Archiv für den Monat: Februar 2013

Husten nervt mich…….

“Coughing is getting on my nerves” – so hieß mein letzter Vortrag heute morgen. Der Husten geht mir auf die Nerven. Etwas, jeder Mensch erlebt hat und das Sie als Eltern jahrelang bei Ihn Kindern wieder neu erleben. Und mit erleiden.

Da gibt es viele Hustensäfte. Und keinen, der besser wirkt als ein Placebo, so Prof. Undem von der John’s Hopkins Universität, die für Medizin eine erste Adresse in den USA ist. Seit dem Jahr 1955 habe es keine einzige Veröffentlichung über Wirkung der Nerven im Bronchialsystem mehr gegeben. Er und seine Arbeitsgruppe haben nun herausgefunden, daß es zwei verschiedene Nerven gebe, die die Reize aus den Bronchien ans Gehirn melden. Sog. A-Fasern reagieren auf zarte Berührung (beim Verschlucken beispielsweise), sog. C-Fasern reagieren auf chemische Reize wie Ozon. Und wenn erst mal ein Reiz gesetzt sei, würde es 30 min dauern, bis wieder Ruhe im System sei. Deswegen sein es günstig, wenn man versuchen würde, bei Reizhusten so wenig wie möglich zu husten.

Alle Hustenunterdrücker würden nicht besser helfen als Placebo. Er denke aber, dass über bessere Kenntnis der Nervenversorgung der Bronchien sich neue Therapien ergeben würden.

Neues vom Kongress der US-Allergologen

Wie in jedem Jahr bietet der Kongress der amerikanischen Allergologen (AAAAI meeting) ein buntes Spektrum von Themen. Im Vordergrund stehen die Grundlagenforschung. Die Fragen des praktischen Alltags sind weitgehend klar; neue Therapien sind nur durch weitere komplizierte Erforschung von genetischen oder immunologischen Zusammenhängen zu erwarten.

Ein wichtiges Gebiet ist die sog. Epigenetik. Sie beschreibt, welchen Einfluss die Umwelt auf Erkrankungen bez. Gesundheit hat. So lässt sich belegen, dass Rauchen in der Schwangerschaft nicht nur Einfluss auf das Neugeborene Kind hat, sondern auch auf dessen Nachkommen – wenn Oma in der Schwangerschaft geraucht hat sind die gesundheitlichen Risiken für die Enkel genetisch verändert.

Im Wissen um solche Verbindungen können wir unsere und unserer Nachkommen Gesundheit aktiv beeinflussen. Eine gute und gleichzeitig erschreckende Aussicht, die Realität ist.

 

Was geht rum? 24-Feb-2013

In der vergangenen Woche waren die Infekte leicht ruecklaeufig. Dennoch traten vereinzelt Neuerkrankungen mit Influenza auf.

Seit langem sahen wir wilder 2 Erkrankungen mit Windpocken. Ob sich hier eine neue Welle aufbaut ist unklar.

Dr. Wolff auf Kongress

Ab Freitag 22. Februar bis einschließlich Mittwoch 27. Februar 2013 ist Dr. Wolff auf dem Kongress der amerikanischen Allergologen (AAAAI) in San Antonio, Texas, um das Neueste über Allergien zu erfahren und die Daten der eigenen VAVANY-Studie vorzustellen.

Alle Eltern, die noch längerfristige Rezepte benötigen (z.B. Ergotherapie), werden gebeten, sich am Mittwoch oder Donnerstag in der Praxis zu melden.

Über aktuell Wichtiges und Interessantes werden Sie auch in den kommenden Tagen weiter mit dem praxisblättle auf dem Laufenden gehalten.

 

Was geht rum? 16-Feb-2013

Im Moment kommen fast nur Kinder und Jugendliche mit Atemwegserkrankungen zu uns in die Praxis. Davon dürften geschätzte 30% an der Grippe (Influenza) erkrankt sein. Wie vor wenigen Tagen an dieser Stelle beschrieben ist die Zahl der Neuerkrankungen an Influenza deutlich zurückgegangen und wir hoffen, dass diese schwere Infektion bald wieder verschwunden sein wird. Heute erreichte uns der erste Nachweis des Influenzavirus (H1N1) bei einem unserer Patienten.

Parallel treten natürlich viele weitere Infekte der Atemwege als einfache Racheninfekte oder auch als Mittelohr- und Lungenentzündung auf.

Darminfektionen haben wir in der letzten Woche insgesamt 3 gesehen. Diese sind also eine echte Seltenheit im Moment. Ein Trost für krankheitsgestresste Familien.

Was auch schön ist: keine Verbrennungen! Diese kommen im Winter gehäuft vor (heißer Tee, Verbrennung am Schwedenofen u.a.). Bitte achten Sie weiter darauf, heißes von Kindern fernzuhalten.

