Archiv für den Monat: Dezember 2015

Glückliches Neues Jahr

Ein sehr sonniges Jahr geht zu Ende. Hoffentlich war Ihnen und Ihrer Familie auch das Glück und die Gesundheit hold. Das zählt weit mehr als Sonnenstrahlen oder Wärmegrade.

Das neue Jahr wird Veränderungen mit sich bringen, die auch als Chance zu verstehen sind. Der Zustrom von einer Million Menschen nach Deutschland im letzten Jahr wird auch unsere Region nachhaltig beeinflussen. Flüchtlingskinder werden in Kindergärten und Schulen integriert werden. Sie bringen neue Erfahrungen und Geschichten mit, die für uns eine Erweiterung unseres Horizontes bedeuten können. Pfullendorf hat dies vor 20 Jahren gut bewältigt, als viele Menschen aus dem Osten kamen, die heute zu uns gehören. Das gleiche wird auch mit den Menschen gelingen, die aus dem Süden zu uns gekommen sind.

Manchmal träumen wir, dass alles so bleibt wie wir es in unserer Kindheit erlebt haben. Dabei vergessen wir häufig, dass dieser idelae Kindheitstraum vieles ausblendet und nur das Gute und Unverfälschte zurücklässt. Die Erde dreht sich und bringt immer wieder Neues. Oder wie Heraklit es in der Antike sagte: Panta rhei – alles fliesst. 

Unser gesamtes Praxisteam wünscht Ihnen einen guten Start in das Neue Jahr 2016! Seien wir auf das Neue gespannt, besonders auf die Kreativität und Lebensfreude unserer Kinder.

Vieles hängt zusammen: Adipositas der Mutter und Atemwege des Kindes

Vieles hängt zusammen, auch wenn es im ersten Moment erstaunt. Ein Beispiel ist sind Mundhygiene und Herz-Kreislauferkrankungen, was hier im praxisblättle mehrfach diskutiert wurde.

Nun noch dieses: Das Übergewicht der Mutter wirkt sich auf die Häufigkeit einer pfeifenden Atmung bei ihren Kindern aus. Dies konnte eine Forschergruppe aus den Niederlanden mit einer aufwendigen Studie belegen, bei der 2606 Kinder mit Lungenfunktion untersucht wurden. Laut den Autoren JB Eising, CSPM Uiterwaal und CK van der Ent (erschienen im ERJ, November 2015) lassen sich vermehrte Atemwegsinfekte bis zum 5. Lebensjahr nachweisen. Sie spekulieren, dass das Leptin hierfür verantwortlich ist, aber das ist noch nicht ganz klar.

Vererbung? Nein, das ist es nicht. Manches, was als Vererbung bezeichnet wurde hat mehr damit zu tun, dass der kindliche Organismus besonders mit den mütterlichen Risikofaktoren nun mal 9 Monate eng zusammen ist. Aber auch die Väter haben einen Einfluss (z. B. über das Rauchen).

Was geht rum? 26. Dezember 2015

In der Weihnachtswoche haben die Infekte nochmals angezogen. Dabei waren die inzwischen extrem häufigen Darmerkrankungen mit langanhaltendem Durchfall rückläufig und es kam nur noch zu vereinzelten Neuerkrankungen.

Andererseits nahmen die Atemwegsinfekte zu. Diese betrafen besonders Säuglinge und Kleinkinder mit eher produktivem Husten und auch Lungenentzündung (Bronchopneumonie).

Wir hoffen jedoch all, dass Sie eine frohe Weihnacht feiern können unter dem Christbaum. Und dabei Lieder singen, die an die Geburt in Bethlehem erinnern, wie sie von Nele im Bild rechts – “Maria und Josef mit Jesus-Kind” –  so wunderbar dargestellt wurde.

FRohe Weihnacht

Frohe Weihnacht!

