Archiv für den Monat: September 2013

Was geht rum? 28. September 2013

Langsam nimmt die Zahl der Atemwegsinfekte zu. Meist handelt es sich um Racheninfekte (“Pharyngitis”) verbunden mit Schnupfen, bei kleinen Kindern beobachten wir zunehmend auch wieder Mittelohrentzündungen. Lungenentzündungen sind eher selten.

Eltern, deren Kinder bislang von allem verschont blieben, sollten mal im Medikamentenschrank nachsehen, ob sie für die wichtigsten Probleme gerüstet sind. Vorrätig sein sollten:

1 ein Schmerz- und Fiebermedikament: Paracetamol (z.B. ben-u-ron), Ibuprofen (Dolormin, Nurofen)

2  ein abschwellender Nasenspray: Otriven, Olynth, Xylometazolin o.ä.

3  Kochsalznasentropfen für die Säuglinge

 

 

Tina Knittel – “unsere Neue”

Sie ist erst seit wenigen Wochen in unserer Praxis und gehört schon richtig ins Team. Tina Knittel ist unsere neue Auszubildende. Schon seit der ersten Stunde nimmt sie das Erlernte schnell auf, stellt Fragen und hat sich dadurch bereits in einige Bereiche perfekt eingearbeitet.

Mit Kindern kann sie es sehr gut. So gelingen ihr die Vorbereitungen für die Vorsorgen vorbildlich, indem sie die Angst der kleinen Patienten schnell auflösen kann, so dass diese mit Lust beim Hör- und Sehtest mitarbeiten.

Wir freuen uns über eine so engagierte Mitarbeiterin.

Nagelwachstumsstörung nach Hand-Fuß-Mund-Krankheit

Im Sommer diesen Jahres kam es zu einer enormen Häufung der Hand-Fuß-Mund-Krankheit. Diese Erkrankung ist durch Bläschenbildung an Händen, Füßen und der Mundschleimhaut gekennzeichnet, woher der einfache Namen resultiert. Zugrunde liegt dem Krankheitsbild eine Infektion mit verschiedenen sog. Enteroviren (meist jedoch Coxsackieviren Typ A6).

Als Folge trat in den letzten Wochen oft das Phänomen von Wachstumsstörungen meist die Finger-, teils auch der Fußnägel, auf. Dabei kommt es auch zu Nagelablösungen (siehe im Bild nebenan die Nägel von Großzehe und dritter Zehe). Diese sind etwas lästig, heilen aber innerhalb ein bis vier Monaten folgenlos ab. Es sind keine medizinischen Maßnahmen erforderlich.

 

Was geht rum? 21. September 2013

Die Immunabwehr im oberen Linzgau scheint perfekt zu sein. Trotz herbstlicher Wetterlage kam nur wenige Kinder wegen Infektionen in die Praxis.

Der Keuchhusten hat sich nach unserer Beobachtung nicht weiter verbreitet. Wir haben in den letzten Wochen keine neuen Verdachtsfälle beobachtet.

Einfache Racheninfekte, teilweise mit Mittelohrentzündung, traten vorwiegend bei Säuglingen und Kleinstkindern auf.

Das Wetter soll sich bessern. So können wir hoffen, dass zur insgesamt guten Gesundheit unserer Kinder ein goldener Herbst kommt. Dann können Kinder – und auch die Eltern – ihre Kreativität ausleben bei Kollagen mit bunten Blättern, Figurenbasteln mit Kastanien oder Drachenbauen.

Grippeimpfung

In den letzten Wochen bekommen wir wieder vermehrt Anfragen zur Grippeimpfung. Prinzipiell hat sich hierzu medizinisch wenig Neues ergeben. Problematisch sind nur die sog. Rabattverträge der Krankenkassen, die uns vorschreiben welcher Impfstoff verwendet werden muss.

Welche Impfstoffe gibt es?

Zunächst die bewährten konventionellen Impfstoffe, die als Spritze verabreicht werden und in aller Regel drei (neuerdings auch 4) verschiedene Grippevirusbestandteile enthalten. Diese Impfstoffe sind in der Regel für Kinder ab 6 Monaten bis ins hohe Alter anwendbar.

Daneben gibt es einen nasalen Impfstoff, der für Kinder von 2 – 17 Jahren zugelassen ist. Dieser hat sich nicht nur wegen der einfachen Anwendung (als Nasenspray), sondern auch seiner ausgezeichneten Wirkung wegen als günstig erwiesen. Das Problem ist, dass er nicht in den Rabattverträgen aufgenommen ist und nur in definierten Einzelfällen angewendet werden darf.

Wer soll geimpft werden?

