Archiv für den Monat: Oktober 2014

Vergiftungsnotfälle: APP

Vergiftungen kommen bei Kindern zum Glück seltener vor als noch vor 10 Jahren. Aber dennoch: Jeder Vergiftungsfall ist zunächst ein Notfall, löst Angst, Unsicherheit und oft Hektik aus.

Da ist die neue Technik der App’s auf Smartphones eine echte Hilfe. Sie als Eltern können sich hierüber schnell und neutral informieren.

 ”Vergiftungsnotfälle bei Kindern” vom BfR (Bundesinstitut für Risikobewertung)

App sofort herunterladen, einige Notfälle mal nachsehen, damit Sie im echten Notfall mit dem Instrument umgehen können. Aufgeführt sind Informationen zu Chemikalien, Medikamenten, Pflanzen und Pilzen.

Und übers Telefon: Vergiftungszentrale Freiburg anrufen: 0761  19240 (24h-Service)

Wasserpfeifenkonsum

Im Deutschen Ärzteblatt erschien kürzliche eine Publikation, die sich mit möglichen Vergiftungen beim Rauchen von Wasserpfeife befasste (Joscha von Rappard et al., St. Gallen, Schweiz).

Daraus geht hervor, dass der Konsum der Wasserpfeife (Shisha) heute sehr verbreitet ist. Annähernd 70% der Deutschen haben sie laut Hinweisen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung schon mal genutzt. Dass die Shisha weniger Nikotin abgebe als die Zigarette ist widerlegt, in der Regel ist der Nikotinkonsum durch genüsslich lange Nutzung meist höher.

Daneben können aber weitere Giftstoffe abgegeben werden . In der beschriebenen Arbeit wird gezeigt, dass die Inhalation von Kohlenmonoxid zur Vergiftung führen kann, bei denen die Abgabe von Sauerstoff ins Gewebe verschlechtert wird. Dies äussert sich u.a. auch mit Zuständen von Bewußtlosigkeit. Gabe von Sauerstoff in der Klinik über einige Stunden stellt eine sinnvolle Therapie dar.

Eltern sollten mit ihren jugendlichen Kindern über die Wasserpfeife offen sprechen. Dabei sollte mit Argumenten die angebliche Ungefährlichkeit in Frage gestellt werden.

 

Was geht rum? 25. Oktober 2014

In dieser Woche ist nichts neues zu vermelden. Die leichten Infekte der Atemwege (siehe nebenstehendes Bild) stehen weiterhin im Vordergrund. Daneben gibt es aber einige Kinder mit Mittelohrentzündungen und – ganz selten – Lungenentzündungen.

Die Krätze (Skabies) hat sich etwas weiter ausgebreitet. Das ist allerdings verständlich, denn es dauert einige Zeit, bis die Hautveränderungen mit Juckreiz durchkommen.

Weiterhin beobachten wir keine Kinderkrankheiten.

Wie Sie wissen, empfehlen wir im Monat November die Grippeimpfung. Viele haben sich bereits bei uns angemeldet. Sollten Sie Interesse haben, geben Sie uns Bescheid und wir reservieren einen Impfstoff für Sie.

 

Maßnahmen zur Allergievorbeugung: neue Leitlinien (2)

Neben der Ernährung (siehe letzter Beitrag zum Thema “Maßnahmen bei Allergievorbeugung”) gibt es viele weitere Faktoren, die das Allergierisiko bei Kindern erhöhen. Sie bieten die Möglichkeit vorbeugend Einfluß auf weniger Allergien beim Kind zu nehmen.

Kaiserschnitt

Es gibt Hinweise darauf, dass der Kaiserschnitt (Sectio) zu einem höheren Risiko für das neugeborene Kind führen. Dies sollte berücksichtigt werden, sofern kein medizinischer Grund für einen Kaiserschnitt vorliegt.

Haustiere

Für Personen ohne erhöhtes Allergierisiko gibt es keinen Grund, die Haustierhaltung einzuschränken. Bei Risikokindern gilt: Familien mit erhöhtem Allergierisiko sollten keine Katze anschaffen; ein Hund hingegen stellt kein erhöhtes Risiko dar.

Tabakrauch

Aktive und passive Belastung mit Tabakrauch stellt einen klaren Risikofaktor für die Entwicklung von Allergien dar und sollten vermieden werden.

Impfungen

Es gibt keine Belege, dass durch Impfungen das Allergierisiko gesteigert wird. Alle Kinder sollten gemäß des STIKO-Empfehlungen geimpft werden

 

Maßnahmen zur Allergievorbeugung: neue Leitlinien (1)

Die richtige Ernährung des Säuglings ist ein Dauerthema in der Kinderheilkunde. Während Mediziner noch vor 30 Jahren glaubten, man müsse nur ein Nahrungsmittel “weglassen” um eine Allergie zu vermeiden, hat sich dies grundlegend geändert. Es gilt dem Körper die Chance zum Aufbau einer Toleranz zu geben – das ist die beste Vorsorge vor Allergien. Was sich zunächst so einfach anhört kann im Einzelfall schwierig sein, weil erst die Summe verschiedener Faktoren das Risiko ausmachen. Und wie das mal so ist: ein hohes Risiko bedeutet nicht, dass das Problem auch wirklich eintritt. Und ein geringes Risiko ist kein sicherer Schutz.

Die Empfehlungen sind in der “S3-Leitlinie Allergieprävention” zusammengefasst und unter Federführung von Torsten Schäfer im AllergoJournal erschienen (Ausgabe 6, Oktober 2014)

Was ist heute gesichert?

1. Kinder sollen wenn möglich 4 Monate voll gestillt werden.

2. Danach soll die Beikost eingeführt werden. “Eine Verzögerung der Beikosteinführung soll aus Gründen der Allergieprävention nicht erfolgen”.

