Archiv für den Monat: Juli 2014

Essen im Kleinkindesalter: Ernährungsweise

In der täglichen Praxis nehmen Fragen zum Essen einen enormen Platz ein. Das beginnt mit dem Stillen des Säuglings und reicht bis zum Übergewicht oder auch der Bulimie des Jugendlichen. Nun liegen nach langen Diskussionen Empfehlungen an Eltern vor. Sie stammen vom Netzwerk “Gesund ins Leben – Netzwerk Junge Familie” unter Federführung von Prof. Dr. B. Koletzko aus München. Die Empfehlungen sollen in den nächsten Wochen hier zu lesen sein. Sie sind praxisnah und auch aus meiner Sicht umsetzbar.

Empfehlungen (4) : Ernährungsweise

  • Mit einer ausgewogenen und abwechslungsreichen Familienernährung kann der Bedarf des Kleinkindes gedeckt werden. Kleinkinder können und sollen an den Mahlzeiten der Familie teilnehmen.
  • Eine ausgewogene und abwechslungsreiche Familienernährung enthält:
    • reichlich Getränke: am besten Wasser oder andere ungesüßte/zuckerfreie Getränke
    • reichlich pflanzliche Lebensmittel: Gemüse, Obst, Getreide/-produkte, Kartoffeln
    • mäßig tierische Lebensmittel: Milch/-produkte, Fleisch, Fisch, Eier
    • sparsam Zucker und Süßigkeiten, Salz und Fette mit hohem Anteil gesättigter Fettsäuren sowie Snackprodukte
  • Eine ausgewogene Ernährung gesunder Kleinkinder ist ohne spezielle Produkte möglich.
  • Nüsse, Mandeln und andere harte Lebensmittelstücke in „Erdnussgröße“ bergen Aspirationsgefahr (Verschlucken in die Luftröhre) und sollten für Kleinkinder nicht zugänglich sein.
 

Was geht rum? 26. Juli 2014

Hurra, die Ferien starten schon bald. Und hoffentlich sind alle Kinder zum Urlaubsstart gesund. Wir haben in der Praxis zumindest den Eindruck, dass nur wenige Kinder an Infektionen erkrankt sind.

Und die Infektionen im Moment sind eher leichterer Natur: “Sommergrippen” (Herpangina), die zwar mit Fieber beginnen, aber nie zu schwerem Krankheitsgefühl führen und sich schnell besser. Am Montag, als wir tropische Nebel hatten, erkrankten einige Kinder am Infektkrupp, am Freitag ebenso.

Ganz vereinzelt Scharlach, aber keine erneuten Erkrankungen mehr an Keuchhusten.

Der Gräserpollenflug ist fast zum Erliegen gekommen. Im August ist erneuter Pollenflug mit Gräsern anzunehmen, der aber geringer ausfallen wird als der im Juni. Daneben werden dann Spitzwegerich- und Beifuß-Pollen fliegen.

Essen im Kleinkindesalter: Mehr Lebensmittelvielfalt

In der täglichen Praxis nehmen Fragen zum Essen einen enormen Platz ein. Das beginnt mit dem Stillen des Säuglings und reicht bis zum Übergewicht oder auch der Bulimie des Jugendlichen. Nun liegen nach langen Diskussionen Empfehlungen an Eltern vor. Sie stammen vom Netzwerk “Gesund ins Leben – Netzwerk Junge Familie” unter Federführung von Prof. Dr. B. Koletzko aus München. Die Empfehlungen sollen in den nächsten Wochen hier zu lesen sein. Sie sind praxisnah und auch aus meiner Sicht umsetzbar.

Empfehlungen (3) : Erweiterung der Lebensmittelvielfalt

  • Kinder sollten ermutigt werden, neue Lebensmittel/Speisen zu probieren und zu entdecken, wie sie aussehen, wie sie riechen und sich anfühlen, welchen Geschmack und welche Konsistenz sie haben. Eltern sollten für ein vielfältiges Angebot sorgen.
  • Geschmackspräferenzen bilden sich durch wiederholtes Probieren. Dazu bieten die Eltern neue Lebensmittel/Speisen mehrfach und ohne Zwang an und akzeptieren die (zeitweise) Ablehnung des Kindes.
  • Eltern sollten Lebensmittel auch einzeln anbieten, damit Kinder deren Eigengeschmack erfahren können.