Das Praxisteam der Pfullendorfer Kinder- und Jugendarztpraxis wünscht Ihnen frohe Weihnachtsfeiertage. Hoffentlich bleiben alle in den Familien gesund und können den wunderbaren Zauber der Weihnacht erleben.

Unsere Praxis ist für die anderen, die dieses Glück nicht haben an allen Werktagen geöffnet.

Plüschtiere – gefährlicher als gedacht

Das kommt dann doch überraschend. Stiftung Warentest (Heft 12/2015) legt uns kurz vor dem Weihnachtsfest Daten vor die zeigen, dass viele Plüschtiere gesundheitsschädlich sein können. Immerhin 22 Plüschtiere fallen beim Test durch, nur acht sind empfehlenswert.

Von den “nicht empfehlenswerten” haben fast alle Schadstoffe aufzuweisen, die der Gesundheit schaden; bei anderen reißen die Nähte, so dass die Füllstoffe frei werden. Dies betrifft Kuscheltiere so bekannter Marken wie Toys”R”Us, Sigikid und sogar Steiff.

Alle Eltern, die sich für das Ergebnis im Einzelnen interessieren können im Januar 2016 das Heft für einige Tage von uns ausleihen. Bis dahin liegt es im Wartezimmer aus und kann von jedermann/frau eingesehen werden.

 

Was geht rum? 19. Dez. 2015

Kurz vor dem hohen Feste werden noch schnell Breedle (für alle Nicht-Badener: Plätzchen) gebacken, um den Weihnachtsfreuden das Häubchen aufzusetzen.

Der Genuß wird sich für die meisten Familien jedoch in Grenzen halten. Denn diese Woche knüpfte an die vergangene an und brachte nochmals eine Steigerung bei den Erkrankungen an Magen-Darm-Grippe. Die Zahl der betroffenen Eltern ist deutlich höher als bei der vorangegangenen Erkrankungswelle. Bitte beachten Sie: Beim Erbrechen am besten in kleinen Mengen eine Elektrolytlösung zuführen (z.B. Oralpaedon© ) oder ein leicht gesüßtes Getränk (wie eine Apfelschorle im Mischverhältnis 1:3) mit Gabe von Salzigem (z.B. Suppe). Reines Wasser kann vom Körper kaum aufgenommen werden; Coca-Cola schmeckt vielleicht, ist aber viel zu süß – und so führen beide zu Durchfall, weil das angebotene Wasser so nicht aufgenommen werden kann.

Das gilt für Kinder und ihre Eltern gleichermaßen.

Nun kommen bald die Weihnachts- und Neujahrsfeiertage. Unsere Praxis ist an allen Werktagen der kommenden Wochen regulär geöffnet. Dabei arbeitet jeweils das halbe Team. Aus diesem Grunde werden nur Akuterkrankungen behandelt.

ITP: Blutungsneigung bei Kindern

Die Blutgerinnung beim Menschen beinhaltet viele Mechanismen, die ineinander greifen. Ein wesentlicher Teil dieses Systems sind die Blutplättchen (Thrombocyten). Diese können dadurch auffällig sein,dass schlicht zu wenige Plättchen im Blut zirkulieren (Thrombocytopenie). Oder sie fehlerhaft aufgebaut (Thrombocytopathie) und erfüllen ihre Funktion nicht vollständig.

Die häufigste Erkrankung mit Blutungsneigung bei Kindern ist die idiopathische Thrombocytopenie (ITP). Sie tritt vorwiegend im Vorschulalter auf ist in der Regel Folge einer oft banalen Viruserkrankung wie Schnupfen. Mit einer Häufigkeit von 3-5 Neuerkrankungen pro Jahr bei 100.000 Kindern, sehen wir dieses Krankheitsbild auch in der Praxis. Dabei bildet der Körper Antikörper gegen sein eigenes Gewebe (sog. Autoantikörper) aus, die sich auf die Thombocyten setzen. Diese werden dann vorzeitig abgebaut, so dass die Gesamtzahl der Plättchen auf unter 100.000/ ml sinkt. In den meisten Fällen gehen die Werte sogar auf unter 20.000 Plättchen/ ml, was zu kleinsten Einblutungen (sog. Petechien) führt und im Extremfall auch zu schweren lebensgefährlichen Blutungen führen kann.

