Archiv für den Monat: Januar 2013

Gelbsucht bei Neugeborenen

Neugeborenenikterus

Immer wieder werden uns neugeborene Kinder vorgestellt, bei denen eine Gelbsucht (medizinisch: “Ikterus”) vorliegt. Aus der Literatur ist bekannt, dass es bei sehr starker Gelbsucht zu Gehirnschäden kommen kann. Der Farbstoff Bilirubin, der beim Abbau von roten Blutkörperchen auftritt, kann prinzipiell gewisse Hirnstrukturen schädigen. Dieses Risiko scheint jedoch nur zu bestehen, wenn weitere Begleitumstände wie Frühgeburtlichkeit hinzukommen.

Eine Untersuchung aus Dänemark um Pernille Kure Vandborg hat noch einmal herausgearbeitet, dass bei gesunden Reifgeborenen (> 35. Schwangerschaftswoche) auch bei sehr hohen Bilirubinwerten von >25 mg/dl kein Grund zur Sorge besteht. In ihrer Untersuchung konnten sie zeigen, dass diese Kinder sich genauso gut entwickelten wie ihre Alterskollegen, die keine Gelbsucht nach der Geburt aufwiesen.

Was geht rum? 26-Jan-2013

Die Magen-Darm-Infektionen der letzten Wochen sind zurückgegangen. Im Gegenzug haben Erkrankungen der Atemwege zugenommen.

Säuglinge:  Der Jahreszeit entsprechend sehr häufig trockene Nasenschleimhäute mit Röcheln und leichtem Husten. Es ist günstig, die Temperaturen in der Wohnung im Bereich von 20 bis 22 Grad zu halten. Dann hält sich die Luftfeuchtigkeit in einem akzeptablen Bereich. Das erleichtert Säuglingen das freiere Atmen.

Kleinkinder: Viele Mittelohrentzündungen. Einige sind leichteren Grades und klingen nach wenigen Tagen unter schmerzstillender Therapie ab, andere sind eitrig und deutlich ausgeprägt. Eine ärztliche Untersuchung ist bei Ohrschmerz immer günstig, am besten etwa 24 Stunden nach Auftreten der ersten Symptome, solange der Zustand des Kindes dies zulässt.

Jugendliche: Seit einigen Tagen Virusinfekte mit Entzündung des Rachens ohne weitere medizinische Befunde. Die Jugendlichen fühlen sich schlapp, haben eher leichtes Fieber und brauchen eine Pause von meist 5 Tagen, um sich vollständig zu erholen.

Grippe? Leider haben wir nicht die Möglichkeit die Diagnose der Influenza (“Grippe”) sicher zu klären. Bei 3 Patienten zeigte sich aber das typische Bild dieser Erkrankung. Wer auf der Fasnet sehr aktiv ist, sollte sich noch vorher impfen lassen.

Was geht rum? 18-Jan-2013

In den vergangenen Tagen trat eine Infektion auf, die vorwiegend Jugendliche betrifft, die über Bauchschmerzen klagen. Der objektive Befund ist eher schwach: Zeichen einer leichten Magen-Darm-Infektion bei der ärztlichen Untersuchung sowie tendenziell eher leichte Durchfälle und Brechreiz (aber meist kein Erbrechen). Als hilfreich hat sich bei vielen die Gabe eines sog. Spasmolytikums (z.B. Buscopan) erwiesen. Dieses sollte nach einer akuten Anwendung nur dann erneut eingesetzt werden, wenn eine ärztliche Untersuchung andere Erkrankungen des Bauches ausschließen konnte.

Magen-Darm-Infektion: Herstellung der “Fanconi-Lösung”

Wie im “was-geht-rum” beschrieben, sind wieder viele menschen Brechdurchfälle betroffen. Da kommt es dann vor, dass ein Kind akut erbricht, manchmal mehrfach erbricht und viele Eltern sich fragen, was da zu machen sei. In den meisten Fällen hilft es, das Kind zu beruhigen, in den Arm zu nehmen und ihm langsam ein Getränk zuzuführen. Aber was?