Essen im Kleinkindesalter: Hunger und Sättigung

In der täglichen Praxis nehmen Fragen zum Essen einen enormen Platz ein. Das beginnt mit dem Stillen des Säuglings und reicht bis zum Übergewicht oder auch der Bulimie des Jugendlichen. Nun liegen nach langen Diskussionen Empfehlungen an Eltern vor. Sie stammen vom Netzwerk “Gesund ins Leben – Netzwerk Junge Familie” unter Federführung von Prof. Dr. B. Koletzko aus München. Die Empfehlungen sollen in den nächsten Wochen hier zu lesen sein. Sie sind praxisnah und auch aus meiner Sicht umsetzbar.

Empfehlungen (2):  Hunger und Sättigung

  • Eltern sind für ein ausgewogenes Nahrungsangebot zuständig. Das Kind entscheidet selbst, wie viel es davon isst. Eltern sollten die Hunger- und Sättigungssignale des Kindes respektieren.
  • Eltern bieten zunächst eine kleine Portion an bzw. das Kind nimmt sich eine Portion, sobald es sich selbst bedienen kann. Das Kind kann nachfordern bzw. sich nachnehmen, bis es satt ist.
  • Eltern sollten ihrem Kind ermöglichen, sich auf das Essen zu konzentrieren. Sie vermeiden Ablenkungen. Sie animieren das Kind nicht mit Tricks, Überzeugungsszenarien, Versprechen oder Spielen zum Essen.
  • Essen sollte nicht zur Belohnung oder zur Bestrafung eingesetzt werden.
  • Essen ist keine Leistung. Eltern sollten das Kind nicht übermäßig für das, was und wie viel es isst, loben.
  • Beendet das Kind die Mahlzeit frühzeitig oder will es nichts essen, dann genügen 1–2 Versuche der Eltern, das Kind zum Essen zu ermutigen. Sie sollten keine Extraspeisen als Ersatz anbieten.
 

Sommerferien – unsere Urlaubsregelung

Die Sommerferien sind nicht mehr weit. Auch in diesem Jahr wird unsere Praxis über die gesamte Zeit erreichbar sein, aber nur eingleisig.

Dr. Wolff

Urlaub vom 28. Juli 2014 bis 20. August 2014

Dr. Niethammer

Urlaub vom 20. August 2014 bis 16. September 2014

Achtung: Am 20. August bleibt die Praxis geschlossen!

Bitte kommen Sie wenn möglich noch im Juli vorbei, um sich Dauermedikamente und Dauerverordnungen (z.B. Ergotherapie) ausstellen zu lassen.

Was geht rum? 19. Juli 2014

Auch in der vergangenen Woche traten noch einige Infekte auf. Es waren meist Infektionen mit Enteroviren wie die Herpangina. Hierbei kommt es zu einer typischen Entzündung im Halsbereich, die Betroffenen – Erwachsene wie Kinder – sind meist nicht schwer krank, Fieber kann in den ersten Tagen auftreten und hält sich meist unter 39 Grad.

Die Gräserpollenallergie spielt kaum eine Rolle mehr. Auch für die kommenden Tage ist mit keinem bedeutsamen Pollenflug zu rechnen, so dass die meisten Allergiker keine Probleme zu befürchten haben.

Es ist sehr heiß. Wie immer an solchen Tagen sollte die Belastung mit Ozon um die Mittagszeit bedacht werden. Von 12 – 14 Uhr sollten sich Kinder eher im Haus aufhalten. Ozon reizt die Schleimhäute, was besonders bei Asthma eine Verschlechterung der Beschwerden bewirken kann.

Russlandreisen: Erkrankungen durch Zecken (RSSE)

In den kommenden Wochen werden viel Familien auch nach Russland reisen. Dort gibt es zum Teil andere Erkrankungen als bei uns.

Da in Russland – wie bei uns im Süden Deutschlands – auch viele Zecken anzutreffen sind muss auch mit Erkrankungen gerechnet werden, die durch Zecken übertragen werden. Eine bedeutsame ist die RSSE (“Russian Spring Summer Encephalitis”), die vergleichbar mit unserer FSME (“Frühsommer-Meningoenzephalitis”) ist. Die Viren ähneln sich. Dadurch ist auch die FSME-Impfung gegen RSSE wirksam.

