Archiv für den Monat: Februar 2014

Schrei-Babys

Vor einem Monat konnten Sie im praxisblättle den Beitrag “Regulationsstörungen bei Säuglingen” lesen.

In Ergänzung soll hier noch auf einige weitere Aspekte hingewiesen werden:

1. Schlafdauer

Die Schlafdauer bei Kindern ändert sich ab Geburt rasant. Aus nebenstehenden Graphik wird deutlich, dass Säuglinge bis zu 19 Stunden am Tag schlafen können, während andere hellwach sind und mit nur 9 Stunden täglich auskommen. In der Regel ist beides normal.

2.Durchschlafen

Säuglinge machen in den ersten Wochen enorme Entwicklungen durch. Meist verlaufen die ersten 2 Wochen eher ruhig bis das Temperament des Kindes spürbar wird. Die ruhigeren Kinder schlafen zu dieser Zeit schon durch, was aber eher die Ausnahme ist. Zu einem guten Nachtrhythmus kommen die Babys im Allgemeinen nach 3- 4 Monaten. Zu dieser Zeit schlafen laut den Zürcher Untersuchungen 70% der Kinder nachts 6-8 Stunden durch.

3. weitere hilfreiche Informationen

finden Sie auf der Internetseite www.schreibabyhilfe.ch (von der im Übrigen auch die o.g. Graphik stammt). Hier werden viele sehr praktische Fragen gut und vor allem ehrlich abgehandelt. Eine enorme Hilfe für Eltern in den ersten Lebenswochen des Kindes.

Praxisregelung Fasnet

Über die Fasnet arbeitet die Praxis für Kinder- und Jugendmedizin in Pfullendorf eingeschränkt:

Schmutzige Dunschtig     07:30 – 12:00        nachmittags frei

Freitag, 28.02.2014         normale Sprechzeiten

Rosemändig                    geschlossen: Vertretung Dr. Laubrock, SIG

Fasnetszischdig               ganztags geschlossen: Kinderärztlicher Notdienst (01801 929 345)

Wegen Teilnahme am Kongress der amerikanischen Allergologen (AAAAI) ist die Praxis Dr. Wolff erst wieder ab Donnerstag, 06. März 2014 um 14:00 Uhr besetzt. Am Mittwoch und Donnerstag Morgen vertritt Dr. Niethammer.

Hautausschläge 6: Infektallergische Ausschläge

Viele Infekte, besonders wenn sie durch Viren verursacht sind, lösen in der Endphase einen Ausschlag aus. Diese Ausschläge sind “unspezifisch”, lassen sich also durch ihren Charakter und ihr Ausbreitungsmuster keinen bekannten Krankheiten zuordnen. Bei der Fülle an Viren, die es gibt und bei der raschen Variation die diese Viren durchmachen auch kein Wunder. Bei genauem Hinsehen sind diese Ausschläge eher die Regel als die Ausnahme: sie haben oft einen Charakter wie die Masern, bestehen also aus kleinen flachen Fleckchen mit wenigen Millimetern Durchmesser und sind oft nur sehr schwach zu erkennen. Für den erfahrenen Arzt stellen sie nur selten eine Herausforderung dar, da er sie oft beobachtet und durch ihre (oft kleinen) Unterschiede rasch von den wichtigen Exanthemen anderer Ursache unterscheiden kann. Man nennt sie meist “Virusexantheme”, auch wenn die Ursache im Einzelnen oft unklar ist und bleibt.

Diese infektallergischen Exantheme sind oft die “Verabschiedung des Infektes”. Wie im Theater: wenn das Stück vorbei und der Vorhang gefallen ist stellen sich alle Schauspieler nochmals vor.

Was geht rum? 22. Februar 2014

An der Art der kindlichen Infektionen im oberen Linzgau hat sich nichts geändert. So schlimm wie im Bild rechts geht’s zum Glück nur wenigen!

Aber es sind enorm viel Menschen erkrankt: Jugendliche vorwiegend mit einem medizinisch harmlosen Racheninfekt, aber starker Abgeschlagenheit. Schulkinder und Kleinkinder oft mit Mittelohrentzündung, Säuglinge meist mit Bronchitis.

Die Magen-Darm-Grippe von anfangs der Woche ist bereits wieder auf dem Rückzug.

 

Facebook

Es erscheint so modern. Und viele berichten, sie seien nun auch bei facebook und sie strahlen dabei. Es macht den Eindruck, dass ältere Menschen sich wie in einem Jungbrunnen fühlen wenn sie bei facebook dabei sind.

