Was geht rum? 03. Dezember 2016

Mit Beginn dieser Woche haben die Zahl der Infekte nochmals deutlich angezogen. Die Magen-Darm-Infektionen kamen mit Schwung zurück und führten zu heftigem Erbrechen besonders bei den Schulkindern. Durch rechtzeitige Flüssigkeitszufuhr (z.B. mit Oralpaedon©) konnte der Verlauf rasch gestoppt werden. In einigen Fällen konnten Noroviren nachgewiesen werden, einmalig auch Salmonellen.

Auch die Atemwegsinfekte setzten ihren Marsch fort. Die Mittelohrentzündungen blieben in etwa gleich, vereinzelt traten Lungenentzündungen auf, die jedoch problemlos zu behandeln waren.

Kinderkrankheiten waren keine festzustellen.

In den vergangenen Wochen haben wir einige Patienten bereits gegen die Grippe (Influenza) geimpft. Diese Erkrankung tritt praktisch immer frühestens im Dezember, aber meist im Januar bis März auf. Deswegen sind Impfungen weiterhin sinnvoll und möglich.

Interessantes vom Allergiekongress

Anfang Oktober 2016 fand der deutsche Allergiekongress in Berlin statt. Einer der Schwerpunkte beleuchtete das aktuelle Wissen über die Anaphylaxie (Allergieschock). Es wurde klare Daten vorgelegt die zeigen, dass das Spektrum der gefährlichen Allergene von Kindern und jungen Erwachsenen sich in wesentlichen Punkten unterscheidet. So zeigen Untersuchungen von Linus Grabenhenrich et al. von der Charitè in Berlin (siehe Graphik rechts), dass bei Kleinkindern (oberer Teil der Darstellung) Kuhmilch und Hühnerei für über 60% aller Allergieschocks verantwortlich sind, während die Nüsse – allen voran die Erdnuss, die biologisch keine Nuss ist –  ihre Bedeutung über die ersten Jahre ausbauen. Bei Erwachsenen hingegen, stehen mit jeweils 20% die Biene und die Wespe im Vordergrund.

In diesem Zusammenhang stellt sich immer wieder die Frage: Können wir erkennen, wer ein besonders hohes Risiko für einen Allergieschock besitzt? Haben wir also Möglichkeiten, diese schweren Anaphylaxien vorherzusehen und eventuell zu verhindern? Die Möglichkeiten bestehen in der Tat für viele Allergene. In den letzten Jahren kamen immer mehr diagnostische Möglichkeiten auf dem Gebiet der molekularen Diagnostik hinzu. Für die Erdnuss bestehen hier sicher die besten Daten, aber auch andere Nüsse oder Nahrungsmittel wie Fisch lassen sich immer besser in ihrer Bedeutung einordnen. Die Diagnostik vermag dabei zu unterscheiden, ob die allergische Reaktion eher aus einem Halskratzen oder Schocksymptomen bestehen wird.

Trotz aller Fortschritte, bleibt die spezifische Immuntherapie (SIT) noch immer die beste und einzig ursächliche Therapie, um Allergien langfristig zu behandeln. Placebo-Studien – also solche, die mit Einverständnis des Patienten Scheinmedikamente spitzten – konnten zeigen, dass das Risiko für die Entwicklung eines Asthma durch eine SIT um 45% verringert werden konnte. Medikamente kommen an diese Werte nicht heran.

Manches bleibt also bei alten – die spezifische Immuntherapie als seit über 100 Jahren beste Therapie bei Allergien. Anderes hat sich geändert. Wir unterscheiden heute, ob die Allergie eher zu lästigen Symptomen (Ausschlag, Katzen im Hals u.a) oder zu schwerem allergischen Schock führen wird. Für uns Ärzte ist es wunderbar, den Patienten inzwischen klarer beraten zu können.

