Archiv für den Monat: Dezember 2013

Was geht rum? 28. Dezember 2013

Zum Jahresende ist die Gastroenteritis (Magen-Darm-Grippe) wieder seltener aufgetreten. Manche Kinder erkranken zwar noch mit Durchfall. Erbrechen im Zusammenhang mit solchen Infektionen ist hingegen selten.

Bei den Atemwegserkrankungen ist die Beteiligung der Lunge spürbar häufiger.Aus der Bronchitis entwickelt sich in einigen Fällen eine Bronchopneumonie, also eine Entzündung, die von der Bronchialschleimhaut sukzessive ins Lungengewebe übergeht. Um hier erfolgreich helfen zu können sind oft – aber nicht immer – Antibiotika erforderlich.

Neu hinzugekommen sind einige wenige Streptokokkenerkrankungen (Scharlach) in Pfullendorf und näherer Umgebung. Diese Erkrankung ist für die Altersgruppe der Kinder von 4 – 14 Jahre bei engem Kontakt sehr ansteckend. Nach Antibiotikagabe ist die Ansteckung innert 24 Stunden vorüber.

Meningokokkeninfektionen

Wenn Sie mit Ihrem Kind zur Vorsorgeuntersuchung U6 kommen, hören Sie in unserer Praxis von der Meningokokkenimpfung, die ansteht. Aber was sind Meningokokken?

Mit “Meningokokken” wird eine Gruppe von etwa 800 Bakterien bezeichnet, die sehr häufig in unserem Rachenraum mit uns leben (kommensal) und eine typische Struktur aufweisen. In jedem Lebensalter kann dies vorkommen, Säuglinge sind nur selten betroffen. Bei 19-Jährigen liegt die Trägerrate mit 24% am höchsten. In der Regel setzt sich der Organismus mit diesen Kolonien auseinander und entwickelt eine eigene Abwehr dagegen.

Von den harmlosen Mitbewohnern können jedoch schwerste Infektionen ausgehen, die mit einer hohen Tödlichkeit verbunden sind. Im Jahre 2012 traten in Deutschland 354 schwere Infektionen auf. Davon sind 25% Erreger des Typs C, der in der Regel die höchste Aggressivität hat. Glücklicherweise nimmt die Häufigkeit der Meningokokkenerkrankungen in den letzten 20 Jahren kontinuierlich ab, vermutlich, weil wir in immer kleineren Haushalten leben. Dadurch ist die Chance durch enge Kontakte mit anderen Kindern und Jugendlichen den Erreger zu bekommen deutlich geringer.

Mit Hilfe der Meningokokken-C-Impfung, einmalig ab dem ersten Lebensjahr angewandt, können die meisten dieser Erkrankungen effektiv verhindert werden.Die Impfung ist sehr gut verträglich und  nach heutigen Daten über einen jahrzehntelangen Zeitraum wirksam.

 

Problem Telephonanlage

Im Rahmen der Umstellung unserer Telephonanlage in der Praxis sind dem Anbieter einige Fehler unterlaufen. So werden Sie beim Anruf in der Praxis keine Warteschleife vorfinden und mit zwei raschen Worten wieder aus der Leitung geworfen.

Wir haben das Problem bereits angemahnt und hoffen, dass es in der kommenden Woche nicht mehr auftritt. Ansonsten bitten wir um Verständnis. Der erste Anrufer kommt immer gut durch – also einfach nochmal versuchen bis Sie der Erste sind.

In dringenden Fällen können Sie ausnahmsweise direkt losfahren und in die Praxis kommen.

Was geht rum? 21. Dezember 2013

Die Atemwegsinfekte standen in der vergangenen Woche wieder im Zentrum: Racheninfekte (Pharyngitis), oft auch Mittelohrentzündungen, vereinzelt Infektkrupp (Krupphusten) und Lungenentzündung (Bronchopneumonie). Eine stationäre Einweisung wegen Lungenentzündung war erforderlich.

Die Magen-Darm-Infektionen sind inzwischen deutlich seltener und insgesamt von gutartigem Verlauf.

Eine Erkrankung an Pfeiffer’schem Drüsenfieber (Mononukleose) konnten wir nachweisen. Hierbei handelt es sich um eine schwere Virusinfektion, die auch nach Abklingen des meist mehrere Tage dauernden Fiebers weitere Komplikationen nach sich ziehen kann. Die Inkubationszeit ist lange, so dass mit weiteren Infektionen in den kommenden Wochen zu rechnen ist. Das nebenstehende Bild zeigt die typischen “Pfeiffer-Zellen” im Blutbild.

Wann erreichen Sie uns in der Weihnachtswoche

Weihnachten steht vor der Türe und damit auch Ferien für die einen und etwas mehr Arbeit für die anderen. Unsere Praxis wird zu beiden Zeiten mit halber Frau/Mannschaft arbeiten. Im Einzelnen sind wir für Sie da am:

Montag 23. Dezember zu den üblichen Zeiten

Donnerstag, 26. Dezember (2. Weihnachtsfeiertag) wie an den Wochenenden über das Diensttelefon: 01801 929 345

Freitag 27. Dezember zu den üblichen Zeiten

Bitte schauen Sie nochmal nach, ob alle Dauermedikamente (Epilepsiemedikamente, Ritalin/ Medikinet, Inhalationssprays bei Asthma u.a.) für die kommenden 2 Wochen zuhause in ausreichender Menge vorhanden sind.

Die Regelung für die Neujahrstage werden wir in einer Woche hier vorstellen.

