Archiv für den Monat: Oktober 2013

Dr. Niethammer im Kurzurlaub

Vom 29. bis zum 30. Oktober 2013 ist Dr. Niethammer im Kurzurlaub. Langfristige Verordnungen sollten in dieser Zeit möglichst vermieden werden. Dr. Wolff vertritt Dr. Niethammer.

Ab Montag, 4. November, sind wieder beide Ärzte in der Praxis.

Die Welt ist so gefährlich – stimmt das?

Im August hat sich ein Sendeschwerpunkt im Schweizer Fernsehen DRS dieser Frage gewidmet. Anhand verschiedener Themenbereiche versuchte man eine Antwort zu geben. Interessant war, dass das Lebensrisiko in den letzten Jahrzehnten immer weiter zurückgegangen ist. Aber die Ängste bei den Menschen haben dennoch zugenommen.

Forscher Ortwin Renn von der Universität Hohenheim machte einen Erklärungsversuch. Außerhalb der Nachrichten wie der Tagesschau sehen wir zurückgelehnt im Fernsehsessel täglich 113 Morde. Alle fiktiv in irgendwelchen Kriminalserien wie dem Tatort oder weit weg bei XY-ungelöst. Zum Schluß haben wir das Gefühl ständig bedroht zu sein.

In der Praxis ist die Angst vor Zecken groß. Klar, diese kleinen Tiere können Menschen im Extremfall durch die Borreliose oder die FSME schädigen und in wenigen Einzelfällen umbringen. Schade nur, dass niemand erwähnt, dass das Risiko im Straßenverkehr zu Tode zu kommen nahezu 1000 x höher ist. Und selbst dieses Risiko geht von Jahr zu Jahr dramatisch zurück.

Wir hätten also allen Grund entspannt zu sein. Risikoforscher von Eisenbahnen schützen uns vor Steinschlag, Mediziner erfinden Medikamente gegen schwerwiegende Krankheiten und haben die Geisel der Kinderlähmung fast ausgerottet und auch die Sicherheit zuhause und am Arbeitsplatz war vermutlich in unserer Geschichte nie so hoch wie heute.

Auch wird unsere Lebensprognose immer besser. Wir haben also allen Grund die Welt zu verbessern. Aber sorgen sollten wir uns eher um langfristige Risiken wir die Umweltverschmutzung. Sie könnte uns unberechenbare Probleme bringen, ist aber heute beeinflussbar.

 

Lesestart

Seit einigen Jahren erhalten Eltern in unserer Praxis Informationsmaterial und kleine Bücher für ihre Kinder. Diese werden von der STIFTUNG LESEN und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung kostenlos ausgegeben. Nunmehr gibt es auch die Möglichkeit über eine APP weitere Bücher herunterzuladen. Darauf macht die Stiftung im Folgenden Aufmerksam. Sie als Eltern sollten entscheiden, ob dies für Ihr Kind interessant und sinnvoll ist, da Ihr Kind gleichzeitig auch an die Telemedien herangeführt wird (worüber man wiederum streiten kann).

Der PC, das Handy oder der Tablet-Computer sind in zahlreichen Familien fester Bestandteil des Alltags. Auch für die Leseförderung spielen digitale Formate eine wichtige Rolle, insbesondere um gerade Leseferne oder Technikinteressierte zu erreichen. Nicht zuletzt deswegen hat der Ravensburger Buchverlag passend zu dem Lesestart-Minibuch Alle meine Bücher nun eine App-Version entwickelt, die den Alltag von Tom und Dana erzählt und das Lesestart-Programm erklärt. Bunt illustriert und mit zahlreichen Animationen und Geräuschen gespickt macht die App das Vorlesen zum interaktiven digitalen Spaß für Groß und Klein. Ein Memory-Spiel am Ende der Geschichte ergänzt die Lesestart-App.
 
Die Lesestart-App ist für iPhone, iPad und Android-Geräte (Android ab 2.0.1 und iOS ab 5.1) sowie als HTML-Version zum Abspielen auf Ihrem PC oder Mac unter www.lesestart.de/lesestart-app.html kostenfrei verfügbar. Wir freuen uns, wenn Sie die Eltern auf diesen Service aufmerksam machen.