Ideal sind die Elektrolytlösungen wie Oralpädon (in verschiedenen Geschmacksvarianten). Das Problem ist nur, dass viele Kinder die an sich nicht schlecht schmeckenden Getränke schlicht verweigern. Dann kann man alternativ auf eine Apfelschorle (1 Teil Apfelsaft + 3 Teile Wasser, dazu etwas Salz direkt oder indirekt mit Salzstängele) zurückgreifen, die von fast allen Kindern gerne getrunken wird. Aber es gibt noch eine besser Möglichkeit, die den Namen vom berühmten Leiter des Zürcher Kinderspitals trägt:

Die “Fanconi-Lösung”

Diese Lösung ist für Kinder schmackhaft und in ihrer Zusammensetzung besser als die Apfelschorle (jedoch nicht ganz so gut wie die o.g. Elektrolytlösungen). Mit dieser Lösung gelingt es die Salzverluste nach dem Erbrechen wieder gut aufzufangen:

  •  3 Eßlöffel (Trauben-)zucker
  •  1/2 Teelöffel Salz
  •  beides zusammen in 300 ml Orangensaft auflösen und diese Mischung dann in
  •  1 Liter verdünnten Schwarztee geben

Alle diese Getränke werden zunächst löffelweise gegeben in langsam zunehmender Menge. Dabei sollte ein Kleinkind nach 30 min ca. 100 ml getrunken haben (nicht mehr!). Ist bis dahin kein Erbrechen mehr aufgetreten, kann das Kind so schnell trinken wie es mag. Im anderen Falle wieder zur löffelweisen Gabe der Flüssigkeit zurückkehren und von vorne beginnen. Immer sehr langsam, mit viel Geduld und ohne die Frage “Musst Du spucken?”. Denn dem Kind geht es meist schon schlecht genug und es ist besser, es geschickt z.B. durch Anschauen eines Bilderbuches abzulenken.

Was-geht-rum? 12-Jan-2013

Die Zahl der Infekte war in der letzten Woche spürbar rückläufig. Es traten noch vereinzelte Mittelohrentzündungen auf, die teilweise den Einsatz von Antibiotika erforderlich machten.

Noroviren

Auffallend war eine Zunahme von Brechdurchfällen. In Einzelfällen konnten Noroviren nachgewiesen werden. Der Verlauf vieler Erkrankungen lässt den Rückschluss auf diese Virenart zu: rascher Verlauf der Erkrankung, häufig sehr wässrige Durchfälle, bei Kleinkindern deutliche Neigung zum Erbrechen. Die Behandlung umfasst wie immer zunächst über zwei Stunden die Zufuhr von Flüssigkeit (am besten: Elektrolyte wie Oralpädon; oder auch die Fanconi-Lösung – siehe unter “Gesundheitstipps”), danach den langsamen Ernährungsaufbau (Realimentation). Die Ansteckungsgefahr mit Noroviren ist hoch. Deswegen ist es ratsam auch zuhause die Flächen zu desinfizieren, die oft von Händen berührt werden (z.B. Türklinken).

 

 

Was geht rum? 05-Jan-2013

Streptokokkenerkrankungen

Überraschend für die Wintermonate: Erkrankungen von Streptokokken (teilweise als Scharlach) traten in den letzten Wochen auf. Teilweise waren die Kinder schwer krank, teilweise hatten sie nur leichte Halsschmerzen. Diese Erkrankung ist besonders ansteckend für die Altersgruppe von 4 – 14 Jahren.

Mittelohrentzündungen

Mittelohrentzündungen sind weiterhin sehr häufig. Davon sind besonders Kleinkinder betroffen, die oft zunächst mit Fieber, Hals- und Kopfweh erkranken.

Eine Untersuchung in den ersten Tagen ist wichtig um zu entscheiden, ob Antibiotika zur Behandlung erforderlich sind.

Abwesenheit Dr. Niethammer

Aus gesundheitlichen Gründen wird Dr. Niethammer weiterhin nicht in der Praxis arbeiten. Im Januar vertreten Dr. Wolff bzw. Dr. Heffungs. Mit einer Rückkehr von Dr. Niethammer in die Praxis ist im Februar 2013 zu rechnen.

