Archiv für den Monat: Januar 2017

Praxis: Sevtap Senol wieder im Team

Seit einigen Tagen ist Sevtap Senol wieder Teil unseres Teams. Das freut uns riesig!

Sevtap ist eine Frau der ersten Stunde unserer Praxis. Sie war die erste Auszubildende zu einer Zeit, als unsere Praxisräume noch in der Hauptstraße 15 angesiedelt waren. Mit ihrem Arbeitsbeginn war sie damals die zweite Mitarbeiterin neben Susanne Hornstein.

Nach ihren ersten Tagen bei uns hat es fast den Anschein, als ob sie nie weg gewesen wäre. Wie schon früher versteht sie es mit schwindelfreier Sicherheit, Kinder zur Mitarbeit zu motivieren. Ihre Ruhe und Freundlichkeit wird von den Eltern sehr geschätzt. Durch ich echtes Auftreten, fühlen sie sich mit ihren Anliegen von ihr verstanden.

Was geht rum? 28. Januar 2017

Nach einigen Wochen Ruhepause haben die Zahl der Infekte wieder Fahrt aufgenommen. Die Infektwelle ist angekommen. Führend – wie immer im Winter – sind Atemwegsinfekte. Dabei fällt auf, dass viele Kinder mit Infektasthma eine deutliche Verschlechterung erfahren und Inhalationen im Moment besonders wichtig sind. Die Gruppe der kranken Kleinkinder ist zu großen Teilen von Mittelohrentzündungen betroffen. Unter diesen sind typische virale Otitiden (Mittelohrentzündungen), die kein Antibiotikum benötigen und auch einige Reizungen den Trommelfells (Myringitis), die zwar schmerzhaft sind, aber ebenfalls ohne Zusatznutzen aus einem Antibiotikum. Manchmal wünscht man sich ein paar starke Ritter, die die Krankheiten abwehren helfen.

Die Influenza (Grippe) hat sich weiter ausgebreitet. Eine echte Grippewelle besteht aber in unserer Region nicht.

Der Krupphusten ist weiterhin häufig und betrifft alle Altersgruppen vom Säugling bis zum 13-jährigen Jugendlichen. Für weitere Informationen lesen Sie nochmals im praxisblättle vom Oktober 2016 nach.

Eine Erkrankung an Mononukleose (Pfeiffer’sches Drüsenfieber) trat in der vergangenen Woche auf. Dabei steht häufig eine kräftige Angina und hohes Fieber über mehr als 5 Tage im Vordergrund.

Schilddrüsenentzündung

Die Schilddrüsenentzündung (medizinisch: Thyreoiditis) vom Typ Hashimoto ist eine entzündliche Erkrankung der Schilddrüse, die in jedem Alter vorkommen kann. Häufig beginnt sie jedoch im Jugendalter. Ihr liegt eine Fehlfunktion des Immunsystems zugrunde, das Antikörper (Abwehrstoffe) gegen die eigene Schilddrüse aufbaut. Der Körper greift sich also selbst an: Autoimmunerkrankung. Die Hashimoto-Thyreoiditis ist die häufigste Form einer solchen  Autoimmunerkrankung und betrifft nahezu 5% der Bevölkerung, meist Frauen (etwa 8 mal häufiger als Männer).

In vielen Fällen bestehen keine oder nur schwache Symptome, so dass die Erkrankung im Anfang oft unentdeckt bleibt. Das ist auch verständlich, wenn man an Beschwerden wie Müdigkeit, Stimmungsschwankungen, erhöhte Kälteempfindlichkeit oder Gewichtszunahme denkt. Diese kommen – gerade in der Pubertät – auch ohne organische Krankheit vor. Sollten solche Symptome jedoch länger anhalten, ist es immer sinnvoll nach einer Thyreoiditis zu fahnden, um langfristigen Schaden abzuwenden.

Die Diagnose wird in aller Regel über eine Ultraschalluntersuchung gestellt. Dort zeigt sich typisch “unruhiges Muster” der Schilddrüse wie im obigen Bild dargestellt. Im Normalfall wäre die Schilddrüse homogen-gräulich zu sehen. Neben dem Ultraschall ist die Laboruntersuchung eine weitere Stütze zur Klärung der Diagnose. Dabei kann untersucht werden, inwieweit eine Unterfunktion (TSH, fT3 und/ oder fT4) vorliegt und wie hoch die Autoantikörper (z.B. TPO-AK; Antikörper gegen Thyreoperoxidase) liegen. Nur selten tritt auch eine Überfunktionen im Rahmen dieser Erkrankung auf.