Wenn ältere Menschen bei facebook dabei sind sind sie im Trend. Seit dem Jahre 2011 bis heute ist der Zuwachs von facebook-Nutzern im Alter von 25-34 Jahre um 33% angestiegen, bei 35-54-Jährigen um 41% und bei 55 Jahre alten Menschen und älter um glatte 80%. Die Jungen verlassen bereits facebook. Die Zahl der Nutzer nahm weltweit in den letzten 3 Jahren bei den unter 25-Jährigen um 6.7 Millionen ab.

Unsere Kinder haben begriffen, dass facebook nicht ein nettes “Gesichterbuch” ist, sondern dass hier auch mit den eigenen Daten teilweise fahrlässig umgegangen wird. Wir sollten unsere Kinder darin unterstützen. Und selbst beim Umgang mit facebook vorsichtig sein. Oder gar nicht beitreten!

Wir müssen ja nicht dem Trend aller Erwachsenen folgen sondern können ja auch mal so handeln wie die Jungen.

 

Hautausschläge 5: Arzneimittelexantheme

Der Name sagt es bereits: Es handelt sich um Ausschläge, die durch Arzneimittel ausgelöst werden. Im Erwachsenenalter nicht gar so selten, beobachten wir sie auch bei Kindern immer wieder. Das mit Abstand häufigste ist das Amoxicillinexanthem, ausgelöst durch das Antibiotikum Amoxycillin (Infectomox u.a.). Dieser Ausschlag ist ein sehr kräftiger, meist heftig rot und ähnelt dem schweren Bild von Masern, verbunden mit Juckreiz. Er tritt erstmals meist 7 bis 10 Tage nach der ersten Gabe dieses Antibiotikums auf und klingt nach Absetzen auch rasch wieder ab. Meist handelt es sich dabei um keine echte Allergie sondern um eine sog. para-allergische Reaktion: das bedeutet, es liegt zwar ein allergischer Mechanismus zugrunde, der aber nur im Zusammenhang mit weiteren Faktoren zum tragen kommt. In aller Regel ist es dann so, daß bei einer nächsten Gabe des gleichen Antibiotikums kein Ausschlag mehr auftaucht. Es handelt sich somit meist nicht um eine typische Allergie.

Ganz typisch ist das Auftreten dieses Amoxicillinexanthems, wenn ein Arzt bei der Virusinfektion des Pfeiffersches Drüsenfieber dieses Antibiotikum verordnet. Wir beobachten es aber auch immer wieder im Zusammenhang mit klar bakteriellen Erkrankungen wie der Mittelohrentzündung. Die allergologische Untersuchung des gesunden Kindes Wochen danach ergibt nur sehr selten Hinweise auf allergische Reaktionen. Die meisten Kinder können nach der Vortestung auf der Haut das Medikament dann gut vertragen. Sie haben also keine Allergie. Man sollte deswegen mit der voreiligen Ausstellung von Allergiepässen vorsichtig sein, solange die Diagnose nicht sicher ist.

Ganz anders verlaufen allergische Ausschläge auf einige andere Medikamente. Diese können teilweise auch sehr heftig sein und zum sog. Stevens-Johnson-Syndrom führen. Dies ist die extremste Form der Arzneimittelallergie, wie wir sie in unserer Praxis zum Glück noch nie beobachten mussten. Die – harmlose Vorstufe – das sog. Erythema exudativum multiforme sehen wir immer wieder in der Praxis. Dieses kann Ausdruck einer Allergie sein, tritt unabhängig davon aber auch bei Infekten verschiedenere Art als Begleiterscheinung auf.

Was geht rum? 15. Februar 2014

Die Infektwelle scheint nun loszulegen. Die gleichen Infekte, die wir bereits die letzten Wochen beobachteten, nehmen nun an Häufigkeit zu.

Dazu gehört zum einen eine meist obstruktive Bronchitis, die sehr oft in eine Lungenentzündung übergeht. Der Einsatz von Medikamenten muss sorgsam abgestimmt werden. Bei kleinen Kindern empfiehlt sich eine frühe Kontrolle in der Praxis um heftigen Verläufen – wie wir sie öfter als sonst sehen – schnell begegnen zu können.

Mittelohrentzündungen spielen weiterhin eine Rolle, sind teilweise eitrig, teilweise auch als Begleiterscheinung viral bedingt. Antibiotika sind nicht so häufig erforderlich wie noch im Januar.

Kinderkrankheiten wie Keuchhusten oder Scharlach beobachten wir im Moment nicht.

Kinder bezahlen für Kinderlose

Meldungen über die finanziellen Belastungen für Familien mit Kindern gibt es immer wieder. Aber bis heute finden sie deutlich weniger Resonanz als die Beiträge, die zur Gleichstellung anderer Bevölkerungsgruppen veröffentlicht werden.

Klar, kaum einer entscheidet sich für Kinder des Geldes wegen. Und dennoch kosten Kinder viel Geld und – wenn sie mal erwachsen sind – erarbeiten sie viel Geld für die Renten aller. Auch derer, die keine Kinder hatten.