Wir bitten Sie um Verständnis, wenn bis dahin einige Unannehmlichkeiten (längere Wartezeiten o.ä.) auftreten sollten. Trotz guter Organisation lässt es sich vermutlich nicht vermeiden, dass Engpässe auftreten.

In jedem Fall ist sichergestellt, dass jedes akut kranke Kind immer am Tag Ihres Anrufs untersucht wird.

Zahnpflege – immer wieder ein wichtiges Thema

Dass Zähnputzen eine wichtige Maßnahme zum Erhalt unserer Zahngesundheit ist ist Allgemeingut. So putzt auch jeder Deutsche die Zähne zwei Mal täglich. Und dennoch, so zeigt eine Studie der Universität Witten/ Herdecke und der AXA-Versicherung, zeigen viel zu viele Menschen “unfreiwillig Mut zu Lücke”, wie es deren Leiter Prof. Dr. Stefan Zimmer auf den Punkt bringen. Denn sie putzen falsch und riskieren damit große Zahnprobleme.

Etwa 57% der Menschen würden die Zähne mit kreisenden Bewegungen und damit technisch falsch putzen, weil mit dieser Technik häufig Bakterien unter das Zahnfleisch geschoben würden. Dadurch entstehen Zahnfleischentzündungen. Die richtige Technik umfasse fegende und rüttelnde Bewegungen, die unter Schonung des Zahnfleisches die Zahnbeläge ideal entfernen. Auf diese Art hatten aber nur 32% der Befragten die Zähne gereingt. Warum das so ist? Die Autoren um Prof. Zimmer vermuten, dass die meisten Menschen die Zähne so putzen, wie man es ihnen vor Jahrzehten beigebracht hatte. Deswegen sei auch nicht verwunderloch, dass die Kinder die Zähne besser putzten als die Erwachsenen.

 Was ist beim Zähneputzen zu beachten?

  •  Zähneputzen sollte immer konzentriert erfolgen, also ohne begleitende Tätigkeit. Gerade Jugendliche z.B. würden aber zu 31% aber in der Wohnung herumlaufen und anderes tun.
  • Ausreichende Dauer der Zahnreinigung von mindestens 3 Minuten. Soviel Zeit nahmen sich jedoch nur 40% der Befragten
  • Täglicher Einsatz von Hilfmitteln wie Zahnseide zum Reinigen der Zahnzwischenräume. Auch hier: 59% haben zwar Zahnseide, sie verwenden sie aber nur in 11% regelmässig täglich.
  • Professionelle Zahnreinigung ist sinnvoll (1-2 x pro Jahr). Sie ist 44% der Befragten zu teuer

Was ist Eltern zu raten?

  •  Kinder können die Zahnreinigung im Schnitt erst im Alter von 9 Jahren selbstverantwortlich übernehmen. Zuvor sollten Eltern ihr Kinder in das Zähneputzen einführen und immer die Zähne nachputzen (bes. im hinteren Teil des Gebisses)
  • Gezieltes Putzen und Reinigen auch der Zahnzwischenräume
  • Der regelmässige Besuch beim Zahnarzt ab dem 3. Lebensjahr.

Die Untersuchung der Uni Herdecke zeigt nochmals eindrücklich, welch großes Potential durch gute Zahnpflege noch zu heben ist. Karies ist meist die Folge von unzureichender oder oder unregelmässiger Zahnpflege. Dem nicht behandelten Karies folgen später das Risiko für internistische Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Herzinfarkt und Rheuma.

Behutsames, aber klares Heranführen an eine gute Zahnpflege für das Kind hat also einen enormen Stellenwert auch für die Gesundheit im späteren Leben.

Internet

Das Internet hat die Welt sehr verändert. Das bestreitet niemand. Man ist sich nur nicht so ganz sicher, ob das für uns Menschen gut oder schlecht sei. Die Vorteile der engeren Vernetzung von Menschen über Computer oder Mobiltelephon bringen es mit sich, dass wir leichter und leiser (also unbemerkt) überwacht und kontrolliert werden können. Wer dieser “big brother” ist, der Interesse an uns hat, ist nicht immer klar. In meinem Alltag sind es Krankenkassen, die versuchen sich aufgrund von Abrechnungsdiagnosen Schlüsse auf menschliche Gesundheit erlauben zu können. Im internet bieten uns Firmen spezielle Waren an, weil ihnen unser Kaufverhalten von anderen Firmen übermittelt wurde, bei denen wir schon gekauft haben.

