Archiv für den Monat: Dezember 2014

Elektrische Zahnbürsten für Kinder

Im letzten Heft der Stiftung WARENTEST (1/2015) findet sich eine Beurteilung von elektrischen Kinderzahnbürsten. Die besten Ergebnisse sollen hier kurz beschrieben werden.

BRAUN Oral-B Kid’s Power Toothbrush Mickey Mouse: ab dem Alter von 3 Jahren, Note 2.1, Preis 33,50€

BRAUN Oral-B Stages Power Zahnbürste (nicht: Batterie-Zahnbürste): ab dem Alter von 5 Jahren, Note 2.1, Preis 22,50€

BEURER Janosch Kinder Schallzahnbürste (nicht: Bürstenkopf 4-7 Jahre): ab dem Alter von 7 Jahren, Note 2.1, Preis 40,00€

PHILIPS Sonicare for Kids (Achtung: nur Putzmodus für ältere Kinder): ab dem Schulalter, Note 2.2, Preis 47,00€

Zurecht weist auch WARENTEST nochmal darauf hin, dass Eltern immer nachputzen müssen “bis die Kleinen flüssig Schreibschrift schreiben können”. Dann sind die feinmotorischen Fähigkeiten zum Zähneputzen vorhanden. Damit auch die regelmässige Anwendung gesichert ist, sollten Eltern jedoch weiterhin ein Auge auf die Zahnpflege haben.

Wie immer können Sie sich bei Interesse das Testheft ab Ende Januar für einige Tage nach Absprache mit unseren Mitarbeiterinnen ausleihen.

 

 

 

 

Was geht rum? 27. Dezember 2014

Wir sind mitten in einer Infektwelle. Ganz im Vordergrund stehen Atemwegsinfekte. Unter diesen nehmen langsam die “einfachen” Infekte des Rachens zu, während die heftigen Infekte der letzten Wochen, die auch die Luftröhre betrafen und mit quälendem Husten verbunden waren (Laryngotracheitis), nur noch selten neu auftreten. Neu sind vermehrte Lungenentzündungen (Bronchopneumonie): hierbei geht im Rahmen einer Bronchitis die Entzündung langsam ins Lungengewebe über. Schwere Verläufe, die einen stationäre Einweisung erforderlich gemacht hätten, haben wir nicht gesehen.

Wiederum zwei Erkrankungen mit Windpocken in Pfullendorf.

Die Infektwelle im Moment ist keine Grippewelle. Die Influenza ist noch nicht angekommen. Meist trifft sie in Mitteleuropa in den Monaten Januar bis März ein. Wer sich also noch durch eine Impfung schützen mag hat noch eine Chance.

Frohe Weihnacht

Dr. Niethammer, das gesamte Team und ich wünschen Ihren Kindern und Ihnen ein frohes Weihnachtsfest. Wir hoffen, dass sie das Fest mit Ihrer Familie in Ruhe und Gesundheit verbringen können.

Unser Praxis bleibt während der Feiertage geschlossen (außer im Notdienst am 2. Weihnachtsfeiertag). An den Werktagen sind wir ab dem 22. Dezember 2014 bis zum 02. Januar 2015 mit halber Besetzung für Sie da. Ab dem 05. Januar 2015 arbeiten wir wieder regulär.

Ganz herzlichen Dank möchten wir allen Familien sagen, die uns so liebe und persönliche Grüße zum Weihnachtsfest übermittelt haben. Das hat uns sehr gefreut.

Zöliakie – frühe Glutengabe schützt nicht

Im Umgang mit der Nahrungsmittelallergie hat sich in den letzten 20 Jahren viel getan. Früher war man der Meinung man müsse Kinder von gefährlichen Allergenen wie der Erdnuss möglichst lange schützen. Die Empfehlungen waren in der 1980ger Jahren so, dass man Kindern oft erst ab dem 13. Lebensjahr den Genuss von Erdnüssen zugestand. Das hat sich deutlich gewandelt. Heute werden auch problematischere Allergene früher zugeführt. Damit solle eine Toleranz aufgebaut werden. Und der Effekt ist frappant: Die schweren Nahrungsmittelallergien treten heute – obwohl Allergien häufiger als damals sind – seltener auf.

Die Zöliakie ist eine chronisch entzündliche Darmerkrankung, bei der immunologisch-allergische Mechanismen eine bedeutsame Rolle spielen. Da liegt es nahe, auch hier den auslösenden Nahrungsbestandteil Gluten früher in die Säuglingsernährung einzuführen. Das wurde durch die Forschergruppe um die holländische Forscherin Sabine Vriezinga gemacht. Die Ergebnisse wurden gerade im New England Journal of Medicin, einer der besten Journale auf dem Gebiet der Medizin, veröffentlicht: mit negativem Ergebnis.

