Archiv für den Monat: November 2015

Schlaganfallrisiko beginnt bereits im Kindesalter

Eigentlich ist es eine Binsenweisheit: Schon in der Kindheit werden die Voraussetzungen geschaffen, die sich im späteren Leben auswirken. Das betrifft nicht nur die Bildung, sondern auch unsere Volkskrankheit Nr. 1: Herz-Kreislauferkrankungen. Also ganz besonders Herzinfarkt und Schlaganfall.

In den letzten Tagen wurden die Ergebnisse der PANIC-Studie (The Physical Activity and Nutrition in Children Study) aus Finnland vorgestellt. Darin zeigt sich, dass im Kindesalter der Grundstein für Herz-Kreislauf-Erkrankungen gelegt wird. Geringe körperlicher Anstrengung und Neigung zu Adipositas wirken sich aus. Die Steifigkeit der Schlagadern (Arterien) nimmt zu: „Steife Arterien können im Erwachsenenalter zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall führen“, sagt Professor Dr. med. Burkhard Weisser Vorstandsmitglied der DHL® und Direktor des Instituts für Sportwissenschaft an der Universität Kiel. Je aktiver ein Kind, umso mehr Elastizität haben die Arterien:„Die Flexibilität der Arterien lässt sich in jedem Lebensalter durch Bewegung und gesunde Ernährung beeinflussen“, betont Professor Dr. med. Michael Böhm, Präsident des diesjährigen Kongresses der DHL®.

Sport macht also immer Sinn. In jedem Lebensalter. Vor allem weil er Spaß macht. Auch körperlich weniger begabten Kindern gefällt Bewegung, solange kein Leistungsdruck aufgebaut wird. Und Sport schützt vor Schlaganfall und Herzinfarkt. Wie auch die gute Zahnpflege, die nie vergessen werden sollte.

Was geht rum? 28. November 2015

Die Infektzeit ist nun vollends da: Husten, Fieber, Mittelohr- und Lungenentzündung sind die Hauptsymptome, mit denen uns Kinder und Jugendliche vorgestellt werden. Das hört sich genauso an wie vor einer Woche.

Fast 100 Patienten haben sich bereits gegen Influenza impfen lassen. Nach eigenen Erfahrungen und den bisherigen Rückmeldungen wurde die Impfung gut vertragen.

In den letzten Tagen trat eine Erkrankung an Scharlach auf, andere Kinderkrankheiten haben wir nicht gesehen.

In der kommenden Woche wird Dr. Wolff einen Kongress besuchen. In der Zeit vom Dienstag 01. bis 07. Dezember vertreten ihn Frau Dr. Wagner und Dr. Niethammer.

Reisekrankheiten: Denguefieber

Das Denguefieber ist schon seit Jahrhunderten bekannt. Es wird durch die gleichnamigen Virus ausgelöst, die über Mücken (z.B . die Gelbfiebermücke) übertragen. Schwere Epidemien gab es bereits vor 90 Jahren in Griechenland. Nach einer Ausrottung breitete sich das Virus 
im 2. Weltkrieg wieder enorm in Asien aus und kehrte mit enormen Ausmaßen vor 30 Jahren
auf den amerikanischen Kontinent zurück. Dort erkrankten in einer Epidemie im Jahre 2002 über eine Million Menschen. 
Die Übertragung erfolgt durch den Stich tagaktiver Mücken. Nach einer Inkubation von 2 – bis 10 Tagen tritt ein Krankheitsbild auf das einer Grippe ähnlich ist: hohes Fieber, starke Kopf- und Gliederschmerzen und Druckschmerz hinter dem Auge. Vereinzelt kommt es auch zu Ausschlägen. Die Symptome halten oft eine Woche an und sind quälend. Nach Abklingen dieser Akutphase besteht bei vielen Menschen noch längere Zeit eine Abgeschlagenheit. Die erste Erkrankung ist oft unangenehm, aber nicht gefährlich. Bei einem erneuten Krankheitsschub kann es jedoch – besonders bei Kindern und Schwangeren – zu schweren Verläufen kommen, die Ärzte nicht vorhersehen können.  
Eine ursächliche Therapie gibt es nicht, bislang auch keine erfolgreiche Impfung. Schützen kann man sich nur mit entsprechender Kleidung und Insektenschutz (sog. Repellentien).
Der letzte Ausbruch betrifft auch Touristen aus Deutschland: Im Oktober 2015 wurden in Ägypten in einem Dorf im Distrikt Dayrout (Gouvernement Asyut) 253 Verdachtsfälle gemeldet. Der Verdacht wurde im Labor bei 28 Patienten bestätigt. 