 

Immer diese Tage (FAZ, 15. Oktober 2016)

In mein Leben treten mehr und mehr lehrreiche Beschilderungen – sagt der Autor Lorenz Jäger, siehe Bild rechts, von der FAZ – . Auf der Autobahn werde ich auf schöne Plätze hingewiesen, durch keinen Wald kann ich gehen, ohne Anregungen für Fitness-Übungen zu erhalten. Wollte ich noch einmal studieren, so müsste ich meine Bachelor-Arbeit in geschlechtergerechter Sprache abfassen, Leitfäden sind an jeder Universität erhältlich.

Nur aus politisch-strategischen Erwägungen ist das alles gar nicht zu erklären; eher geht es wohl darum, dass schlechterdings keine Handlung ohne hilfreiche Handreichung möglich ist. Alles soll irgendwie beschriftet werden, Wände durch Graffiti, Körper durch Tattoos und T-Shirts mit Botschaften.

Beschriftet werden auch die Tage. Am 13. Mai feiern wir den Tag des Rauchmelders, am 10.März den Welt-Nieren-Tag. Im April steht der deutsche Tag des Kaffees an, aber Vorsicht: Angeblich findet der „International Coffee Day“ am 1. Oktober statt, nach anderen Angaben gibt es aber am 24. September noch einen Kaffee-Gedenktag. Am 29. April ist Welt-Tanz-Tag, am 3. Mai der Tag der Sonne (nur in Nordkorea), am 23. April aber der (international zelebrierte) Tag der Erde. Wer wünschte sich da nicht einen Welt-Neptun-Tag? Am 23. Mai: Welt-Schildkröten-Tag. Immer auf den dritten Samstag im Januar (beweglicher Feiertag!) fällt der „Tag des deutschen Schlagers“.

Heute aber ist der Welttag des Händewaschens. Bitte nicht verwechseln mit dem Welttag der Handhygiene, der auf den 5. Mai fällt. Beide von der Weltgesundheitsorganisation ins Leben gerufen. „Von einem Übertreiben des Händeschüttelns wird abgeraten“, steht in den praktischen Hinweisen. Da kann auch der Salafist mitmachen, bei uns wird keiner ausgeschlossen.

Bildnachweis: Autor der FAZ

Was geht rum? 26. November 2016

Die Infekte der letzten Woche habe sich auch in der jetzigen Woche fortgesetzt. Allen voran der Virusinfekt, der mit leichter Verschwellung des Rachens einhergeht und heftige Kopfschmerzen verursacht. Betroffen sind vorwiegend Grundschulkinder.

Die Zahl der Mittelohrentzündungen haben weiter zugenommen. In den meisten Fällen ist die Krankheit selbstlimitierend, so dass nur die kurzfristige Gabe von (asureichend !) Schmerzmittel erforderlich ist. Eine ärztliche Untersuchung sollte klären, ob Antibiotika sinnvoll sein könnten. Dies gilt insbesondere für Kleinkinder unter 3 Jahren.

Im Raum Bonn / Köln sind in den letzten Tagen über 100 Erkrankungen an einer schweren Bindehautentzündung durch Adenoviren (“Conjunctivitis epidemica“)aufgetaucht. Diese Erkrankung ist sehr unangenehm, weswegen bei Reisen mit Kindern in diese Region momentan Vorsicht geboten ist.

Rechtzeitig zum ersten Advent und dem Beginn der Weihnachtsmärkte, suchen kühle Nordwinde unsere Region heim. Also bitte schöne dicke Schuhe anziehen, damit die Eltern nicht so viel Glühwein trinken müssen.

Mittelohrentzündung beim Kind

Langsam beginnt der Herbst. Und mit ihm kommen wieder Infektionen auf, die die letzten Monaten kaum eine Rolle spielten. Allen voran die Mittelohrentzündung.

Das Mittelohr dient der Übertragung und Schallverstärkung vom Trommelfell auf das Innenohr (Cochlea). Wie im Schaubild rechts erkennbar, beginnt das Mittelohr mit dem Trommelfell, wodurch es zum Gehörgang abgegrenzt ist. Im gesunden Zustand ist das Mittelohr luftgefüllt, so dass die Gehörknöchelchen (Hammer, Amboss, Steigbügel) den vom Trommelfell durch Schwingungen aufgenommenen Schalleffekt ohne wesentlichen Widerstand verstärken und an das Innenohr weitergeben können. Um die Belüftung des Ohres sicherzustellen gibt es die Ohrtrompete (Eustach’sche Tube), ein schlauchförmiges Gebilde, das eine Verbindung vom Mittelohr zur Rachenhinterwand darstellt.