In aller Regel bildet sich dieser fehlerhafte Immunmechanismus bald spontan zurück. Die ITP beendet sich meist nach einigen Wochen von alleine und die Gabe von Medikamenten ist selten erforderlich.

Es treten aber auch chronische Verläufe auf, die über Jahre andauern können. Hier kann mit Cortison meist geholfen werden, was zu vorübergehenden Besserungen, aber auch zu den bekannten Nebenerscheinungen einer Cortsionbehandlung  (Heißhunger, Gewichtsanstieg u.a.) führt. Inzwischen gibt es eine Therapie mit dem neuen Medikament Eltrombopag, die in 40% zu einer anhaltenden Besserung führt, jedoch auch mit Nebenwirkungen verbunden ist. Es wurde kürzlich auch für die Behandlung bei Kindern zugelassen und stellt eine Hoffnung für die chronisch Betroffenen dar.

Bildquelle: www.hemato-images.eu

Zahnpflege bei Kindern

Zahnpflege ist ein zentraler Baustein für den Erhalt gesunder Zähne. Kinder, die heute im Kindergarten sind, erreichen mit einer Wahrscheinlichkeit von über 50% den 100. Geburtstag. Ihre Zähne sollten bis dahin irgendwie durchhalten. Da ist es wichtiger denn je, die Zähne regelmässig und exakt zu putzen sowie den eigenen Zahnarzt zur Kontrolle zumindest jährlich aufzusuchen.

Warum der Aufwand? Es gibt viele Gründe:

  • Gesunde Zähne machen keine Schmerzen – keinen Stress. Man kann essen was man mag, kaltes Eis löst keine Schmerzen aus und beim Abbeißen eines Apfels muss man keine Blutspuren befürchten.
  • Gesunde Zähne wirken auf die Umgebung positiv. Schöne Zähne machen den betroffenen Menschen schöner. Und Schönheit trägt auch zum Erfolg bei. Alle Stars haben traumhafte Zähne. Und wenn nicht, hat man sie mit viel Geld schön getrimmt.
  • Gesunde Zähne verbessern die Gesundheit des ganzen Körpers. Karies ist mit erhöhtem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Autoimmunerkrankungen und Rheuma verbunden. Gesunde Zähne tragen ebenso wie ausgewogenes Essen oder Vermeidung von Übergewicht dazu bei, dass Menschen auch im Alter gesünder sind.

Es lohnt sich also Kinder zu überzeugen und einem “Ich will nicht” nicht einfach nachzugeben. Die Folgen sind enorm.

Zur Unterstützung der Pflege gibt es eine enorme Auswahlen an qualitativ guten Zahnpasta für Kinder, wie das neueste Heft der Stiftung Warentest belegt: Von den 17 Cremes sind 12 mit “sehr gut” oder “gut” eingestuft. Teuer sind sie auch nicht: Testsieger dm/Dontodent Kids kostet 0,65€ pro 100 ml und Müller/ Sensident Kids kaum mehr mit 0,73€. Gute Pflege ist also auch kostengünstig.

Bildquelle:  testberichte.de

 

Was geht rum? 12. Dezember 2015

Nein, weiß wie auf dem nebenstehenden Bild sind unsere Bäume noch nicht. Der Nebel lässt sie nur weiß erscheinen. Und lässt nebenbei wieder die Konzentration von Schadstoffen in der Umgebungsluft ansteigen. Das ist insbesondere für Kinder und ihre Atemwege ungünstig.

Es verwundert nicht, dass auch in der letzten Woche Atemwegsinfekte wieder ganz im Vordergrund standen. Viele waren durch einen deutlichen Schnupfen gekennzeichnet und – besonders bei den Säuglingen – durch eine obstruktive Bronchitis. Gerade bei den Kleinkindern bestand oft Grund zum Inhalieren. Einige Erkrankungen waren auch von einer Mittelohrentzündung begleitet.