Was geht rum? 26. Oktober 2013

Auch in der letzten Woche hat sich wenig geändert. Weiterhin viele Erkrankungen mit Krupphusten (Infektcroup) bei geringer Infekthäufigkeit insgesamt. Einzelne Kleinkinder sind inzwischen auch an obstruktiver Bronchitis erkrankt, Lungenentzündungen sind weiterhin sehr selten. In den letzten Wochen bisher eine einzige Erkrankung an Streptokokkenangina (oft kurz “Scharlach” genannt) bei einer 14-Jährigen.

Im November ist es wieder sinnvoll an die kommende Grippesaison zu denken. Wie immer bieten wir die Impfung gegen Influenza an und raten dazu diese – sofern möglich – im November durchzuführen. Damit ist ein Schutz über die Periode sichergestellt, in der die Influenza in aller Regel auftritt: Dezember bis März. Wer sich oder sein Kind in den kommenden Wochen nicht impfen lassen kann möge uns bitte anrufen. Dann können wir den Impfstoff zurücklegen bis zum Impftermin. Damit ist eine Impfung auch dann sichergestellt, wenn es zu Lieferengpässen beim Grippeimpfstoff kommen sollte.

Kurzurlaub Dr. Wolff

Ab Donnerstag 24. bis Dienstag 29. Oktober wird Dr. Wolff einen Kurzurlaub machen. Alle Eltern, die noch Langfristverordnungen (wie Ergo- oder Physiotherapie-Rezepte) brauchen mögen sich morgen am Mittwoch noch melden, damit die Fortsetzung der Therapien gesichert sind.

 

Was geht rum? 19. Oktober 2013

 

Der Spätherbst scheint der Gesundheit gut zu bekommen. In der vergangenen Woche traten weiterhin insgesamt wenig Infekte auf.

Der Infektkrupp hingegen hat wieder an Häufigkeit zugenommen. Außergewöhnlich ist, dass er verstärkt am Tage auftritt, nahezu immer eine heisere Stimme macht und beim Husten mehr schmerzt als üblicherweise. Betroffene Kinder sollten in der Praxis untersucht werden, weil wir wegen der tagesbetonten Symptome den Schweregrad gut abschätzen können.

Natürlich gibt es vereinzelt auch Lungen- und Mittelohrentzündungen – aber wenig.Bleibt zu hoffen, dass das lange so bleibt und die Schulkinder auch spätsommerliche Herbstferien erleben werden.

Immuntherapien

Allergien haben in den letzten Jahren enorm an Bedeutung gewonnen. Warum das so ist, ist nur zum Teil klar. Inzwischen weisen 45% aller Kinder und Jugendlichen eine Sensibilisierung auf. Das bedeutet, sie haben zumindest eine positive Reaktion im Allergietest. Damit müssen sie nicht unbedingt Beschwerden haben, aber die Allergiebereitschaft ist hoch.

Säuglinge sind bei uns meist von Milch- oder Hühnereiallergie betroffen, Kleinkinder von Milben- oder Tierhaarallergie. Bei den Schulkindern hingegen sind häufiger Heuschnupfen bzw. Allergien gegen verschiedene andere Pollen zu beobachten.

Die erste Therapie besteht bei Allergien der Atemwege – oft mit Asthma – oft aus Antihistaminika (z.B. Cetirizin u.a.), topischem Kortison (z.B. Nasonex©, Budiair©) und Inhalationen zur Erweiterung der Bronchien (z.B. mit Salbutamol).

Die einzige ursächliche Therapie ist die Hyposensibilisierung (auch Desensibilisierung oder spezifische ImmuntherapieSIT – genannt). Bei dieser Therapie wird dem Körper in langsam ansteigenden Dosen das ursächliche Allergen verabreicht. Dadurch kann in vielen Fällen eine Toleranz erzeugt werden, wodurch der Körper nicht oder deutlich schwächer auf den Kontakt mit dem betreffenden Allergen reagiert. Eine SIT sollte immer überlegt werden, wenn die Beschwerden langandauernd sind oder – im Falle von Pollen – in einer zweiten Saison erneut auftreten. Besonders erfolgversprechend ist die Therapie bei Pollen- und Insektengiftallergien, bei denen die Erfolgsquote bei etwa 90% liegt.

