Archiv für den Monat: Januar 2014

Hautausschläge 2: Ringelröteln

Der Name „Ringelröteln“ ist verwirrend. Mit Röteln teilt sich diese Erkrankung nur ein im Anfangsstadium ähnlichen Ausschlag. Letztlich bilden sicher aber die „Ringel“, die dieses Exanthem sehr typisch machen. Der Auslöser dieser Infektionskrankheit ist das Parvovirus B19 – also auch hier keinerlei Verbindung zu den Röteln.

Nach einer Inkubationszeit von bis zu 2 Wochen entwickelt sich der Ausschlag zusammen mit leichtem Fieber. Kinder haben außer dem Exanthem oft keinerlei Beschwerden, bei Jugendlichen kommen auch höheres Fieber, Gelenk- und Kopfschmerzen vor. Der Ausschlag ist oft wechselnd und am deutlichsten ausgeprägt, wenn die Haut von der Sonne beschienen wird. Der Ausschlag bei Ringelröteln hält manchmal über einige Wochen an. Ringelröteln sind bei kleineren Kindern vornehmlich im Gesichtsbereich, später an den Streckseiten der Arme am deutlichsten zu sehen. Im Körper selbst kommt es zur Zerstörung einiger roter Blutkörperchen, eine bedeutsame Blutarmut ist in dieser Altersklasse aber nicht zu befürchten.

Mit dem Auftreten der Ringelröteln ist ihre Ansteckung auch schon vorbei. Eine Vorbeugung ist also effektiv nicht möglich, zumal die Ringelröteln endemisch auftreten; das heißt: sind sie einmal bei uns eingetroffen, so breiten sie sich rasant aus.

Sorge vor Ringelröteln ist nur angezeigt bei Schwangeren, die diese Erkrankung noch nicht durchgemacht haben. Dies kann durch Antikörpertests im Blut festgestellt werden. Sollte es zu einer Infektion mit Ringelröteln in der Schwangerschaft kommen, kann es durch die Zerstörung von roten Blutkörperchen zu einer Blutarmut des ungeborenen Kindes kommen und in schwierigen Fällen auch zu einem sog. Hydrops, der tödlich enden kann. Im Zweifelsfall sollte bei schwangeren Frauen, die vermutlich Kontakt zu Ringelröteln hatten, eine Blutuntersuchung durchgeführt werden, um kein unnötiges Risiko einzugehen.

Was geht rum? 25. Januar 2014

Die Zahl der Atemwegsinfektionen nimmt weiter zu. Auffallend ist, dass viele Kinder und Jugendliche von Infekten betroffen sind, die länger als 10 Tage dauern. Dabei zeigte sich als Ursache eine Infektion mit sog. Mykoplasmen, die bei schwerem Verlauf antibiotisch behandelt werden kann.

Die meisten Infekte sind weiterhin einfache Racheninfekte (Pharyngitis). Daneben treten oft Mittelohrentzündungen und vereinzelt Streptokokkenerkrankungen (Scharlach) auf.

Wegen einer schweren Erkrankung in der Familie wird Dr. Wolff in der nächsten Zeit teilweise von Frau Dr. Wagner vertreten. Ich bitte um Verständnis.

sog. Blähungen: Frühkindliche Regulationsstörungen

Ein grosses Problem für viele Eltern sind die sog. Blähungen. Diese wurden lange so bezeichnet, weil man früher meinte, der Magen-Darm-Bereich der Säuglinge sei unreif.