Durch eine Hormontherapie mit Thyroxin (z.B. L-Thyrox) kann eine Unterfunktion der Schilddrüse ausgeglichen werden, so dass die beschriebenen Symptome verschwinden. Damit können auch langfristige Schäden wie eine Wachstumsstörung vermieden werden. Den Krankheitsprozess selbst kann man bis heute jedoch nicht stoppen, d.h. den Angriff der Autoantikörper können wir nicht aufhalten. Dieser Prozess kommt irgendwann selbst zum Stillstand, im schlimmsten Falle, wenn die Schilddrüse durch die Antikörper zerstört wurde (was aber nur selten eintritt). Die Gabe von Jodid ist nicht sinnvoll, weil Jodid den Entzündungsprozess eher anfeuert.

Die Untersuchung aller Jugendlicher auf diese Erkrankung wird bei uns im Rahmen der Jugendgesundheitsberatung (J1) bzw. U11 durchgeführt. Wir bieten in diesem Rahmen eine Blutuntersuchung an und führen regelmässig eine Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse durch. Dabei entdecken wir die Krankheit meist schon in einem frühen – symptomlosen – Stadium.

Asthma und Paracetamol

Sechszehn Jahre sind vergangen, seit S.O. Shaheen und Mitarbeiter einen Zusammenhang zwischen der häufigen Einnahme von Paracetamol Kindesalter und dem nachfolgenden Risiko an Asthma zu erkranken feststellten. Daten im Rahmen der weltweiteren ISAAC-Studie – veröffentlicht von Richard Beasley und Mitarbeitern - verhalfen dieser These 2008 zum Durchbruch.

Kann der häufige Gebrauch von Paracetamol eine hohe Häufung an Erkrankungen hervorrufen? Und, steht diese Krankheitsanfälligkeit letztlich mit dem Beginn von Asthma im Zusammenhang? Die Frage stellt sich somit, ob künftige Asthmatiker nicht Jahre zuvor von mehr Infektionen geplagt sind und deswegen in der Summe mehr Paracetamol nutzen.

Diesen Zusammenhang untersuchte nun eine Studie von William J Sheehan und Mitarbeitern. In ihrer Studie beobachteten sie über einen Zeitraum von 48 Monaten 300 asthmakranke Kinder im Alter von ein bis vier Jahren, die bei Infekten entweder Paracetamol oder Ibuprofen erhielten. Eine Kontrollgruppe (also Kinder, die bei Fieber und Schmerz ein Placebo erhalten hätten) gab es aus ethischen Gründen verständlicherweise nicht. Dabei fand sich, dass Paracetamol gegenüber Ibuprofen nicht zu vermehrten Verschlechterungen bei Asthma führte.

Auch wenn die Studie nicht alle Details beantworten kann wurde damit gezeigt, dass Paracetamol nicht zu vermehrtem Auftreten von Asthma führt und gleichermaßen als Medikament gegen Schmerzen und Fieber eingesetzt werden kann.

Was geht rum? 21. Januar 2017

Die Infekte verharren weiterhin auf gleichem Niveau. Im oberen Linzgau stehen noch immer die oberen Atemwegsinfekte mit Mittelohrentzündungen im Vordergrund.

Daneben treten häufiger auch Lungenentzündungen auf. Diese sind stark gehäuft bei Kindern und Jugendlichen mit obstruktiver Bronchitis oder Infektasthma.

Mitte der Woche bestand bei einer Jugendlichen der dringende Verdacht auf eine Influenza (Grippe), die labortechnisch nicht untersucht wurde. Die in der Presse berichtete “Grippewelle” ist bislang bei uns nicht angekommen. Die Karte rechts zeigt die Häufigkeit der Atemwegsinfekte, mitgeteilt von der Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI). Dabei stellen blauen Flächen Regionen mit wenig Aktivität, die roten solche mit starker Aktivität dar. Demnach scheint die Grippewelle in Freiburg sowie im Markgräflerland angekommen zu sein.