Entzündungen des Mittelohres (Otitis media) sind eine extrem schmerzhafte Erfahrung für Kinder und betroffene Erwachsene. Etwa ein Drittel aller Kinder macht diese Erfahrung nicht, ein weiteres Drittel gelegentlich und immerhin fast jedes dritte Kind leidet unter häufigen Entzündungen des Mittelohrs. Diese Entzündungen können durch Viren (seltener) und Bakterien verursacht werden. Dabei gibt es viele Erreger, die in Frage kommen:

  • Pneumokokken: Seit Einführung der Impfung von über 10 Jahren gegen diesen Erreger ist die Häufigkeit von Mittelohrentzündungen nach Studienlage um mehr als 10-20% zurückgegangen
  • Hämophilus influenzae: Auch hier gibt es seit fast 25 Jahren einen Impfstoff, der Teil der 5- bzw. 6-fach-Impfung für Säuglinge ist.
  • andere: Streptokokken, Staphylokokken, Moraxella

Die bakteriellen Erreger sind die eine Seite der Problematik. Ob die Baktieren zum Problem werden, hängt oft von weiteren ursächliche Faktoren ab:

  • Immunitätslage: Es gibt einige Kinder mit leichteren Immundefiziten wie z.B. IgG2- und IgG4-Mangel, die ein höheres Risiko für Mittelohrentzündungen tragen. Bei Kindern mit häufigen Erkrankungen, wird nach diesem Problem gefahndet. Sollte sich eine solche Konstellation herausstellen, wird der Einsatz von Antibiotika großzügiger gehandhabt. Im Verlauf des Kindesalters verliert sich das Problem in aller Regel.
  • anatomische Probleme: bei sehr engen Ohrtrompeten (sog. Tubenbelüftungsstörung) lässt sich oft die Einlage eines Paukenröhrchens nicht vermeiden, um den Abfluß der – krankhaften – Flüssigkeit im Mittelohr zu gewährleisten. Auch hier kommt es über die Jahre zu spontaner Abheilung, so dass diese Maßnahme nur vorrübergehend erforderlich ist.
  • sog. Polypen (adenoide Vegetationen). Manche Kinder neigen zu einem überschüssigen Gewebe der Rachenmandel, die die Belüftung des Rachenraums behindert und häufig auch zur Verlegung der Ohrtrompete führt. Hier ist eine Operation (“Polypen-OP” – Adenektomie) die Lösung
  • Rauchen in der Umgebung erhöht das Risiko für Mittelohrentzündungen erheblich. “Einfach” das Rauchen in der Wohnung, im Auto und überall wo Kinder sind einstellen.
  • Allergien können über die Schleinmhautschwellungen der oberen Atemwege häufige Mittelohrentzündungen mitverursachen. Das häufigste Allergen sind die Hausstaubmilben (Dermatophagoides pteronyssinus u.a.)
  • erbliche Faktoren: Eltern, die selbst häufig Mittelohrentzündungen hatten, erleben das gleiche Thema häufiger auch bei ihren eigenen Kindern. Dabei spielen viele Faktoren zusammen, wie beispielsweise enge Ohrtrompeten u.a.

Die Mittelohrentzündung geht manches Mal parallel mit dem Krankheitsbeginn: Kinder werden müde, bekommen Fieber und Schnupfen und innert weniger Stunden massive Ohrschmerzen. In anderen Fällen folgt der Schmerz einem bestehenden Infekt nach 2-4 Tagen. In diesem Fall ist es so, dass sich die Mittelohrentzündung erst auf dem Boden der krankheitsbedingten Verschwellungen entwickelt.