3. Bei Allergierisikokindern soll wenn nicht oder nicht ausreichend gestillt wird eine hydrolysierte Säuglingsnahrung angewendet werden. Die aktuelle Datenlage stützt diese Empfehlung für die ersten 4 Lebensmonate.

Was geht rum? 18. Oktober 2014

Die Zahl der Infektionen ist immer noch auf einem recht niedrigen Stand. Weiterhin treten Atemwegsinfekte von Nase und Rachen (Rhinopharyngitis) vorwiegend auf, zuletzt jedoch teilweise mit Fieber. Daneben konnten wir in der letzten Woche vermehrt Mittelohrentzündungen feststellen.

Seit einigen Wochen gibt es auch vereinzelt Erkrankungen an Krätze (Skabies). Die Häufigkeit hat in dieser Woche spürbar zugenommen. Die Krätze wird durch sog. Krätzmilben ausgelöst, die bei engem körperlichen Kontakt von Betroffenen weitergegeben werden. Diese graben sich in die Haut ein und führen zu einer Art allergischer Reaktion (siehe nebenstehendes Bild). Für die Erkrankten besteht meist sehr starker Juckreiz. Die Diagnose ist im Anfang manchmal nicht einfach zu stellen. Im Zweifelsfall bitte in der Praxis untersuchen lassen. Die Erkrankung ist gut behandelbar und betrifft häufig mehrere Personen in einem Haushalt.

Kinder schützen – Schadstoffe meiden (2)

Unter dem Titel “Kinder schützen – Schadstoffe meiden” hat die Organisation Women in Europe for a Common Future interessante Hinweise gegeben, die einfach umzusetzen sind und Kinder vor Umweltgefahren schützen.

Tipps zum Thema Spielzeug

1. Weniger ist mehr! Kaufen Sie weniger Spielzeug, dafür mehr Qualität

2. Kaufen Sie kein Spielzeug, das chemisch oder parfümiert riecht oder sich unangenehm anfühlt.

3. Packen Sie neues Spielzeug aus und lassen Sie es im Freien ausdünsten

4. Achtung: Die CE-Kennzeichnung richtet sich an die Behörden. Sie ist lediglich eine verpflichtende “Selbsterklärung des Herstellers”, dass er die Bestimmungen der EU einhält. Für Eltern ist dieses Zeichen wertlos. Achten Sie statt dessen auf unabhängige Zeichen wie z.B. das GS-Zeichen. Diese unabhängigen Stellen prüfen die Spielwaren und überwachen auch deren Produktion.

5. Sehr empfehlenswert ist das Label “spielgut”; ein unabhängiger Verein zeichnet schadstofffreies, wert- und sinnvolles Spielzeug aus.

Grippeimpfung: Es ist wieder soweit

Alle Jahre wieder kommt die Grippesaison. Das hierfür verantwortliche Influenzavirus wandert um die Erde und kommt in aller Regel in den Monaten Dezember bis März in Mitteleuropa vorbei. Auf dieser Wanderung verändert sich das Virus, weswegen auch der Impfschutz in jedem Jahr etwas abgewandelt wird.

In diesem Jahr setzte die Grippesaison in Australien sehr früh ein. Sie ist gerade (15.10.2014) in Australien im Gange und hat nach heutigen Informationen 62.406 Patienten erfasst (amtlich registrierte Fälle). Das sind doppelt so viele Erkrankungen wie noch vor einem Jahr und vornehmlich solche durch das “Schweinegrippevirus” (H1N1). Welche Bedeutung dies für uns hat, darüber kann nur spekuliert werden.

Wir empfehlen eine Grippeimpfung für fast alle Kinder (älter als 1 Jahr) und Eltern. Der November ist ein idealer Impfzeitpunkt. Wenn Sie Interesse haben, sagen sie uns Bescheid und wir werden einen Impfstoff für Sie reservieren.

Kinder schützen – Schadstoffe meiden (1)

Unter dem Titel “Kinder schützen – Schadstoffe meiden” hat die Organisation Women in Europe for a Common Future interessante Hinweise gegeben, die einfach umzusetzen sind und Kinder vor Umweltgefahren schützen.

Allgemeine Tipps

1. Mit regelmässigem Lüften der Wohnung kann mehr als die Hälfte aller Schadstoffe aus den Innenräumen verbannt werden.

2. Kaufen mit allen Sinnen: Dinge, die sich unangenehm anfühlen oder riechen oder nach künstlichen Duftstoffen duften, sollten nicht gekauft werden.

3. Die App “giftfrei einkaufen” hilft beim Einkauf schadstofffreier Produkte

4. Bei Wickelauflagen aus Kunststoff unbedingt eine ohne Bisphenol A (BPA), Weichmacher oder PVC-Anteil kaufen – zur Sicherheit immer eine Handtuch unterlegen.

5. Kleidung vor dem ersten Anziehen mindestens einmal waschen

Was geht rum? 11. Oktober 2014

Trotz des schönes Wetters hat die Häufigkeit an Infektionen in der letzten Woche spürbar zugenommen. Die allermeisten Infekte waren jedoch Racheninfektionen ohne weitere Komplikationen.

Kinder und Jugendliche mit Asthma bekamen wieder vermehrt Beschwerden. Grund genug zu überprüfen, ob zuhause Notfallmedikamente wie Salbutamol vorhanden sind.

Gleiches gilt für Krupphusten. Betroffene Kinder hatten wieder vermehrt Beschwerden; aber auch hier waren sie in aller regel eher schwach. Notfallmedikamente überprüfen!

Kinderkrankheiten traten keine auf.