Die Zahl der Hautprobleme nehmen in den letzten Wochen zu. Kinder und Jugendliche mit Neurodermitis bekommen in Anbetracht der trockenen Innenraumluft zunehmend Beschwerden mit Ekzem und dessen Juckreiz. Sonnen tut gut, nur haben wir jetzt davon etwas wenig. Da wäre ein Flug in den Süden eine wunderbare Hilfe, die jedoch den meisten von uns nicht vergönnt ist. Für die betroffenen ist es wichtig, die Haut bis in den April hinein sorgfältig einzucremen, um den möglichen Schub einer Entzündung der Haut zu verhindern.

Magen-Darm-Infektionen spielten eine untergeordnete Rolle.

In der gesamten Woche wurden keine neuen Erkrankungen mit Windpocken vorgestellt.

 

Jugendsexualität

Der Name der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) kommt gestelzt daher. Aber nicht die Inhalte und die Themen, die von dieser Institution kommen. Die sind aktuell, witzig aufgearbeitet sowie klar und knapp formuliert. Sehr gelungen ist die folgende Homepage:

www.liebesleben.de/

So heißt die Seite. Einfach hier anklicken und schon kann’s losgehen. Klare und gut begründete Antworten auf viele praktische Fragen rund um ansteckende Krankheiten beim Sex.

 

Fructoseintoleranz

Das Thema von Nahrungsmittelunverträglichkeiten steht zunehmend im Zentrum vieler Beschwerden des Magen-Darm-Traktes. Im Vordergrund steht hier ganz besonders die Laktoseintoleranz (siehe praxisblaettle vom Januar 2016). Gemeinsam ist diesen Unverträglichkeiten, dass sie zu Beschwerden im engen Zusammenhang mit der Nahrungsmittelaufnahme führen. Entgegen aller Vermutungen, kommen Allergien als Ursache eher selten in Betracht.

Bis heute eher wenig bekannt ist die Fructoseintoleranz. Ihr liegt eine Unverträglichkeit des Fruchtzuckers (Fructose) zugrunde. Der Fruchtzucker kommt – wie der Name schon klar ausdrückt – im Obst vor. Daneben ist er Bestandteil einer Reihe von Süßigkeiten. Wenn wir den regulären Haushaltszucker zu uns nehmen, essen wir Saccharose (Rohr- oder Rübenzucker). Dieser besteht aus 2 Einheiten: der Glucose (Traubenzucker) und der Fructose (Fruchtzucker). Die Saccharose wird im Darm in diese beiden Zucker gespalten, so dass wir Fructose häufig zu uns nehmen, ohne uns dessen immer bewusst zu sein. Die Rolle der Fructose wird immer größer, weil sie zum einen leichter zu transportieren. Zum anderen liegt ihre Süßkraft um 20% höher als die der Glucose, was sie industriell sehr beliebt macht.

Verarbeitung von Fructose im Darm

Die Aufnahme der Fructose in den Darm wird über das Zusammenspiel zweier Eiweiße (GLUT5 und GLUT2) gesteuert. Die Fructose wird dabei nie vollständig aus dem Darm aufgenommen. Je schneller die Darmpassage, umso wenige Zeit bleibt für die Aufnahme in die Blutbahn. Bei sehr rascher Darmpassage wird also weniger Fructose in die Blutbahn überführt und verbleibt im Darm. Wird viel Fructose aufgenommen, steigt auch der Gehalt an GLUT5 und GLUT2. Bei geringerem Angebot sinkt dieser, wodurch bei unregelmäßigem Konsum von Fruchtzucker Beschwerden häufiger sind.

Fructoseintoleranz 

In Europa sind etwa 30% der Menschen davon betroffen, wobei nur ein Teil Symptome aufweißt. Diese Fructoseintoleranz (medizinisch auch Fructosemalabsorption genannt) macht Symptome in Abhängigkeit von der Menge an Fructose, die nicht aufgenommen und damit mit dem Darm weiter transportiert wird. In dieser Zeit wird sie von den Darmbakterien abgebaut und führt zu Blähungen, Bauchschmerzen sowie breiigen und übelriechenden Durchfällen.

Fructose erzeugt ein geringeres Sättigungsgefühl als Glucose und wird – besonders bei kalorienarmer Nahrung – auch schneller in Körperfett umgewandelt als Glucose. Damit erhöht sich durch Fructose das Risiko für Fettleibigkeit, wenngleich der Blutzucker nur wenig verändert wird.

Wie kann die Diagnose gesichert werden?

Dazu wird – ähnlich wie bei der Latoseintoleranz – der sog. H2-Atemtest durchgeführt. Je nach Aufnahme der angebotenen Fructoselösung steigt die Wasserstoffkonzentration im Gas der Ausatemluft. Dieser ambulante Test kann die Diagnose in wenigen Stunden wahrscheinlich machen.