Die Impfung ist für alle Altersklassen sinnvoll. Die Empfehlungen sind für die Gruppe der Kleinkinder etwas wachsweich, obwohl gerade sie – durch die engen Kontakte in Kitas und Kindergärten – das höchste Risiko tragen zu erkranken. Und sie sind nachgewiesenermaßen die Gruppe, die auch die Älteren (“Opa und Oma”) am meisten gefährden. Im Einzelfall muss im Arztgespräch abgewogen werden, wie man verfahren will.

Wann soll geimpft werden?

Der Impfschutz ist sicher für 4 Monate oder mehr. da die Influenza frühestens im Dezember, meist aber in den Monaten Januar bis März auftritt raten wir zur Impfung im Monat November, sofern das terminlich machbar ist.

Wir haben wie immer Impfstoff bestellt und schon gelagert. Wie in den letzten Jahren können Sie sich bei Michaela an der Rezeption für eine Impfung eintragen lassen. Dann halten wir den Impfstoff bis Dezember 2013 für Sie zurück, sofern wir nichts von Ihnen hören. Sollten Sie oder Ihr Kind durch Krankheit oder Urlaub verhindert sein eine Impfung bis 15. Dezember wahrzunehmen, sagen sie uns bitte kurz Bescheid, damit der Impfstoff auch danach für Sie zur Verfügung steht, wenn einmal ein Lieferengpass auftreten sollte (wie fast in jedem Jahr!).

Fitness-Studie für Kinder?

Fitness ist in, seit Jahren nicht nur bei Muskelprotzen. Das Fitnessstudio ist im Breitensport angekommen. Aber ist es auch für Kinder geeignet?

Dazu hat der Sportwissenschaftler PD Dr. Michael Fröhlich kürzlich Stellung bezogen. Während man vor 30 Jahren aufgrund spärlicher Informationen noch vorsichtig war, weiß man heute mehr. Natürlich ist das Fitnessstudio nicht für eine unkontrollierte Anwendung von Kraftübungen geeignet.

Unter Anleitung können Kinder aber ab ca. 11 Jahren auch an Geräte herangeführt werden. Kinder und Jugendliche reizt es neue Grenzen auszuloten. Sie stehen also prinzipiell im Risiko, sich zu schnell und zu große Gewicht mit teilweise ungünstiger Belastung von Knochen und Gelenken zuzumuten. Anleitung und regelmässige Kontrolle durch ausgebildete Trainer ist also wichtig.

Krafttraining hat sehr günstige Aspekte. Für adipöse Kinder und Jugendliche kann es ein guter Einstieg in den Fettabbau sein und durch Rücken- und Bauchübungen helfen, Haltungsstörungen abzubauen. Im Fitnessstudio herrscht eine erstaunliche Toleranz. Kraftprotze akzeptieren die Dicken und die Altern und umgekehrt. Gerade deswegen haben auch Jugendliche, die sonst nicht so sportlich sind hier eine gute Chance einzusteigen und aus Fett Muskeln werden zu lassen.

Übrigens: zuhause erstmal mit Liegestützen oder Kniebeugen anzufangen ist nicht günstig. Meist ist der Reiz für Ungeübte zu hoch und es können Probleme auftreten.

Infektanfälligkeit

Infektionen sind ein Teil der Auseinandersetzung des Menschen mit der Umwelt, in der neben sichtbaren Mücken und Käfern unsichtbare Viren und Bakterien herumschwirren. Infektionen “trainieren” unser Immunsystem. Solange das Immunsystem noch wenige Erfahrungen gemacht hat, können diese Infektionen gehäuft vorkommen. Das betrifft meist Kleinstkinder, verstärkt wenn sie in den Kindergarten gehen und dort viele neue Bazillen von anderen Kindern kennenlernen. Es besteht eine “Infektanfälligkeit”, die aber in diesem Lebensalter normal ist.

Treten weitere Hinweise hinzu, muss vom Kinderarzt geprüft werden, ob ein Immundefekt vorliegt. Dies ist zum Glück selten der Fall, aber eine dennoch sehr wichtige Frage, weil Immundefekte – zu spät erkannt – sehr gefährliche Folgen haben können. Da wir als behandelnde Kinderärzte alle wichtigen Infekte Ihres Kindes beobachten, wissen wir, wann weitere Untersuchungen notwendig sein sollten.

Können Infekte vermieden werden?

Nein. Auch das Meiden von Kindern mit Infekten lohnt nicht, denn das Immunsystem muss seine Umwelt kennenlernen. Es muss trainiert werden. Nur sehr schwerwiegende Infektion wie Tuberkulose müssen natürlich gemieden werden.

Können Eltern zur Vorbeugung beitragen?

Je früher Infekte durchgemacht werden, umso anstrengender für Kind und Eltern. Aber es ist erwiesen, dass frühe Infekte auf lange Sicht meist günstig sind (Senkung Risiko Allergie und Asthma). Insofern sollten Kinder nicht unbedingt von verschnupften und hustenden anderen Kindern ferngehalten werden. Und Mützen schützen auch nicht, wenngleich sie bei starkem Wind durchaus angenehm sein können.