Da erstaunt es nicht, was die angesehene Bertelsmann-Stiftung kürzlich veröffentlichte. Die spätere Rente von Kinderlosen wird von den Kindern anderer Beitragszahler finanziert, ohne dass diese Beitragszahler (Eltern) angemessen entlastet würden. So zahlt ein heute 13-Jähriger im Laufe seines Lebens aus heutiger Sicht 77.000 € mehr in die Rentenkasse ein als her herausbekommt. Unter Berücksichtigung anderer Leistungen verliert am Ende des Lebens das Durchschnittskind 50.500 € an kinderlose Rentner.

Wo bleibt der Aufschrei der Familien?

Hautausschläge 4: Herpes simplex labialis (Lippenherpes)

Diese sehr verbreitete Erkrankung wird durch das Herpes-simplex-Virus Typ 1 (HSV Typ 1) ausgelöst. Die Übertragung erfolgt als Tröpfchen bzw. meist als Schmierinfektion beim direkten Hautkontakt wie beim Küssen.

Viele der Erkrankungen verlaufen symptomlos. In allen anderen Fällen kommt es nach anfänglichem Schmerz und Jucken der betroffenen Lippenpartie zur Ausbildung einer lokalen Entzündung mit Bläschen, die nach einigen Tagen unter Krustenbildung wieder abklingt.

Die erste Infektion mit HSV 1 im Leben verläuft meist recht heftig und betrifft naturgemäß Kleinkinder. Beim ersten Kontakt beschränkt sich die Infektion nicht auf eine Stelle der Lippe, sondern führt zu einer über mehrere Tage dauernden Infektion mit hohem Fieber und deutlichem Krankheitsgefühl. Dabei treten im gesamten Mundbereich meist massenhaft schmerzhafte Aphthen auf, die die Kinder deutlich beeinträchtigen. Diese Krankheit nennt sich die Mundfäule (medizinisch Stomatitis aphthosa). Sie klingt meist nach 5 Tagen Fieber reaktionslos ab

Der Lippenherpes kann effektiv behandelt werden, wenn bereits bei den ersten Symptomen (Spannungsgefühl oder Schmerz an den Lippen) lokal Aciclovir aufgetragen wird. Je früher dies geschieht, umso eher wird die Vermehrung der HSV vermieden und somit die Krankheit begrenzt. Wenn die Bläschen einmal da sind, können die Beschwerden nur noch durch zinkhaltige Salben gelindert werden. Eine Behandlung mit Aciclovir ist nicht zwingend notwendig, da der Lippenherpes zwar unangenehm, für den gesunden Betroffenen selbst aber meist ungefährlich ist.
Der Lippenherpes hinterlässt keine Immunität. Erfahrungsgemäß neigen einige Menschen dazu, immer wieder daran zu erkranken, häufig ausgelöst durch Stress: starke berufliche Anspannung, fieberhafter Infekt, aber auch starke Sonnenbestrahlung wie beim Skifahren oder am Strand.

Eine Herpes simplex-Infektion ist für einige Menschen durchaus auch gefährlich, besonders wenn das Immunsystem geschwächt ist: bei Chemotherapie, bei HIV, aber besonders auch bei Säuglingen kann es dann zu sehr schweren Erkrankungen mit schwerer Entzündung des Gehirns kommen (Herpes-Encephalitis). Wer also an Herpes erkrankt ist sollte fairerweise solche Menschen nicht in Not bringen und beispielsweise von Krankenhausbesuchen Abstand nehmen.

Was geht rum? 08. Februar 2014

Inzwischen haben die Zahl der Atemwegsinfekte deutlich zugenommen und wir sind – zumindest bei den kindlichen Infektionen – im Winter angekommen. Die Kälte ist bisher zwar nicht eingetroffen, aber das neblige Wetter hält uns in den Wohnungen und so stecken Kinder sich gegenseitig an. Die kommende Fasnet wird dem ganzen vermutlich einen weiteren Schub verleihen.

Mittelohrentzündungen wurden wieder seltener, aber wir erleben viele Lungenentzündungen.Bei Husten und/ oder Fieber ist eine Untersuchung diesbezüglich sinnvoll, weil nicht jede Lungenentzündung gleich zu Beginn heftig verlaufen muss und eine gezielte und frühzeitige Behandlung für einige Kinder und Jugendliche auch ohne Antibiotikum erfolgreich sein kann.

Ab nächste Woche wird Dr. Wolff wieder weitgehend regulär arbeiten. Vermutlich am Mittwoch wird Frau Dr. Wagner für einen Tag vertreten.

In einer Woche findet für an Asthma erkrankte Kinder eine Asthmaschulung statt.