Dieses Konzept ist schon seit langem überwunden und mit dem Begriff “Frühkindliche Regulationsstörungen” ist klarer beschrieben, wie vielfältig die Ursachen sind. Wie Urs Hunziger aus der Schweiz und andere zeigen könnten, schreien viele Säuglinge und sie schreien lange. Im Alter von 6 Wochen, wenn sie zur U3 zu uns kommen, liegt die mittlere Schreidauer eines Säuglings bei fast 3 Stunden. Wenn die Kinder oft getragen werden, erreicht die Dauer nicht diese Ausmaße und das Schreien geht auch früher zurück (siehe rote gegen blaue Kurve im rechtsstehenden Diagramm). Vermehrtes Tragen am Körper ist also günstig und “verwöhnt” – wie oft behauptet – die Kinder keineswegs. Säuglinge haben vermutlich ein hohes Bedürfnis nach Nähe und das sollten wir ihnen nicht verwehren.

Ursächlich für das Schreien sind “Temperament”, Schlafprobleme, Trinkstörungen, Erkrankungen (wie z.B.  Infektionen, Milchunverträglichkeiten) aber auch Vater-Mutter-Kind-Interaktionen. Dies gilt es im Einzelfall immer herauszuarbeiten, um dem Säugling und seinen Eltern weiterzuhelfen.

 

Praxis Dr. Wolff arbeitet nach Plan

Wegen persönlicher Probleme wird Dr. Wolff auch in den kommenden 1-2 Wochen nur zeitweise in der Praxis sein. Durch die freundliche Unterstützung von Frau Dr. Wagner gelingt es glücklicherweise, dass nahezu alle Sprechzeiten abgedeckt sind.

Es ist damit zu rechnen, dass diese Situation sich bis Anfang Februar nicht ändern wird.

Für Ihr Verständnis danke ich Ihnen.

 

Praxis: .Reduzierte Sprechzeiten

Wegen akuter persönlicher Probleme werden wir in dieser Woche die Sprechzeiten anpassen:

Dr. Niethammer

Am Dienstag 21. Januar 2014 morgens nicht in der Praxis, nachmittags normale Sprechstunde

Dr. Wolff

Am Dienstag 21. Januar 2014 bleibt die Praxis geschlossen, es vertritt nachmittags Dr. Niethammer

Am Mittwoch 22. Januar 2014 vertritt mich Frau Dr. Helga Wagner

Ich hoffe, dass ich am Donnerstag wieder für Sie da sein kann.

 

 

Hautausschläge 1: Drei-Tage-Fieber

An dieser Stelle folgen nun weitere wichtige Exantheme. Wie bereits im letzten Beitrag beschrieben handelt es sich bei den Exanthemen um Ausschläge, die im Rahmen einer allgemeinen Krankheit auf der Haut „blühen“. Es sind also neben dem Ausschlag weitere Symptome vorhanden. Die Ausschläge sind somit die äußerlich sichtbare Form einer Erkrankung.

Exanthema subitum (Drei-Tage-Fieber)

Diese Erkrankung ist sehr ansteckend. Deswegen ist sie wohl den meisten von Ihnen schon bekannt. Die meisten Kinder machen diese Infektionskrankheit bereits in den ersten beiden Lebensjahren durch. Erreger ist das Humane Herpesvirus 6.

Das Dreitagefieber beginnt immer mit Fieber. Meist ist es sehr hoch und erreicht Temperaturen über 40 Grad, nicht wenige Kinder sind sehr beeinträchtigt. Bei der Untersuchung findet der Kinderarzt nur einen roten Rachen und meist nicht viel mehr. Und nach 2 Tagen (2 – 4 Tagen) wird dann alles klar: Das Fieber verschwindet innert weniger Stunden und mit ihm taucht der Ausschlag auf, der sich hauptsächlich am Körperstamm zeigt und nicht juckt. Dieser Ausschlag ist manches Mal nur wenige Stunden da, meist hält er 1-2 Tage an. Die Flecken am Stamm sind 3-5 mm groß.

Die Immunität nach dieser Erkrankung hält nach heutigem Wissen lebenslang an.

 

Was geht rum? 18. Januar 2014

Neben den Atemwegsinfekten sind in den letzten Wochen wieder vereinzelte Beschwerden bei Kopflausbefall zu verzeichnen.

