten Säuglingen anzulegen.

Verbrühungen

Nach einem heißen Sommer ziehen wir uns wieder in unsere Häuser zurück. Draußen scheint die Sonne, aber kalt ist’s halt doch öfter. Eine schöne Zeit um gemütlich drinnen zu sitzen und einen Tee zu trinken.

Gute Idee. Dabei sollte man aber nicht vergessen, dass jetzt die Zeit für Unfälle durch Verbrühungen beginnt. Und da kann schon mit wenigen Änderungen Vorsorge getroffen werden.

  • Keine Tischdecken verwenden. Kinder könnten an einen Zipfel der Decke ziehen und die heißen Getränke fallen vom Tisch und verbrühen sie.
  • Keine Teekannen, sondern Thermoskannen verwenden. Wenn diese fallen ist der heiße Inhalt verschlossen.
  • Vorsicht bei Schwedenöfen, die schnell eine erhebliche Hitze entwickeln können. Also Kleinkinder nie unbeaufsichtigt in der guten Stube lassen.

Und wenn es dennoch zum Verbrühungsunfall kommt, was dann? 

  • “Kühlen” der verbrannten Haut in lauwarmem Wasser (> 20 Grad Celsius) weniger als 10 Minuten!
  • keine Kühlversuche bei Neugeborenen, Säuglingen und Kleinkindern durchführen
  • Keine Salben auf die Wunden. Diese sollten allenfalls steril abgedeckt werden.

In jedem Fall sollte ein Arzt aufgesucht werden, um die Verbrühung/ Verbrennung fachlich zu beurteilen und die weitere Behandlung zu koordinieren.