Gibt es hilfreiche Arzneien?

Die Pharmaindustrie hat für jede Sorge von Eltern etwas anzubieten. Auch hier. Aber diese Arzneien helfen – wenn überhaupt – nur in ganz begrenztem Umfang. Studien zu diesen Arzneien gibt es nur wenige. Sie zeigen, dass auf Echinacea-Präparate kein Erfolg eintritt (Taylor, 2003), jedoch mehr Hautausschläge. Auch für Umckaloabo konnte kein sicherer Effekt nachgewiesen werden. Gewisse Effekte gibt es auf Pro- und Präbiotika (Hatakka, 2001), bei deren Gabe die Atemwegshäufigkeit um 17% gesenkte werden konnte. Anders gesagt: von 5 Infektionen konnte eine verhindert werden bei jedoch sehr hohen Kosten (die die Eltern selbst tragen müssen).

Was geht rum? 07. September 2013

Das schöne Wetter der Woche hat sicher dazu beigetragen, dass nur wenige Infektionen rumgehen. Zum einen die Magen-Darm-Grippe, die zuletzt aber weniger häufig auftrat. Neue Fälle von Keuchhusten haben wir zum Glück nicht gesehen und als einzige Kinderkrankheit gerade mal 2 Fälle von Scharlach.

Eine gewissen Häufung sahen wir für das Dreitagefieber (Exanthema subitum), das vorwiegend Säuglinge und Kleinstkinder betrifft. Nach meist 3 Tagen hohem Fieber (oft um 40 Grad Celsius) endet das Fieber innert weniger Stunden und es tritt ein Ausschlag am Körperstamm auf. Eine Untersuchung gerade bei Säuglingen ist wichtig, um andere Fieberursachen (Harnwegsinfekt u.ä.) auszuschließen.

Dennoch sind einige Kinder mit schweren Erkrankungen in Betreuung, aber sie haben keine ansteckender Erkrankungen.

Allen Kindern und Jugendlichen wünschen wir einen glücklichen Schulanfang mit “guten Lehrern” und uns allen einen weiterhin schönen Spätsommer.

Helmpflicht – eine zu lange Diskussion

In Deutschland wird seit langem über die Helmpflicht beim Fahrradfahren diskutiert. Gegen diese Pflicht wird angeführt, dass eine solche zu weniger sportlicher Betätigung führen könne. Die Menschen im Lande würden also ohne Helm weniger Fahrrad fahren. Im Übrigen sei “der freie Bürger” in seinem Alltag eingeschränkt.

Eine Studie aus den USA legt nun für Kinder klare Zahlen vor. Im Journal of Pediatrics (September 2013) legen WP Meehan III und Kollegen beeindruckende Zahlen für 1612 tödliche Fahrradunfälle zwischen 1999 und 2010 bei Kindern unter 16 Jahren vor. In den 16 Bundesstaaten Amerikas mit bestehender Helmpflicht lag die Todesrate bei 2.7 bezogen auf 1 Million Kinder, in den anderen bei 4.5 pro 1 Million Kindern.

Die Diskussion erinnert an die Einführung der Gurtpflicht im Auto. Auch damals wurden teils groteske Argumente hervorgeholt, um diese zu verhindern. Heute ist vielfach belegt, dass die Gurtpflicht Tausenden das Leben rettete.

Für’s Fahrrad dürfte das nicht nur für die USA sondern vergleichbar auch für Deutschland gelten. Fangen wir an und seien wir auch Vorbild für unsere Kinder.

 

 

Was geht rum? 01. September 2013

Trotz des angenehmen Spätsommerwetters treten erstaunlich häufig Infektionen wie Mittelohrentzündung und Lungenentzündung (Bronchopneumonie) in den letzten Wochen auf. Diese sind meist mit hohem Fieber und spürbarem Krankheitsgefühl verbunden. Eine ärztliche Untersuchung ist dann sinnvoll.

Neue Fälle von Keuchhusten (Pertussis) haben wir in der vergangenen Woche nicht diagnostiziert.

Hauptproblem sind weiterhin Magen-Darm-Infektionen (Gastroenteritis), meist unspezifisch, also vermutlich durch Viren. Ganz vereinzelt auch Erkrankungen mit Campylobacter und Salmonellen, was für die Sommermonate üblich ist. Gerade Urlauber sollten beim Genuss von Speiseeis und Mayonnaise in südlichen Ländern eher zurückhaltend sein. Bei diesen Speisen kann es am ehesten zu bakteriellen Erkrankungen des Darmes kommen. Abgekochtes und in Tüten/ Flaschen verpacktes ist immer unproblematisch.