Grippewelle auf dem Höhepunkt

Seit zwei Wochen ist die Influenza bei uns in Pfullendorf angekommen. Kinder, Jugendliche und manchmal auch deren Eltern liegen für 5 Tage flach. Meist mit hohem Fieber, Glieder- und Kopfschmerzen sowie zuletzt quälendem Husten. Erste Rachenabstriche zur Diagnosesicherung haben wir entnommen, sichere Befunde haben wir bis jetzt aber noch nicht.

In dieser Woche – nach der Fasnet – haben die Infekte einen Höhepunkt erreicht. Die Neuerkrankungen an Influenza sind aber eher rückläufig so dass wir annehmen, dass die Infekte trotz des Schulbeginns langsam weiter zurückgehen werden.

Grippekranke sollten die Krankheit gut auskurieren und nicht zu schnell in die Schule eilen. Ruhe und Schlaf sind gute Therapeuten.

Ergebnisse zur Lungenfunktionsstudie veröffentlicht

Seit gestern sind die Ergebnisse der VAVANY-Studie veröffentlicht. In der “Pediatric Pulmonology”, der für Kinderpneumologen wichtigsten Fachzeitschrift, sind die Daten veröffentlicht, die die Lungenfunktionswerte von Kindern in der Hauptstadt Antananarivo beschreiben.

Lungenfunktionen sind das Herzstück der Lungenheilkunde. Sie sind für die Diagnose vieler Erkrankungen wie Asthma bronchiale und COPD unverzichtbar. Die in den Lungenfunktionsgeräten hinterlegten Normalwerte bezogen sich bis vor kurzem auf Standards, die vor 30 Jahren für weiße Menschen ermittelt wurden und zeigten große Schwankungen. In den letzten Jahren haben weitere Studien zu einer Formel geführt, die für Menschen im Alter von 3 bis 90 Jahren aus Asien, USA und Europa beschreibt, was als normal anzusehen ist. Für Afrika gibt es nahezu keine Daten, wie eine Studie kürzlich beklagte. Unsere Arbeit der deutsch-madagassischen Arbeitsgruppe hat eine kleine Lücke jetzt füllen können.

Wie üblich ist die Arbeit als Kurzform in PubMed nachlesbar: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23401417.

 

Fasnetsregelung

Heute, am Schmutzige Dunschtig ist unsere Praxis nachmittags wie seit 20 Jahren nicht erreichbar. In dringenden Notfällen können Sie sich an die auf dem Anrufbeantworter genannten Kinderärzte wenden.

Pfullendorfer Hexe

Seit einigen Jahren ist die Bereitschaft am Rosenmontag und Fasnetsdienstag ebenfalls separat geregelt. An diesen Tag erreichen Sie den kinderärztlichen Notdienst wie an den Wochenenden über die Nummer

01801  929 345

Ab Mittwoch 13. Februar sind wir dann wieder regulär zu erreichen.

Narri Narro!

 

 

Grippewelle rollt an

aktuelle Karte der AG Influenza mit den Influenzaherden in Deutschland

In den vergangenen 10 Tagen traten die ersten Erkrankungen mit Influenza (“Grippe”) auf. Noch haben wir keinen sicheren Keimnachweis, aber der klinische Verlauf ist typisch: rascher Beginn mit schwerem Krankheitsgefühl, Gliederschmerzen, Schnupfen. Trotz dieser schweren Symptome finden wir nur wenig klinische Zeichen, aber einige typische.

Für die Gesundung ist die Bettruhe wichtig, die jeder Betroffene gerne selbst einhält. Daneben viel Trinken (auch Suppen!), immer wieder aufstehen und vor die Haustüre treten, um den Kreislauf – gerade bei Jugendlichen – nicht ganz absacken zu lassen.

Richtig hilfreich ist nur die Impfung, die aber eine Woche bis zum Schutz benötigt. Andere sinnvolle Arzneien gibt es nicht. Nach dem Hype um Tamiflu hat der Verlauf der letzten Jahre viele Grenzen und Probleme für dieses Präparat aufgezeigt. Für Kinder und Jugendliche kommt es nur in seltenen Situationen zum Einsatz.

Auf der Karte rechts von der Arbeitsgemeinschaft Influenza sieht man die Häufigkeitsverteilungen für die Woche 05/2013: Rot = starke Aktivität, blau = sehr schwache bis fehlende Aktivität der Influenza.

 

Dr. Niethammer wieder in Praxis

Ab heute wird Dr. Niethammer wieder in der Praxis arbeiten. Noch muss er sich etwas schonen und nicht die volle Zeit anwesend sein. Es kann also sein, dass manche Termine noch etwas geschoben werden müssen.

Wir freuen uns, dass er sich so gut erholen konnte und wünschen im einen guten Start.