Die wichtigste Therapie ist zunächst die konsequente Behandlung des Schmerzes. Schmerz ist schrecklich und kann beispielsweise mit Ibuprofen sicher behandelt werden. Parallel sind Umschläge (z.B. Zwiebelsäckle aufs Ohr) gerade für grössere Kinder eine angenehme Hilfe. Die Gabe von Antibiotika lässt sich bei Kindern unter 2 Jahren eher selten umgehen, im späteren Alter schaffen es wiederum über 80% der Kinder, unter kinderärztlicher Beobachtung die Mittelohrentzündung ohne diese Medikamente zu besiegen.

Eine ärztliche Untersuchung bei Ohrschmerz ist grundsätzlich wichtig. Die erste Maßnahme ist die Schmerzbehandlung.

Bildnachweis: http://www.onmeda.de/krankheiten/mittelohrentzuendung.html

Tropenkrankheit: Bilharziose

In Deutschland kann man an einer Bilharziose nicht erkranken. Aber in den tropischen Ländern hat sie eine enorme Bedeutung, und selbst auf der Insel Korsika ist sie vor Jahren aufgetreten (siehe praxisblättle vom Juni 2014).

Theodor Bilharz aus Sigmaringen hat die Erkrankung 1851 in Ägypten erstmals entdeckt und dadurch trägt sie in Deutschland auch seinen Namen. Sein Verdienst war es zu erkennen, dass die damals bereits bekannten Krankheitssymptome auf Saugwürmer (Schistosomen) zurückgehen, deren Larven in stehenden oder langsam fließenden Süßgewässern der Tropen vorkommen. Diese dringen in Wasserschnecken ein und entwickeln sich dort zu einer Larvenform, die man Zerkarien (siehe Bild rechts) nennt. Die Zerkarien verlassen die Wasserschnecken und gehen wieder ins Wasser über, wo sie bei Kontakt die intakte menschliche Haut durchdringen und so in die Leber des Menschen gelangen. Dort findet dann die Reifung zu paarungsfähigen Würmern statt. Diese wandern dann in die Harnblase und den Darm und nisten sich dort ein. Sie werden über den Darm und den Urin ausgeschieden, womit der Kreislauf sich fortsetzt.

Die Krankheit Bilharziose – auch Schistosomiasis genannt – zeigt sich mit kleinen Knötchen auf der Haut an Stellen, wo die Zerkarien eingedrungen sind. Später treten Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen auf. Stuhl mit Blutbeimengungen oder blutiger Urin geben dann gezieltere Hinweise auf die Krankheitsursache. Die Krankheit lässt sich gut behandeln, führt aber bei chronischem Verlauf zu Blasenkrebs mit vielfältigen, sehr unangenehmen Komplikationen.

Wie kann die Krankheit vermieden werden?

Die wichtigste Maßnahme ist, den Süßwasserkontakt in tropischen Regionen zu meiden. Seen in Afrika wie z.B. der Victoriasee sind eine Quelle, aber auch sehr langsam fließende Flüsse wie der Nil. Auch Reisfelder sind mit einem hohen Risiko für die Belastung mit Zerkarien behaftet und sollten von Touristen – wie kürzlich aus Madagaskar berichtet – nicht ohne Schutzkleidung wie Gummistiefel betreten werden. Selbst bei einfachen Schwimmbädern von Hotels oder Duschen, die mit ungefiltertem Wasser betrieben werden, besteht ein Risiko.

Unproblematisch ist Salzwasser. Im Meer kann man sich nicht anstecken. Auch dem Badespaß im sog. Brackwasser, also “süßem” Wasser mit einem erhöhten Salzgehalt wie man es bei Flussmündungen ins Meer findet, steht kein Risiko entgegen. Chloriertes Wasser ist immer unbelastet.

Bildnachweis: http://www4.lubw.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/217974/

Was geht rum? 19. November 2016

Das Herbstwetter der letzten Wochen hat nur zu einer leichten Zunahme der Infekte geführt. In den letzten Tagen waren jedoch erstaunlich viele akute Mittelohrentzündungen festzustellen und Krupphusten bei den Kleinkindern.

Kinderkrankheiten sind uns für den Oberen Linzgau nicht bekannt.