Weiterhin besteht auch eine Magen-Darm-Grippe. Hier sind die Verläufe schwächer.

Neu aufgetreten sind zwei Erkrankungen an Windpocken. Diese Erkrankung ist ja hochansteckend. Das Risiko zu erkranken ist bei regulär geimpften Kindern sehr gering (unter 5%), auch die Verläufe sind dann sehr schwach. Kinder, die nur einmal gegen Windpocken geimpft sind erkranken spürbar häufiger. Also bitte mal im Impfbuch nachsehen. Denn auch eine später zweite Impfung kann den Erfolg schnell aufbauen!

Reisekrankheiten: Malaria

In den Tropen ist weiterhin die Malaria die tödlichste und somit wichtigste Erkrankung, mit der sich Reisende auseinandersetzen müssen. Sie kommt nur in den Tropen vor.

Der Malaria ist nahezu die Hälfte der Weltbevölkerung ausgesetzt. Entsprechend hoch ist die Bedrohung insbesondere für Kinder in den Tropen. 90% der Erkrankungs- und Todesfälle treten in Afrika südlich der Sahara auf.

Die Ursache für Malaria sind sog. Plasmodien. Diese Erreger werden durch die Anophelesmücke übertragen. Sie ist nachtaktiv, tagsüber besteht also auch in den Tropen nahezu kein Risiko sich anzustecken. Etwa 10 bis 15 Tage nach dem Stich treten Symptome auf: meist als hohes Fieber (wie bei einer schweren Influenza), Kopfschmerz und Erbrechen. In Einzelfällen kann aber auch ein schwerer Durchfall das erste Symptom sein. Danach breitet sich die Erkrankung rasch aus. Die Erreger befallen die roten Blutkörperchen, die dabei rasch zerfallen und mit den Abfallprodukten die Entzündung weiter beschleunigen. Im Weiteren kommt es oft zu Störung des Kreislaufes besonders im Gehirn, wo die kleinen Äderchen (Mikrozirkulation) verstopfen, was zu neurologischen Problemen, Koma und schließlich zum Tod führen kann.

In Deutschland wurden zuletzt (2014) 1000 Erkrankungen gemeldet. Durch die Inkubationszeit von 2 Wochen treten viele Erkrankungen von Reisenden erst bei ihrer Rückkehr nach Deutschland auf.

Vorbeugung

Bislang sind Versuche eine Impfung zu entwickeln gescheitert. Deswegen gilt weiterhin folgendes Vorgehen:

  • Mückenschutz ab Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang: Moskitonetze, Fliegengitter im Hotelzimmer (oder noch besser Klimaanlage im geschlossenen Raum), Schutz durch Tragen entsprechender Kleidung (langärmelig, imprägnierte Stoffe) und natürlich Repellents (DEET)
  • Chemoprophylaxe: Schutz durch Medikamente, falls es trotz Mückenschutz zu einem Stichereignis kommen sollte.

Diese Maßnahmen sollten vor jeder Reise in eine tropisches Land eingehend mit einem erfahrenen Arzt (z.B. Reisemediziner) individuell abgesprochen werden. Je nach bereistem Land, aktueller Gefährdungslage und persönlichen Gesundheitssituation sind die Empfehlungen unterschiedlich. In den letzten Jahrzehnten sind schwere Malariaverläufe in Deutschland praktisch nur bei Reisenden aufgetreten, die diese Regeln missachtet haben. Dabei sollte beachtet werden, dass trotz erheblicher Anstrengungen (Melinda und Bill Gates-Stiftung) auch im Jahre 2015 bereits 214 Millionen Menschen weltweit erkrankt und 438.000 Menschen an Malaria verstorben sind (Stand: September 2015).

Bildquelle: publichealth.valentbiosciences.com