Als ich mir vor knapp 25 Jahren meinen ersten Computer leistete lachten alle meine Freunde, weil ich mir eine riesige Festplatte – so glaube ich mich zu erinnern – mit 64 kB leistete. Ja, 64 kB – nichts für heutige Begriffe, schien damals Speicherplatz für die Ewigkeit zu sein. Mein späterer EDV-Betreuer in der Praxis meinte im Jahre 1995, internet sei etwas für Spezialisten und nichts für unsereins. Zwei Jahre später hatte ich mit Hilfe meines Sohnes die homepage www.kids-doxx.de hochgeladen. So kann man sich irren.

Wie wird es weitergehen? Das ist wohl eher Spekulation. Internet wird wichtig bleiben, die Vernetzung auch im persönlichen Bereich weiter zunehmen und den Alltag durchdringen. Die Industrie bietet schon heute gigantische Möglichkeiten an. Was sich letztlich durchsetzt und was wieder verschwindet wird sich zeigen.

Was auffällt ist, dass diese elektronische Veränderung nun im Säuglingszimmer angekommen ist. Wurde früher dem schreienden Säugling schon mal der Hausschlüssel hingehalten, ist es heute das Smartphone. Kürzlich wurde einem Kindergartenkind ein ipad in die Hand gedrückt als es quengelte. Und sofort war Ruhe da. Aber ist das gut? Internet eröffnet Möglichkeiten und Chancen. Das wird dann gerne soweit interpretiert, dass Eltern nahegelegt wird, ihr Kind möglichst frühzeitig mit diesen Medien vertraut zu machen. “Man kann nicht früh genug anfangen, die Technik verstehen zu lernen” höre ich immer wieder. Und widerspreche.

Eines ist sicher. Unsere Kinder werden schon in der Schule und bald danach im Arbeitsleben sehr viel mit elektronischen Medien zu tun haben – ob sie wollen oder nicht. Das sollte aber eher zum Schluß führen, dass wir ihnen in den wenigen ersten Jahren ihres Lebens diese Geräte eben nicht anbieten, sondern sie Erfahrungen machen lassen, die im späteren Leben nicht mehr möglich sein werden. Wie Sie wissen, wird momentan der Schlamm aus dem Stadtsee entfernt. Nahezu alle Kinder schauen gespannt und begeistert zu, wie sich die Raupe durch den Schlamm wälzt. Erinnern Sie sich noch, wie gerne sie im Dreck gespielt haben? Ich schon. Und auch, dass es danach gerne mal Ärger zuhause gab. Und am nächsten Tag haben wir uns wieder schmutzig gemacht, im Dreck gewühlt, Würmer gesucht und auch mit Schlamm aufeinander geworfen. Das geht heute vermutlich nicht mehr. Und ich selbt möchte auch nicht mehr im Schlamm des Stadtsees waten. Das habe ich als Kind erlebt und es war gut. Und heutige Kinder mögen das auch – so sie die Gelegenheit dazu haben. Sie mögen auch im Weihnachtsbrödle-Teig mantschen. Eine wunderbar sinnliche und beim Naschen schmackhafte Erfahrung, die es locker mit den Reizen eines smartphones aufnimmt.

In unserer ländlichen Region fehlt manchem vielleicht ein Opernhaus (mir nicht!). Aber unsere Kinder haben ein Paradies. Gönnen wir es ihnen, lassen wir sie bei Wind und Wetter spielen und Erfahrungen sammeln die Spaß machen und später wichtig sind. Auf dem Hintergrund dieser Erfahrungen entwickeln sich Kreativität und Wissen. Und lernen wir aus den Erkenntnissen aus Korea, wo die digitale Technik (Samsung!) Kindern schon lange zugänglich ist und man zunehmend Gedächtnis-, Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen beobachtet, die auf diese zurückzuführen sind. Ebenso auch emotionale Verflachung und allgemeine Abstumpfung. Man nennt das dort schon “digitale Demenz”.