Ab jetzt beginnt die Zeit, in der die Durchführung von Grippeimpfungen (Influenza) sinnvoll sind. Sollten Sie Patient (oder deren Eltern) unserer Praxis sein, so können Sie sich gerne melden und einen Termin hierfür vereinbaren.

Und nun noch ein Angebot in eigener Sache für junge Menschen, die eine Ausbildung anstreben. Lust auf eine dynamische Herausforderung? Wir suchen zum 01. September 2017 eine Verstärkung für unser Praxisteam. Du kannst bei uns eine Ausbildung zur medizinischen Fachangestellten antreten, die drei Jahre dauert. Während dieser Zeit arbeitest Du in unserem Team und erlebst die vielfältigen Anforderungen, die eine Arbeit mit Kindern und Eltern mit sich bringt. Manchmal durchaus anstrengend, aber immer wieder witzig und fast nie langweilig. Weil Kinder bei uns im Zentrum stehen und uns mit ihrer Unbeschwertheit aufmischen, gibt es auch immer viel zu lachen. Und dennoch machen wir eine ernsthafte Arbeit. Aber eben so locker wie möglich, weil sich Kinder wohl fühlen sollen, wenn wir für sie da sind. Wenn Du Dir das vorstellen könntest, melde Dich bitte schriftlich bei Dr. Jörg Niethammer, um einen Bewerbungstermin zu vereinbaren.

Projekt: Lungenfunktion für Madagaskar

Nach zwei Jahren war ich wieder für den Verein credimus e.V. In der Universitätskinderklinik HMET in Antananarivo (Madagaskar). Es ging darum durch Intensivierung der Fortbildung die ärztlichen und nicht-ärztlichen Mitarbeiter noch besser mit der Methode der Bodyplethysmographie vertraut zu machen. Im Bild ist die 9-Jährige Brayane zu sehen, ein Mädchen, das unter chronischem Husten leidet. 

Das Gerät fand ich perfekt gewartet vor. Felana, die in unserer Praxis in Pfullendorf als technische Assistentin ausgebildet wurde, hatte sich in den vergangenen zwei Jahren liebevoll um den Bodyplethysmographen gekümmert und die notwendigen Materialien gut und bestens sortiert verwahrt. Zusammen mit Mitarbeitern der Firma nspire Health GmbH in Oberthulba habe ich die Software des Lungenfunktionsgerätes auf den neuesten Stand gebracht. Das geht via Internet über 10.000 km problemlos. Das begeistert mich jedes Mal aufs Neue.

Neben den Fortbildungen in Theorie und Praxis für Ärzte und Schwestern fanden auch mehrere Besprechungen mit verschiedenen Funktionsträgern der Klinik – allen voran Frau Prof. Dr. Annick Robinson, der Chefärztin der Klinik – statt. Damit das Gerät künftig intensiver genutzt wird, wurde eine Zusammenarbeit mit der Erwachsenen-Pneumologie angebahnt.

Unsere Hoffnung und Überzeugung ist, das nunmehr über intensive Nutzung Geld generiert wird, das den extrem armen Menschen im Zentrum von Antananarivo – die Gegend nennt sich Tsaralalana – eine medizinische Versorgung ermöglicht. Bis heute können in Madagaskar im Regelfall nur Patienten behandelt werden, die dafür auch bezahlen. Und arm sind 92% der Bevölkerung. Sie haben pro Tag maximal 2 Dollar zur Bestreitung des gesamten Lebensunterhalts zur Verfügung. Unglaublich! 

Aber wahr. Wenn Sie mehr erfahren wollen, kommen Sie zu meinem Vortrag am 17. Januar 2017 im Dienstleistungszentrum (DLZ) in Pfullendorf. Dort werde ich ausführlicher auf die komplexe Zusammenarbeit bei solchen Projekten eingehen.

Mandeloperationen – Neues aus den letzten Jahren

Entzündungen der Gaumenmandeln (Tonsillitis) sind für die betroffenen Kinder und Jugendliche oft ein sehr unangenehmes Problem: Fieber, Kopfschmerz, massive Schluckschmerzen, nächtliche Atemstörungen – um nur einige Symptome zu nennen, die die Patienten plagen. Und die Eltern leiden mit, wollen Abhilfe schaffen. Und denken daran, dass man früher “die Mandeln rausmachte” – und gut war’s. Aber stimmt das so?