Die frühe Gabe von Gluten hatte keinen messbaren Effekt. Weder positiv noch negativ. Eine weitere Studie um Linonetti belegte, dass auch die späte Gabe von Gluten nicht günstig ist.

Fazit

Es konnte belegt werden, dass weder eine frühe noch eine späte Gabe von Gluten in der Säuglingsnahrung einen Effekt auf die Verhinderung der Zöliakie hat. Auch Stillen (egal ob voll oder nur teilweise) ist ohne günstigen Effekt.

Was geht rum? 20. Dezember 2014

Die Infekte der letzten Woche haben sich in dieser Woche fortgesetzt. Ganz im  Vordergrund stand eine Entzündung von Kehlkopf und Luftröhre (Laryngotracheitis) mit quälendem, zunächst trockenem Husten, oft von eher leichtem Fieber begleitet. Daneben viele Erkrankungen an Mittelohrentzündung sowie vereinzelt harmlose Racheninfekte. So hat also nicht nur Zahl sondern auch die Schwere der Infektionen in den kommenden zwei Wochen massiv zugenommen.

In den letzten Tagen kamen vereinzelte Erkrankungen mit Bindehautentzündung hinzu.

Kinderkrankheiten waren nicht zu beobachten.

Vorsicht vor Verbrennungen: Backherde und Kachelöfen sind eine große Gefährdung besonders für Kleinkinder. Sollte es dennoch zu einer Verbrennung kommen: Betroffene Haut 10 min kühlen, danach Arzt aufsuchen – keine  ”Wundsalbe”.

Ärztliches Attest für Schüleraustausch USA

Der Schüleraustausch mit fernen Ländern wird immer populärer. Ganz im Vordergrund stehen Studienaufenthalte in den USA. Doch bis zur Einreise ins das Land der Träume steht vor vielen Schülern und Familien erstmal ein Papierberg zum abarbeiten.

Das Ärztliche Zeugnis ist ein wichtiges Formular, das eingereicht werden muss. Darin werden inzwischen immer mehr Informationen abgefragt: Vorerkrankungen, alle Impfungen (mit Datum), ggf. Nachimpfungen (z.B. Hepatitis A), Daten der Sehschärfe, aber auch Informationen zu Blutgruppe und Testungen auf Tuberkuloseerkrankungen.

Durch diese Fragen ist der Antrag zum einen komplizieter geworden. Zum anderen entstehen Kosten z.B. für die Blutgruppenbestimmung mit Rhesusfaktor, so dass der Antrag – falls er komplett abgearbeitet werden muss – mittlerweile Kosten von über 100€ auslösen kann.

Falls Sie einen solchen Antrag vorgelegt bekommen nehmen Sie bitte zunächst Kontakt mit den Austauschorganisationen auf. Dort möge man Sie beraten, welche Untersuchungen zwingend sind und welche nicht. Danach setzen Sie sich bitte mit uns in Verbindung, damit wir mit Ihnen die erforderlichen Impfungen, Untersuchungen und die allfälligen Kosten klären können.

Skifahren: Macht ein Helm Sinn?

Die Skisaison hat begonnen. Da stellt sich auch die Frage nach der Sicherheit auf der Piste. Wir wissen, dass ein Fahrradhelm im Straßenverkehr vor Hirnverletzungen schützt. Aber schützt er auch vor Verletzungen beim Skifahren?

In einer Studie aus Norwegen ist der Forscher Sulheim dieser Frage nachgegangen. Er verglich wie viele der Ski- und Snowboardfahrer, die Schädelhirntraumen erlitten hatten, Helme trugen und verglich die Daten mit denen, die unverletzt blieben. Dabei zeigte sich, dass durch das Tragen des Skihelms das Risiko eines schweren Schädel-Hirn-Traumas um 60% verringert ist gegenüber denen, die keinen Helm tragen.

Es ist also sinnvoll beim Ski- und Snowboardfahren einen Helm zu tragen. Alle schweren Hirnverletzungen können jedoch dadurch nicht vermieden werden.

Was geht rum? 13. Dezember 2014

Die erste Infektwelle dieses Winters hat uns erreicht. Seit dieser Woche hat die Zahl der Erkrankungen der Atemwege deutlich zugelegt. Ganz im Vordergrund steht eine Infektion des Rachens und der Luftröhre (Laryngotracheitis), die während der ersten Tage mit einem quälenden Husten besonders nachts verbunden ist.

