Archiv für den Monat: Januar 2015

Was geht rum? 31. Januar 2015

Diese Woche gibt es ausnahmsweise keinen aktuellen Beitrag. Wie Sie wissen bin ich gerade in Madagaskar mit der Einrichtung eines Lungenfunktionsgerätes beschäftigt. Internet ist wegen Stromausfällen und anderer Widrigkeiten nicht leicht zu bekommen (auf dem Bild nebenan sehen Sie Reisfelder am Rande der Hauptstadt Antananarivo)

In der vergangenen Woche hat mich weiterhin Frau Dr. Wagner in der Praxis vertreten. In der kommenden Woche wird mich Dr. Niethammer vertreten bis zu meinem Arbeitsbeginn am Donnerstag dem 5. Februar 2015.

Das tägliche Frühstück beim Kind: günstig für ein gesundes Herz

Die Bedeutung des Frühstücks wird immer wieder untersucht. Und die Ergebnisse gehen alle in die gleiche Richtung: das Frühstück ist günstig für die Gesundheit.

Das belegen auch die Daten einer großen europäischen Studie, die gerade erschienen ist. In diesem EU-Projekt IDEFICS waren über 8500 Kinder von zwei bis neun Jahren eingebunden. Es stellte sich heraus, dass etwa 80% der älteren Kinder zuhause frühstückten, während es bei den jüngeren nur 70% waren. Dabei war auffällig, dass  Jungen, die nicht zuhause ihre Morgenmahlzeit einnahmen ein höheres Risiko für hohe Blutfettwerte und einen niedrigen Spiegel an schützendem Cholesterin (HDL) hatten. Daneben bewegten sich diese Kinder auch deutlich weniger.

Die Studienautorin Dr. Stalo Papoutsou vom “Research and Education Institute of Child Health” in Zypern erläutert die Daten: “Unsere Ergebnisse zeigen: Tägliches Frühstücken hilft den Kindern, das Gewicht im Rahmen zu halten und körperlich aktiv zu sein. Auch die Blutfette, die ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen anzeigen, werden durch das tägliche Frühstück reguliert.”

Was geht rum? 24. Januar 2015

In dieser Woche sind wiederum Infekte der Atemwege führend.

Daneben traten wieder vermehrt Infektionen des Magen-Darm-Traktes in des Vordergrund: mehrfaches Erbrechen, eher leichter Durchfall, kaum Fieber. Betroffen waren besonders jüngere Schulkinder.

Seit Mitte der Woche vertritt mich Frau Dr. Helga Wagner in der Praxis. Damit weiß ich alle Kinder und Jugendliche in guten Händen während ich in Madagaskar bin.

Lungenfunktionsgerät nach Madagaskar

Viele von Ihnen wissen bereits, dass ich im Auftrag des Pfullendorfer Vereins credimus e.V. mithelfe, eine Abteilung für Kinderpneumologie an der Universitätskinderklinik in Antananarivo / Madagaskar aufzubauen.

Ziel des Projektes ist es einerseits eine bessere und gezieltere Diagnostik auch für Kinder und Jugendliche aus den ärmsten Verhältnissen zu ermöglichen. Für diese – so ist unsere Idee und Hoffnung – sollte die Lungenfunktionsdiagnostik kostenlos sein.

Zum anderen kann nach unserer Auffassung bei vermögenden Menschen die Durchführung von Lungenfunktionen Geld generieren, das wiederum der ohnehin armen Klinik bzw. deren armen Patienten zur Verfügung steht. Oft ist es so, dass Kinder keine antibiotische Behandlung bei schweren Lungenentzündungen erhalten und deswegen sterben, weil die Kosten für die Medikamente eine Aufgabe der Familie ist. Hier kann ein Fonds einspringen und helfen.

Mit der Einrichtung des Bodyplethysmographen wollen wir gleichermaßen Strukturen schaffen, die den Umgang mit den Einnahmen der Untersuchung für alle transparent machen. Die Chancen dass dies gelingt sind gut..

Für weitere Details und fortlaufende Informationen in den nächsten Monaten können Sie sich gerne auf www.credimus.net informieren. Diese Homepage wurde gerade neu überarbeitet und wird nunmehr regelmässig aktualisiert. Wenn Sie möchten, finden Sie dort auch die Kontaktdaten, um unserem Verein eine Spende zukommen zu lassen.

Dr. Wolff in Madagaskar

Von Mittwoch dem 21. Januar 2015 an werde ich in Antananarivo (Madagaskar) sein, um dort ein Lungenfunktionsgerät (ZAN500 – siehe nebenstehendes Foto) an der Universitätskinderklinik zu installieren.

Im Januar vertritt mich Frau Dr. Helga Wagner, die viele von Ihnen bereits kennen und schätzen. Zu Beginn der ersten Februarwoche vertritt mich Dr. Jörg Niethammer bis zu meinem Eintreffen am Donnerstag 05. Februar 2015.

Was geht rum? 17. Januar 2015

Art und Zahl der Infekte waren in der vergangenen Woche auf dem gleichem Niveau wie zuvor. Saisonbedingt stehen weiter die Atemwegsinfekte im Vordergrund.

Mitte der Woche sahen wir den ersten Patienten mit einer Influenza. Ob er den Anfang einer Grippewelle darstellt wird sich zeigen.

Kinderkrankheiten traten nicht auf.