Kopfläuse sind ärgerliche, aber harmlose Bewohner der Kopfhaut des Menschen. Sie fallen meist durch Juckreiz auf und können sich – zu Fuß! – von Kopf zu Kopf bewegen, wenn Kinder/ Erwachsene sehr nahe kuscheln. Eine Behandlung ist möglich. Die Diagnose ist sicher, wenn kleine krabbelnde Läuse (siehe nebenstehendes Bild) gesehen werden. Nissen, das sind tropfenförmige Gebilde die sich an die Haare klemmen, weißen darauf hin, dass Lausbefall ist oder war. Diese Nissen sind in aller Regel nicht ansteckend.

Komasaufen: Gefährlicher Trend setzt sich fort (Markus Züger in Akademie aktuell)

Obwohl die Jugendlichen in den letzten 15 Jahren durchschnittlich immer weniger Alkohol konsumierten, gibt es eine Besorgnis erregende Zunahme beim sogenannten Komasaufen, das auch Rauschtrinken, Wetttrinken, Kampftrinken oder Binge-Drinking genannt wird. Binge ist das englische Wort für Gelage, und “to binge on something” heißt, sich mit etwas voll stopfen. Durch große Mengen Alkohol in kurzer Zeit getrunken, kommt es bei den Kindern und Jugendlichen rasch zum Rauschzustand, bis zur komatösen Bewusstlosigkeit. Die Zahl der alkhoholbedingten Krankenhausaufenthalte von Kindern und Jugendlichen zwischen dem 11. und 20. Lebensjahr ist in den Jahren 2000 bis 2008 von 9,500 auf 27,500 angestiegen. Davon waren etwa 20 Prozent im Alter von 10 bis 15 Jahren. Sind im Jahre 2004 noch 159 von 100,000 Kindern und Jugendlichen wegen einem Rauschzustand im Krankehnaus gelandet, so waren es im Jahre 2009 bereits 290.(…)

Das so genannte Komasaufen ist mit den Erfahrungen einer unbeabsichtigten Alkoholvergiftung nicht zu vergleichen. Beim Rauschtrinken geht es um das absichtliche und rasche Erlangen einer Bewusstseinsveränderung. Es soll ein Highgefühl, der sog. Kick erreicht werden, vergleichbar mit der Wirkung von Kokain oder Ecstasy. Oft trinken die Jungen und Mädchen Alkohol weil sie dadurch “besser drauf” sind oder meinen, in ihrer Clique besser anzukommen. Durchschnittlich sind sie 13 Jahre alt, wenn sie erstmals Alkohol trinken und 15 Jahre beim ersten Rausch. Die Teenager schütten in kurzer Zeit große Mengen Bier, Schnäpse oder Mixgetränke in sich hinein, meist 5 bis 6 Gläser hintereinander, so die Definition von Binge-Drinking. Zu 90 Prozent wird wegen des raschen Wirkungseintritts Wodka, meist als Mischgetränk getrunken, auch weil es angeblich keine Alkoholfahne hinterlässt. Häufig wissen die Teenager über die möglichen Folgen ihres Trinkverhaltens zu wenig. Wer größere Mengen Alkohol in kurzer Zeit trinkt, kann sich schnell in Lebensgefahr bringen. Noch bevor den Jungen und Mädchen übel wird und sie deshalb zu trinken aufhören würden, kann der Alkohol bereits auf tiefere Regionen des Mittelhirns und der Medulla oblongata einwirken und so eine Lähmung des Atemzentrums verursachen.(…)