Seit Jahren gibt es auch die sog. sublinguale Immuntherapie (SLIT). Bei dieser wird das Allergen in Tropfen unter der Zunge verabreicht. Hier zeigen erste Studien, dass die Therapie auch bei Kindern funktionieren könnte. Der Vorteil ist, dass keine Injektionen erforderlich sind. Andererseits verlangt die Therapie ein enormes Durchhaltevermögen und Ordentlichkeit ab. Denn sie muss regelmäßig jeden Morgen nüchtern durchgeführt werden.

 

Praxisausflug – heute Mittag ist die Praxis geschlossen

Der Wettergott meint es nicht gut mit uns. Unser Praxisausflug steht an und Regen ist vorhergesagt. Wie heißt es so nett: Es gibt kein schlechtes Wetter nur unpassende Kleidung. Schau’n wer mal.

Ab 12:00 bleibt unsere Praxis geschlossen, die vertretenden Ärzte können Sie über den Anrufbeantworter erfahren.

Ab Donnerstag ist die Praxis wieder regulär ab 07:30 Uhr geöffnet.

Was geht rum? 12. Oktober 2013

Im Moment sind weiterhin viele Erkrankungen an Laryngitis (Entzündung des Kehlkopfes) und Infektkrupps zu beobachten. Die Häufigkeit nimmt langsam ab. Eltern, deren Kinder bereits einen Krupphusten hatten sollten zur Sicherheit ein Notfallmedikament (z.B. Rectodelt©, Klismacort©) zuhause vorrätig haben. Siehe hierzu auch der Beitrag vor wenigen Tagen im Blog.

Als neuer Infekt kam nun ein Virusinfekt hinzu, der meist mit Erbrechen (teils über einige Stunden) beginnt, gefolgt von einem eher harmlosen Durchfall und Symptomen eines Racheninfektes. Das Fieber ist eher gering ausgeprägt.

Insgesamt verzeichnen wir weiterhin erfreulich wenig Infekte trotz des kühl-nassen Wetters.

Neues zur HPV-Impfung

Die HPV-Impfung (“Gebärmutterhals-Krebsimpfung”) ist seit 2007 in Deutschland für Mädchen und junge Frauen eingeführt. Die Impfung richtet sich gegen die H(umane)-P(apiloma)-Viren, von den es verschiedene Typen gibt. Die zunächst eingeführte Impfung hatte Impfstoff gegen die 4 Typen.

Anogenitalwarzen

Warzen am Anus oder Genitale werden vorwiegend von HPV ausgelöst, meist von den HPV-Typen 6 und 11. Bis zum Auftreten der Warzen nach Sexualkontakt geht es 3 – 5 Monate. Bei einer Durchimpfungsrate von 35% aller jungen Frauen zeigte sich ein Rückgang dieser Warzen von 23% innerhalb eines Jahres. Ein klarer Erfolg, dass die Impfung wirkt.

Gebärmutterhalskrebs

Die HPV-Typen 16 und 18 sind im Wesentlichen für das Auftreten des Gebärmutterhalskrebses und seiner Vorstufen sowie des Krebes an Vagina und äußerem Genitale verantwortlich. Eine andere Studie untersuchte 17622 Frauen innerhalb 4 Jahren. Es zeigte sich, dass das Risiko für das Auftreten von bösartigen Veränderungen nach im Schnitte 1.3 Jahren um 79% vermindert war.

Diese klaren Erfolge innerhalb weniger Jahre stehen leider diffusen Ängsten gegenüber, diese Impfung durchzuführen. Das ist nicht verständlich. In Australien liegen die Durchimpfungsraten deutlich höher und es werden auch die jungen Männer geimpft. Die Erfolge dort sind noch weit besser und sollten Anlass sein, auch in unserem Lande Mädchen und junge Frauen zur Impfung zu motivieren.

Wie es aussieht, ist die Impfung umso wirkungsvoller wenn sie vor den ersten Sexualkontakten stattfindet. Die Entscheidung für oder gegen die Impfung muss in aller Regel somit früh getroffen werden. Eine Impfung nach Jahren ist nicht mehr sinnvoll.