Risikogebiete für RSSE-Infektionen bestehen in Russland landesweit. Besonders hoch sind sie in den westlichen und südlichen Landesteilen Sibiriens und Küstengebieten am Japanischen Meer. Zu den Hochrisikogebieten zählen die Regionen zwischen Moskau und St. Petersburg, sowie Regionen in Süd- und Ost-Sibirien. Auch Karelien mit seinen Feuchtbiotopen nördlich des Ladogagsees gilt als Hochrisikogebiet (siehe nebenstehende Karte von der Firma Baxter).

Sollten sie in diese Gegenden reisen, wäre eine FSME-Impfung anzuraten. Diese Impfung wird von den Krankenkassen erstattet. Ob sie im Einzelnen sinnvoll ist können wir gerne mit Ihnen persönlich klären.

Die Borreliose ist in Russland wie bei uns landesweit anzutreffen. Bei dieser Erkrankung ist eine Behandlung mit Antibiotika möglich.

Was geht rum? 12. Juli 2014

Nach einigen Wochen sind wieder viele Erkrankungen an Magen-Darm-Grippe in dieser Woche aufgetreten. Die bisher beobachteten Verläufe sind nicht problematisch. Leitlinie sollte die Zufuhr leicht gesüßter Getränke + Salziges in kleinen Mengen sein. Wenn darunter kein Erbrechen auftritt, darf das Kind nach Wunsch in kleinen Portionen auch andere Kost zu sich nehmen.

Der Sommer hat erstmal eine Pause eingelegt. Allergien spielten keine Rolle in den letzten Tagen. Die Gräserpollensaison ist damit noch nicht zu Ende, schwere Belastungen sind aber nicht mehr zu erwarten.

Sind Sie für den Urlaub vorbereitet? Für Reisen in fremde Länder sollte eine Grundausstattung an Medikamenten mitgenommen werden. Daneben sollten chronische kranke Kinder und Jugendliche ausreichend Dauermedikamente (z.B. Inhalierspray, Epilepsiemedikamente) mitführen. Bitte melden Sie sich rechtzeitig um ggf. auch den Impfschutz zu prüfen.

Sonnencreme: welche ist für Kinder geeignet?

Sonnenschutz ist seit Monaten ein Thema in unserer Praxis. Zu Recht. Unverständlich ist, dass erst jetzt die Stiftung Warentest sich dieses Themas annimmt. Immerhin liegt die Sonnenwende schon zwei Wochen zurück. Die Sonne wird also immer schwächer, auch wenn’s bei uns hoffentlich noch ein bisschen wärmer wird.

In der Praxis habe ich vielen Eltern geraten, mit Cremes vorsichtig zu sein, die sog. mineralische Filter unter Nutzung von Nanopartikeln verwenden. Das ist in aller Regel Titandioxid. Nanopartikel entfalten Wirkungen im menschlichen Körper, weil sie durch ihre geringe Größe an entfernte Orte kommen und vom Körper oft mit Blutkörperchen verwechselt werden (die roten Blutkörperchen haben eine sehr ähnliche Größe). Die gesunde Haut lässt diese Partikel nicht durch, für sie ist die Anwendung von Sonnencremes mit Nanopartikeln kein Problem.

Aus meiner Sicht bedenklich ist die Anwendung immer bei Säuglingen. Aus Sicherheitsgründen würde ich empfehlen, solche Sonnencremes erst ab dem Alter von 2 Jahren zu verwenden. Und für Kinder mit Neurodermitis sind Nanopartikel in keinem Fall ratsam.

Aber welche Cremes enthalten keine Nanopartikel? Da gibt es erstaunlicherweise nur noch ganz wenige. Die beste Creme im Test, die einen rein chemischen Filter ohne mineralischen Filter enthält ist: HIPP Sonnenmilch Ultra-Sensitiv Baby Sanft mit der Bewertung 2.3 (das beste Produkt hat die Bewertung 1,9, zwei schaffen nur eine 5.0). Der Preis liegt bei 9.45€ für 200 ml.

Under der allerbeste Schutz bleibt der Schatten. Ohne Nebenwirkungen