 

 

Antiobiotikabverbrauch bei Kindern rückläufig

In dieser Woche wurden anlässlich des Europäischen Antibiotika-Tages wissenschaftliche Daten zum Antibiotikaverbrauch veröffentlicht. Wissenschaftler des sog. Versorgungsatlas zeigten in ihrer umfangreichen Analyse auf, dass der Verbrauch von Antibiotika bei Kindern in den Jahren 2008 bis 2014 spürbar zurückging. Heute würden nur noch 70% der Antibiotikamengen gegenüber 2008 eingesetzt.

Offensichtlich bestehen große Unterschiede zwischen den Regionen. Die östlichen Bundesländer – ganz besonders Brandenburg – setzen Antibiotika besonders sparsam ein. Im Westen ist unser Bundesland Baden-Württemberg bei der Verordnung am zurückhaltendsten. Der höchste Verbrauch bundesweit besteht im Saarland.

Auch bei alten Menschen über 70 Jahre geht der Verbrauch zurück, während jedoch die gesündeste Altersgruppe von 15 – 69 Jahre einen Anstieg beim Verbrauch von Antibiotika aufwies. 

Ein Wermutstropfen bleibt: der Einsatz von Reserve – Medikamenten ist im Zunehmen begriffen. Das bedeutet, dass die schweren Antibiotika, die wir für schwere Erkrankungen in der Hand haben, tendenziell zu großzügig eingesetzt werden. Das kann sich über die nächsten Jahre rächen, wenn die Resistenzen gegen Antibiotika wie bisher mehr werden.

 

Was geht rum? 21. November 2015

In dieser Wochen waren wie so oft zwei Krankheitsgruppen führend: die Atemwegsinfekte und die Magen-Darm-Grippe.

Die Magen-Darm-Grippe nahm kurz etwas zu und zum Ende wieder ab. Sie machte 1/3 der Erkrankungen aus. Konsequente Diät mit Zufuhr von Elektrolytlösungen in den ersten Stunden vermochten auch bei schwer betroffenen Kindern gut zu helfen.

Die Zahl der Luftwegsinfekte hingegen zeigte eine stetige Zunahme, sowohl in der Zahl (2/3 aller Infekte zuletzt) als auch in der Schwere. Viele Kinder mit Infektkrupp (teilweise mit Symptomen am Tag!), viele Neuerkrankungen mit Mittelohrentzündungen in allen Altersgruppen und einige Lungenentzündungen (eher leichte Formen).

Wir haben viele Grippeimpfungen durchgeführt, die – soweit bekannt – gut vertragen wurden. Auch der Kinderarzt war darunter und beklagte sich nicht :) .

Reisekrankheiten: Hepatitis A

Die Reiselust der Familien im Oberen Linzgau hat in den vergangenen Jahren spürbar zugenommen. Türkei, Ägypten und die Dominikanische Republik sind Ziele, die heute gerade in trüben Jahreszeiten gerne angesteuert werden.

Die Exotik dieser Länder umfasst neben Traumstränden, Sonne und Bazaren aber auch Krankheiten, die bei uns nicht oder nur selten vorkommen. Es ist wichtig, sich mit diesem Thema zu beschäftigen, damit die Reise auch zum Genuss wird und nicht – wie immer wieder mal erlebt – zur Irrfahrt zwischen Ärzten und Kliniken wird.

Hepatitis A

Eine wichtige Infektion, die nach dem zweiten Weltkrieg in Deutschland – bedingt durch Armut und schlechte Lebensverhältnisse noch “normal” war. Heute ist sie im Kindes- und Jugendalter selten und eine “Importkrankheit”: die meisten Menschen bringen die Erkrankung aus dem Ausland mit nach Deutschland. Kinder haben oft keine Zeichen einer Krankheit. Für Jugendliche sind die typischen Symptome wie Mattigkeit, Bauchschmerzen, Durchfall und zuletzt Gelbsucht unterschiedlich ausgeprägt.