In den letzten Jahrzehnten haben wir immer mehr erfahren, wie unser Immunsystem funktioniert. Und dass es hierbei um das Zusammenspiel im Kosmos von Millionen von Faktoren geht, die letztlich unsere Gesundheit regulieren. Und, wenn das nicht klappt, Krankheiten das Tor öffnen. Ein wichtige Kontrollstelle in unserem Mund zur Erkennung von Erregern und Umweltreizen sind die Gaumenmandeln. Diese registrieren alles was per Luft oder Nahrung an ihnen vorbeisaust. Die Millionen von weißen Blutkörperchen – vorwiegend verschiedene sog. Lymphozyten- erfassen die Situation und melden ihre Information über sog. Cytokine weiter an andere Schaltstellen im Körper. Manche Zellen bearbeiten auch direkt schädliche Erreger und beseitigen sie. Das machen beispielsweise die sog. Fresszellen (Phagozyten).

Wenn Kinder oft krank und dabei gleichzeitig die Mandeln sehr groß sind (Tonsillenhyperplasie) stellt sich die Frage: Sind die Mandeln groß, weil sie einfach viele Erreger beim Kind abwehren müssen? Oder sind sie aus dem Ruder gelaufen und es läuft eine “selbstständige” Infektion in den Mandeln selbst ab? Solche Entzündungen – die sog. chronische Tonsillitis –  sind für den Körper kein Gewinn. Aber sie sind viel seltener als gedacht.

Die Größe der Mandeln kann gelegentlich enorm sein. Das ist bei vielen Kindern über wenige Jahre so, ohne dass sie leiden müssten. Bei anderen führen die großen Mandeln zu Störungen der Atmung besonders im Schlaf: das Schlaf-Apnoe-Syndrom. Dann mögen die Mandeln vielleicht noch immunologisch bedeutsam sein, aber sie bedrohen die Gesundheit des Kindes durch nächtliche Sauerstoffunterversorgung und andere schädliche Prozesse.

Wann ist es sinnvoll die Mandeln zu entfernen?

Wegen der Bedeutung für die Abwehr und gewisser operativer Risiken sind die HNO-Ärzte heute wesentlich zurückhaltender in Bezug auf Mandeloperationen. Dabei gibt es einige Wegweiser.

  • Bei einem nachgewiesenen (Schlaflabor!) Schlafapnoe-Syndrom müssen vergrösserte Mandeln verkleinert werden. Das geht in der Regel über eine Tonsillotomie, bei der die Mandeln verkleinert werden und ein funktionstüchtiger Rest der Mandeln übrig bleibt. Der operative Eingriff ist vergleichsweise gering und wird teilweise sogar ambulant durchgeführt.
  • Bei häufigen Streptokokken-/ Scharlacherkrankungen liegt häufig eine chronische Entzündung der Mandeln vor. In diesem Fall erfolgt häufig eine Tonsillektomie. Dabei wird die gesamte Mandel entfernt. Wegen des Risikos von Nachblutungen ist man mit diesem Eingriff zurückhaltend. Eine stationäre Nachbeobachtung von 5-7 Tagen ist üblich.
  • Beim Abszess der Mandeln (Tonsillenabszess) muss teilweise eine der beiden Mandeln akut operativ entfernt werden.

Was geht rum? 12. November 2016

Im oft trüben November erfreuen bunte Farben das Gemüt wie dieses Haus in Höchstadt an der Aisch (Bild rechts). Das ist der Reiz dieses Monats, der manchmal wenig beachtet wird.

Die Infekte sind die andere Seite. Erwartungsgemäß haben sie in der letzten Woche zugenommen. Infektionen der Atemwege stehen ganz im Fokus, allen voran Racheninfekte mit Mittelohrentzündungen.

Ebenso ist die Häufigkeit von Magen-Darm-Erkrankungen  weiterhin hoch.

Kinderkranheiten traten keine auf.