Unser Praxisteam und ich wünschen Ihnen frohe und besinnliche Weihnachten. Genießen Sie die Freude und die Verzauberung ihrer Kinder unterm Weihnachtsbaum und trauen Sie sich ruhig mal wieder ein Weihnachtslied zu singen.

Ärgerlich, aber selten schlimm: Madenwürmer bei Kindern

Es ekelt so manchen schon daran zu denken. Dennoch können Würmer unseren Darm befallen und dort auch Beschwerden verursachen. Bei Kindern ist das gar nicht mal so selten, wobei die bei weitem häufigsten Würmer – die Madenwürmer – letztlich eher harmlose Mitbewohner sind, sofern sie nicht die Appendix befallen und damit zum Bild einer “Blinddarmentzündung” und zur Operation derselben führen.

Madenwürmer (Oxyuren)

Madenwürmer

Madenwürmer sind die am häufigsten auftretenden Würmer und befallen jeden zweiten Menschen irgendwann einmal. Sie sind weißlich, zwischen 3 und 13 mm lang und kaum einen Millimeter dick (siehe das Bild mit den Wurmeiern auf dem grünen Tuch rechts) und werden manches Mal in Gruppen auf den Ausscheidungen des Darmes gesehen. In vielen Fällen bzw. zu Beginn des Darmbefalls sind sie diskreter und äussern sich zunächst nur durch lästigen Juckreiz am After, besonders nachts.

Die Aufnahme der Würmer erfolgt oft durch von Madenwürmer befallene Nahrungsmittel über den Mund (oral), kann aber auch durch Inhalation (inhalativ) aus Staub erfolgen. Die Eier kommen letztlich im Magen an, werden dort aufgeweicht und beginnen sich bereits nach wenigen Stunden im Zwölffingerdarm (Duodenum) geschlechtlich weiter zu entwickeln. Nach der Wanderung durch den Dünndarm siedeln sie sich in der Region der Bauhin’schen Klappe im Blinddarm (Ceocum) an und vermehren sich dort. Nach der Paarung stirbt das – kleinere – Männchen ab, das Weibchen bewegt sich in Richtung After und legt dort vorzugsweise nachts in den Falten Tausende von Eiern ab bevor es auch stirbt. Durch den Juckreiz kommen die Eier häufig unter die Fingernägel des betroffenen Menschen, von wo sie wieder durch Fingerkauen aufgenommen werden. Damit beginnt der Zyklus von vorne.

Die Diagnose wird über den sog. Analfilm gestellt. Hierbei werden morgens mit einem Klebestreifen die Wurmeier vom After abgezogen und unter dem Mikroskop untersucht. Wenn Würmer gesichtet wurden ist die Untersuchung nicht erforderlich. Bei einem negtiven Ausfall des Analfilms sollte dieser Test insgesamt 3 mal bestätigt werden. Im Analfilm lassen sich meist sehr einfach die Wurmeier darstellen (siehe kleines Bild rechts unten)

Die Therapie ist in den meisten Fällen einfach, umfasst aber eine Reihe von begleitenden Verhaltensregeln um erfolgreich zu sein:

  • Pyrantel (Helmex) in einmaliger Dosis, das teilweise nach 2 und 4 Wochen nochmals verabreicht wird
  • Nagelpflege. Die Fingernägel müssen kurz geschnitten und glatt gefeilt werden
  • Nach jedem Stuhlgang gründliches Händewaschen mit Fingerbürste (unter den Nägeln bürsten)
  • Wechseln der Unterwäsche zweimal täglich
  • Wechseln der Bett- und Nachtwäsche vor und nach Therapie
  • Bettwäsche nicht ausschütteln
  • Alle Wäsche bei mind 60 Grad waschen
  • Staub um das Bett saugen (Vorsicht: Im Staub können Wurmeier sein, die inhaliert werden können)

Von vielen Mikrobiologen wird die zeitgleiche Behandlung aller Haushaltsmitglieder empfohlen, weil es häufig symptomfreie Menschen gibt, die dennoch von Madenwürmern befallen sind. Alternativ sollten in jedem Falle alle Menschen in einem Haushalt mit dem Analfilm auf Wurmeier untersucht werden.