Aus dem Gesundheitsbericht des Bundes geht hervor, dass 10,1% der 18 bis 30-Jährigen Männer wöchentlich, und 30% monatlich bis zum Vollrausch trinken. Bei den jungen Frauen im gleichen Alter waren es 2,7% wöchentlich und 15,9% monatlich, der Mädchenanteil nimmt allerdings stetig zu. Die Schädigung für den jungen Organismus besteht darin, dass Alkohol als Zellgift das Wachstum hemmt, die Leber- und Nervenzellen schädigt und die Gehirnfunktionen beeinträchtigt. Die jungen Menschen werden vergesslich, können sich schlecht konzentrieren und lassen in ihrer Leistungsfähigkeit nach. Außerdem besteht die große Gefahr, dass sie schneller alkoholabhängig werden als Erwachsene, da das Gehirn in diesem Alter noch besonders plastisch ist. Das sogenannte Suchtgedächtnis registriert wie auf einer Computerfestplatte die Höhe des maximalen Alkoholspiegels. Bei erneutem Trinken besteht das Verlangen, diesen Spiegel wieder zu erreichen. Dauert die Entwicklung einer Alkoholabhängigkeit bei Erwachsenen im Schnitt sieben Jahre, benötigen Jugendliche nur wenige Monate bis sie abhängig sind. (…)

Was ist zu tun? Wer trägt die Verantwortung? Wir alle.(…)

Entscheidend ist dabei die Vorbildfunktion der Eltern durch kontrollierten und maßvollen Alkoholkonsum. Da 60% der Erwachsenen in Deutschland täglich Alkohol konsumieren, also Missbrauch betreiben, und bei ihnen Rauschzustände mehrmals jährlich als normal gelten, wundert es nicht, wenn Jugendliche Alkohol als die Droge Nr. 1 gebrauchen. Viele Eltern wissen nicht, was normales, das heißt unproblematisches Trinkverhalten ist. So sollte jeder Erwachsene nicht häufiger als drei bis vier Mal in der Woche Alkohol zu sich nehmen. Die Alkoholmenge sollte bei Männern 50 g und bei Frauen 30 g/Tag nicht übersteigen, das entspricht etwa 1,0 l bzw. 0,6 l Bier. Familiäre und kulturelle Normen scheinen das Trinkverhalten mehr zu beeinflussen, als alle Präventionsmaßnahmen.(…)

Hautausschläge

Hautausschläge sind ein häufiges Phänomen bei Kindern und Jugendlichen. Sie zeigen sich in verschiedenen Variationen und können teilweise schwierig zu beurteilen sein.

Andererseits bekommen Sie als Eltern und wir als die behandelnden Kinderärzte ein sichtbares Zeichen, das uns helfen kann, eine Krankheit besser oder überhaupt zu verstehen. Und dies, ohne zu picksen oder sonstige Maßnahmen. Einfach hinschauen!

Aber das will gelernt sein, denn die Haut kann mit sehr abwechslungsreichen Veränderungen reagieren. Dazu zählen unter anderem:

* die Papel: eine Erhabenheit (Schwäbisch: “Böppele”)

* die Vesikel: ein Bläschen (siehe nebenstehendes Bild), wenn grösser: Bulla: Blase

* die Macula: umschriebene Farbänderung der Haut

* das Erythem: eine Rötung

Für nicht geschulte Laien ist die Abgrenzung solcher Zeichen oft schwierig. Um die Ausschläge Ihnen etwas näher zu bringen, starten wir nun eine Serie. Jeden Montag werden Sie über die kommenden Monate einen neuen Ausschlag hier vorgestellt bekommen.

 

Was geht rum? 11. Januar 2014

In der zweiten Januarwoche des neuen Jahres kam es vorwiegend zu Infekten der Atemwege,oft als Bronchitis, in wenigen Fällen auch als Lungenentzündung (Bronchopneumonie). Im Rahmen der Infekte wurde bei Schülern öfter über Kopfschmerz berichtet.

Kinderkrankheiten konnten wir keine registrieren.

Bleibt zu hoffen, dass die Infekte weiter auf diesem niedrigen Niveau verharren

Den Kinderarzt hat’s auch erwischt. Um sich auskurieren zu können, vertritt ihn netterweise heute am Samstag Frau Dr. Wagner in der Praxis.