Andere Kinder – hier vornehmlich im Kindergarten- und frühen Schulalter – erkranken an Bronchopneumonie (“leichte Lungenentzündung”), die auf Medikamente gut anspricht.

Kinderkrankheiten? Eine einzige Erkrankung an Scharlach.

Wiederum traten in 2 Familien Fälle von Krätze (Skabies) auf.

Hand, Heart & Head

Wie lernen wir – und wie nicht? Dieser Frage widmete sich Jan-Marino Ramirez in einer Veröffentlichung vor kurzem. Er beleuchtete den Spracherwerb von Säuglingen. Es zeigte sich, dass die Unterscheidung von Vokalen amerikanischen bzw. deutschen Kindern bereits mit 6-8 Monaten gut gelingt, während japanische Kinder sich hierbei schwerer tun.

Besonders rasche Erfolge im Lernen einer zweiten Sprache zeigten sich in einer Untersuchung, in der amerikanische Kinder von einer chinesischen Pflegemutter betreut wurden. Sie konnten bereits mit 10-12 Monaten die chinesischen Begriffe  so gut unterscheiden wie die chinesische Kinder.

Ganz anders der Effekt von Fernsehen: Kinder, die von einer Person Lerninhalte im persönlichen Kontakt präsentiert bekommen machen schnelle Fortschritte. Sitzen die gleichen Kinder vor einem Bildschirm, auf dem die gleiche Person die gleichen Lerninhalte über den Bildschirm” vorträgt, lernen so gut wie nichts. “Wenn Kinder vor einem Bildschirm lernen, erzielen sie keine Lernfortschritte”. Ähnliches fand D. Christiakis heraus: Pro Stunde, die ein Baby DVD sieht, spricht es 6 – 7 Worte weniger!

Fazit:

Lernen findet immer in direkter menschlicher Kommunikation statt: “Hands, Heart and Head” (Hände, Herz und Kopf). Daneben ist auch eine erlebnisreiche Umwelt wichtig. Nur Kinder, die in einer abwechslungsreichen Umgebung aufwachsen, in der sie neben guter Ernährung auch viel Spaß an Bewegung erleben können, lernen in enger menschlicher Interaktion mit einer geliebten Person gut. Erst wenn alle diese Faktoren zusammen kommen, gedeiht die intellektuelle Entwicklung.

Besuch aus Madagaskar: Felana erlernt Lungenfunktion

Lange zwei Wochen mussten intensive Gespräche mit den Botschaften der Bundesrepublik Deutschland und Frankreichs erfolgen. Endlich konnte Felana Andry Harisoamanana am letzten Freitag glücklich in Stuttgart landen, wenngleich ohne ihr Gepäck.

Schon am gleichen Tag fand die erste Einführung in die Technik der Lungenfunktion in unserer Praxis am Stadtsee zusammen mit unserer Mitarbeiterin Sandra Höre statt (siehe nebenstehendes Bild).

Seit einigen Monaten steht der erste Bodyplethysmograph – ein gleichartiges Lungenfunktionsgerät wie auf dem Bild – in der Kinderklinik Tsaralalana im Zentrum von Antananarivo, Madagaskars Hauptstadt. Es ist das erste Gerät seiner Art im ganzen Land, in dem 21 Millionen Menschen leben. Wenn “der Body” am Netz ist wird Felana ab Februar 2015 dort täglich Lungenfunktionen durchführen, um den Kindern und Jugendlichen aus dem Armenviertel der Stadt bei Lungenerkrankungen zu helfen. Geleitet wird das Projekt vor Ort von der couragierten Kinderärztin Prof. Dr. Annick Robinson, der Leiterin der Klinik.

Möglich gemacht hat dieses Projekt der Pfullendorfer Verein credimus e.V.. Wie schon in der Vergangenheit, so steht auch diesmal die Nachhaltigkeit im Zentrum: Das Gerät hilft einerseits den lungenkranken Kindern im extrem armen Viertel Tsaralalana, steht aber gegen entsprechendes Honorar auch wohlhabenderen Menschen zur Verfügung. Mit diesen Einnahmen kann die Kinderklinik sich wiederum selbst finanzieren an Stellen, wo keine Spenden oder andere finanziellen Hilfen bestehen.

Wer das Projekt unterstützen mag kann durch eine Spende gerne helfen: credimus e.V., Sparkasse Pfullendorf-Meßkirch, IBAN  DE49 6905 1620 0000 5736 00     BIC  SOLADES1PFD. Spendenbescheinigungen werden selbstverständlich ausgestellt (erst ab einem Betrag von 100€ steuerlich erforderlich)