Hepatitis A wird fäkal-oral übertragen, also durch verunreinigtes Wasser und Lebensmittel (besonders belastet: Muscheln). Erreger sind Viren, die nach einer langen Inkubationszeit von mindestens 2 Wochen zur Krankheit führen. Eine Therapie gibt es nicht, die Hepatitis A ist – außer für sehr alte Menschen und Schwangere – nicht bedrohlich. Nach einmaliger Erkrankung bleibt ein lebenslanger Schutz. Manche Menschen sind nach der Infektion für Monate abgeschlagen und wenig leistungsfähig.

Es gibt eine hervorragende Impfung, die sicher schützt. Nach 2-maliger Impfung im Abstand von 6 Monaten besteht je nach Impfstoff ein Schutz für 25 bis 30 Jahre. Die Impfung ist für die meisten Reisen außerhalb Europas zu empfehlen.

 

Autokindersitze – aktueller Test

Stiftung Warentest hat sich wieder einmal den neuen Modellen bei den Autokindersitzen gewidmet. Die Ergebnisse sind erfreulich. Im Folgenden finden Sie eine kleine Auswahl der untersuchten Sitze.

Von Geburt bis 13 kg Körpergewicht

  • Maxi-Cosi Pebble Plus: neu getestet, Note 1.6, Preis 260 €
  • Cybex Cloud (siehe Test 06/2015): Note 1.9, Preis 230 €
  • Graco SnugFix mit SnugFix Isifix-Basis: neu, Note 2.0, 320 €

Von 9 kg bis 18/36 kg Körpergewicht

  • Cybex Pallas M-fix: (siehe Test 06/2015), Note 2.1, Preis 280 €
  • Joie Trillo Shield: neu getestet, Note 2.1, Preis 120 €
  • Britax Römer King II LS: neu getestet, Note 2.3, Preis 199 €

Von 15 kg bis 36 kg Körpergewicht

  • Britax Römer Kidfix SL: neu getestet, Note 1.8, Preis 119 €
  • Britax Römer Kidfix SL Sict: neu gestestet, Note 1.8, Preis 149

i-Size bis 105 cm Körperlänge

  • Maxi-Cosi Pebble Plus mit Isofix-Basis 2wayfix: neu getestet, Note 1.6, Preis 470€
  • Concord Reverso: neu getestet, Note 1.7, Preis 380 €

Für alle, die die Ergebnisse genau studieren wollen: Das Heft liegt in der Praxis aus und kann in Absprache mit unseren Mitarbeiterinnen auch gerne für einige Tage leihweise nach Hause mitgegeben werden.

Quelle: Bild www.wozki-dzieciece.pl

Was geht rum? 14. November 2015

Der Herbst ist da. Und auch wieder Ihr Kinderarzt. Frau Dr. Wagner hatte in den letzten Wochen einiges zu tun.

Schuld sind die vielen Atemwegsinfekte, die bis Freitag vorherrschend waren: Fieber, Halsschmerzen, vereinzelt auch mit Mittelohrentzündung verbunden. Betroffen sind alle Altersgruppen.

Das sind die ersten Vorboten der Wintererkrankungen. Die schlimmeren stehen uns wohl noch bevor: die Influenza – Grippe. Jetzt wäre die Zeit zum impfen für alle, die dies wünschen. Dann ist der Impfschutz auch ausgebildet, wenn die Influenza ihr Unwesen treibt. Dies sind meist die Monate Januar, Februar oder März (2016).

Zunächst geniessen wir noch die ungewöhnliche Wärme und die wohligen Sonnenstrahlen.

OSKAR – Sorgentelefon für Familien mit sterbenskranken Kindern

Seit Juni 2015 gibt es in Deutschland das weltweit erste Sorgentelefon für Familien mit sterbenskranken Kindern: OSKAR. Der Bundesverband Kinderhospiz bietet damit betroffenen Familien qualifizierte Hilfe in dieser Extremsituation an. Die Nummer ist rund-um-die-Uhr erreichbar und kostenfrei.

0800   88 88 47 11                  www.oskar-sorgentelefon.de

Die telefonischen Berater können direkt Hilfe leisten und in schwierigen Fällen auf ein Netz von Fachleuten zurückgreifen.