Impfungen auch für Erwachsene: Keuchhusten

Keuchhusten ist eine Kinderkrankheit. Eine sehr schlimme, die bei Säuglingen auch tödlich verlaufen kann. In jedem Fall verläuft sie mit monatelangem vorwiegend nächtlichem Husten. Jugendliche, die im ablaufenden Jahr immer wieder betroffen waren, haben darunter sehr gelitten und fanden die Krankheit “schrecklich schlimm”. Ist sie einmal aufgetreten, kann man nicht mehr viel unternehmen.

Impfungen schützen aber recht zuverlässig. Aber nur für knappe 10 Jahre. Deswegen sind Auffrischimpfungen alle 10 Jahre im Zusammenhang mit der Diphtherie-Tetanus-Impfung ganz entscheidend. Weil dies zum Teil unterbleibt, erkranken beispielsweise die Jugendlichen. Die jüngeren Kinder in unserer Praxis sind weitgehend alle gut geimpft.

Aber Keuchhusten ist doch “nur eine Kinderkrankheit” hören wir immer wieder. Ja. Aber Kinderkrankheit bedeutet nur, dass wegen der Heftigkeit der Ansteckung im Zeitalter vor der Impfung die Kinder früh erkrankten. Seit die Menschen immer älter werden erkranken nun vorwiegend die Erwachsenen ab etwa 50 Jahre (70% aller Keuchhustenfälle!). Ihr Schutz aus der Kinderzeit ist weg. Also Nachimpfung ist gerade für die Erwachsenen besonders wichtig. Auch zum Schutz der Enkelgeneration.

Legionellen in Pfullendorf

Diese Nachricht hat viele Eltern sehr verunsichert. In einem Mehrfamilienhaus in Pfullendorf wurden im Rahmen einer Routinekontrolle Legionellen gefunden. Diese Erreger können eine schwere Lungenentzündung hervorrufen, die bis heute trotz Intensivmedizin in 10% tödlich verläuft.

Leider wurden die guten Informationen nicht entsprechend mitgeteilt. Legionellenerkrankungen betreffen weit überwiegend Menschen mit hohem Alter, vorwiegend Männer, Raucher und Menschen mit vorbestehenden Lungenerkrankungen. Diese Bakterien wurden erstmals vor 40 Jahren entdeckt, als ehemalige Legionäre der amerikanischen Armee in einem Hotel in Philadelphia (USA) an Lungenentzündung erkrankten. Damals starben 29 von ihnen. Weil die ersten Betroffenen Legionäre waren, gab man dem Erreger und der Erkrankung diesen Namen.

Kinder sind also praktisch nie betroffen. Und: eine Ansteckung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich. Die Ansteckung erfolgt über mit Legionellen verseuchtes Wasser (getrunken) oder dessen Dämpfe (inhalativ). Die Erreger überleben Temperaturen von 60° Celsius nicht. Damit ist klar, dass Warmwasser in Häusern immer über 60° heiß sein sollte, um diesen Bakterien keine Chance zu geben.

Die Erkrankung tritt übrigens bereits 2- 4 Tage nach Ansteckung als bedrohliche Lungenentzündung auf. Diese Zeit ist für die in Pfullendorf Betroffenen verstrichen. Somit können aus Pfullendorf sofern die Erreger – wie man vermuten darf – beseitigt sind keine weiteren Probleme auftreten.

Husten

Das Problem der kalten Jahreszeit für Kleinkinder ist der Husten. Viele begleitet er über Tage und Wochen und besonders die Nächte können sehr belastend und quälend sein.

Es gibt Hustenunterdrücker (“Antitussiva”), deren Stellenwert jedoch eher bescheiden ist. Theoretisch sind sie wirksam, praktisch hält sich der Nutzen in Grenzen. Wie bereits im praxisblättle beschrieben, ist Honig eine sehr effektive Hilfe um den Husten zu bremsen. In mehreren Studien war Honig den Antitussiva klar überlegen. Honig sollte jedoch erst ab einem Alter von etwa 2 Jahren eingesetzt werden.

Auch für pflanzliche Mittel (“Phytotherapeutika”), die Thymian, Efeu und Primel enthalten wurde zuletzt ein guter Nutzen belegt, so dass sie sogar in der “Leitlinie …. akuter und chronischer Husten” der Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin erscheinen

Was geht rum? 14. Dezember 2013

Die Atemwegsinfekt sind zuletzt rückläufig. Hier sind es noch einige Jugendliche, die bei eher geringem klinischen Befund über deutliche Halsschmerzen sowie allgemeine Mattigkeit klagen.

Richtig in Schwung gekommen ist die virusbedingte Magen-Darm-Grippe (Gastroenteritis). Sie beginnt mit heftigem Erbrechen, unerklärterweise meist nach Mitternacht, das über wenige Stunden anhält. In der Regel ist es ausreichend gesüßte Getränke löffelweise anzubieten (z.B. Tee mit Traubenzucker), eine entspannte Atmosphäre zu schaffen und nicht nach Bauchweh/ Erbrechen zu fragen. Nach dieser Phase sind Kinder über einen halben Tag etwas müde, trinken aber wieder besser. Es folgte etwas Durchfall, aber der Allgemeinzustand ist in der Regel nach 1 Tag wieder ordentlich.

Stationäre Einweisungen hatten wir wegen der Magen-Darm-Erkrankungen keine; bei einer Jugendlichen führten wir eine Infusionsbehandlung durch. Bitte mit der Gabe von Vomex/ Vomacur vorsichtig sein. Hier ist maximal eine Gabe pro Tag vertretbar.

Erneut ein einziger Fall von Streptokokkenangina (heute morgen). Keine Windpocken, kein Keuchhusten.