Vielfalt der Kulturen

Meine Mutter war eine gute Köchin. Nur zwei Dinge hat sie nie umgesetzt: sie verwendete keine Gewürze außer Dill und Petersilie – das war damals das maximale Gewürz im Essen. Und Spaghetti – als sie sie endlich zuließ – wurden weichgekocht bis sie sich fast auflösten.

Auch wenn manche Bewegungen uns anderes vormachen wollen: Deutschland ist ein Einwanderungsland. Und die allermeisten Deutschen sind glücklich damit. Wir sind Weltmeister bei Fernreisen und haben gelernt, wie freundlich uns Menschen in Italien, Spanien und der Türkei aufnehmen. Und wir haben ihre Kochkünste kennengelernt und mitgebracht.

Ob Christ oder Muslim, wir sind Menschen. Mit allen Fertigkeiten und auch Fehlern. Für alle die auf diesem Planeten leben ist es wichtig, dass wir vor dem jeweils anderen Respekt haben. Dass wir mit Neugier beobachten wie der Nachbar lebt, wie er die Welt erlebt. Dass wir daran arbeiten und glauben, dass nur der gegenseitige Respekt auch unsere eigenes Glück ermöglicht. Im Glauben unterscheiden wir uns teilweise. Aber fast alle Menschen glauben an eine höherer Kraft. Darin sind wir uns einig. Es besteht kein Grund Böses zu unterstellen.

Gewalt gab es immer auf der Erde. leisten wir unseren kleinen Beitrag im Alltag im Oberen Linzgau, zum gemeinsamen Glück beizutragen. Mit Respekt auch vor anderen Religionen und Vorstellungen. Man wird uns auch mit Respekt behandeln.

Und ja: freuen wir uns weiter, dass wir das Olivenöl auch Griechenland genießen, den Curry aus Indien, Quinoa aus Peru und Pfeffer aus Madagaskar. Das Essen schmeckt so noch viel besser. Und der Geschmack all dieser Gewürze zeigt uns, wie nahe wir den Menschen auf dem Globus eigentlich sind.

Kinderpsychotherapeutin in unserer Praxis

Ab sofort arbeitet Frau Nicole Link an zwei Tagen in der Woche in unseren Räumen am Stadtweiher in Pfullendorf.

Frau Link ist Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin mit einer Ausbildung am C.G. Jung Institut in München.

Wir freuen uns, dass sie damit den großen Bedarf an Psychotherapie von Kindern und Jugendlichen in unserer Region zumindest teilweise abdecken wird und freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit.

Kontaktdaten können Sie bei an unserer Rezeption erfragen.

 

Was geht rum? 10. Januar 2015

In der ersten Woche des Jahres ging die Anzahl der Infekte wieder spürbar zurück. Weiterhin stehen Infekte der Atemwege im Vordergrund. Die Zahl der schweren Bronchitiden mit Beteiligung der Lunge (“Bronchopneumonie”) ist weiterhin recht hoch. Es besteht oft Inhalationsbedarf.

Kinderkrankheiten: sehr vereinzelt tritt Scharlach auf. Windpocken waren in der letzten Woche nicht zu beobachten.

Pollenallergien? Bald sind sie wieder möglich. Im Breisgau ist dies bereits heute denkbar, wenn die Temperaturen 18 Grad erreichen sollen. Dann könnten wieder Haselpollen (siehe nebenstehendes Bild) fliegen. Für den Oberen Linzgau besteht das Risiko zunächst nicht. Allergiker, die eine Immuntherapie mit einem sog. präsaisonalen Präparat (z.B. Pollinex©) machen wollen, sollten damit jetzt starten.

Impfung gegen Keuchhusten

Täglich diskutieren wir mit Eltern bei der Vorsorgeuntersuchung U3 den Stellenwert von Impfungen. Dabei zeigt sich, dass kaum ein junger Erwachsener die Krankheiten erlebt hat, gegen die Impfungen möglich sind. Deswegen taucht natürlich die Frage auf, ob Impfungen für das eigene Kind überhaupt nötig sind.

Am Beispiel Keuchhusten lässt sich das gut zeigen. Keuchhusten (im Bild rechts: Keuchhustenerreger unter dem Mikroskop) tritt heute weltweit mit 20 bis 40 Millionen Erkrankungen auf, wobei daran pro Jahr etwa 300.000 – 500.000 Menschen – meist Säuglinge – sterben.

Im Jahre 1940 erkrankten pro Jahr 185 von 100.000 Menschen an Keuchhusten. Daran änderte sich bis 1990 fast nichts: 160 Keuchhustenerkrankungen auf 100.000 Menschen. Zur gleichen Zeit bestand in der damaligen DDR eine Impfpflicht. Die Erkrankungshäufigkeit lag unter diesen Bedingungen bei 0,4/100.000 – also massiv niedriger. Heute liegt sie für Gesamtdeutschland bei 40/100.000 angelangt. Und ist Keuchhusten die weiterhin häufigste Todesursache bei Säuglingen in Deutschland.

Was können wir daraus lernen?

1. Die Impfung gegen Keuchhusten ist wirksam: 160 (BRD) gegen 0,4 Fälle (ehemalige DDR) auf 100.000 Personen sind ein klares Argument

2. Die Impfung ist besonders wichtig für Säuglinge; Keuchhusten ist für sie gelegentlich tödlich.

Eltern entscheiden für ihre Kinder. Wir als Ärzte sind Ratgeber. Aber es gibt noch viele weitere Ratgeber, die nicht begründen können, warum sie welchen Rat geben.

Ein Piks tut weh. Aber wenn er einige Todesfälle vermeiden hilft, so macht dieser Eingriff Sinn.