Gibt es eine Therapie?

Da der Abbau von Fructose über zwei Eiweiße erfolgt, die in Abhängigkeit von der Konzentration der Fructose gebildet werden, ist eine Diät frei von Fructose nicht sinnvoll (und auch praktisch nicht möglich). Die Aufnahme von Fruchtzucker sollte abgesenkt und auf etwa gleichem Niveau gehalten werden.

Wo kommt Fructose vor?

Kurz gesagt: in Früchten und in Süßigkeiten (besonders auch Süßgetränken) kommt Fructose vor. Für Details ist es sinnvoll, sich die Tabellen über den Gehalt an Fructose anzusehen.

 

Was geht rum? 14. Januar 2017

Auch in der letzten Woche waren glücklicherweise eher wenig Infekte zu beobachten. Die durch das Norovirus ausgelöste Magen-Darm-Grippe hat sich nun verabschiedet. Jetzt gibt es die jahreszeitlich üblichen Winterinfekte mit Fieber, Halsweh und Husten.

Inzwischen traten weitere Erkrankungen an Windpocken auf. Eine davon in Pfullendorf. Das Mädchen hatte sich bei dem ersterkrankten Kind angesteckt. Eine weitere ohne Kontakt zu den ersten beiden erkrankte in der Region Ostrach. Wie im letzten praxisblättle beschrieben, vermag eine erste Impfung zu etwa 65% zu schützen; erst die zweite Impfung – die allerdings vor 10 Jahren noch nicht eingeführt war – führt zu einem Schutz von mehr als 90%. Überprüfen Sie also ggf. den Eintrag im Impfbuch Ihrer Kinder oder fragen Sie bei uns nach.

Am kommenden Mittwoch, 17. Januar 2017 werde ich einen Vortrag halten zum Thema: “Afrika – eine ehrliche Zusammenarbeit am Beispiel des Vereins credimus e.V.“.  Wenn Sie Lust haben, in diese schwierige und heikle Diskussion um die Hilfe für die Armen einzusteigen, lade ich Sie herzlich ein mit mir zu diskutieren. Der Vortrag findet im Dienstleistungszentrum, Franz-Xaver-Heilig-Straße 6, 88630 Pfullendorf um 19:00 Uhr statt.

Zahndurchbruch beim Säugling

Ein uraltes Thema: das “Zahnen”. Im Säuglingsalter wird den Zähnen vieles zugerechnet. Das beginnt mit dem unerklärlichem Schreien, geht weiter mit dem Fieber und reicht bis hin zum In-den-Mund-führen der eigenen Faust.

Gibt es Zahnen?

In der angesehene Zeitschrift Pediatrics hat sich die Arbeitsgruppe um C. Massignan dieser Frage gewidmet:”Signs and Symptoms of Primary Tooth Eruption: A Meta-analysis.“. Sie arbeiteten sich durch 1179 Veröffentlichungen und fanden darunter 16 gut gemachte Studien, die sie eingehender miteinander verglichen. Die untersuchten Daten stammten aus Australien, Brasilien, Kolumbien, Finnland, Indien, Israel, dem Senegal und den USA. Dabei zeigten sich deutliche Unterschiede in den Studien. Insgesamt fanden sich bei 70.5% der untersuchten Kinder (Altersgruppe 0 – 36 Monate) Symptome, die dem Zahnen zugerechnet wurden.

In Bezug auf das Symptom Fieber konnte keine klare Antwort gefunden werden, da es auf verschiedene Art gemessen wurde. Als Nebeneffekt wurde deutlich, dass in sog. retrospektiven Studien – also solchen, die im Nachhinein untersuchten – Fieber als Symptom 5 x häufiger angegeben wurde.

Fazit?

Die Forscher können uns letztlich nicht weiterhelfen. Die Symptome sind sowohl den Eltern wie den behandelnden Ärzten bekannt. Unklar ist häufig, was sie bedeuten. Sicher ist nur, dass Temperaturen über 38 Grad nicht mit dem “Zahnen” erklärt werden sollten. Hier ist immer eine Untersuchung beim Kinder- und Jugendarzt erforderlich, um andere und schwerwiegendere Diagnosen nicht zu übersehen.Und wie können wir den Kindern helfen? Dazu hat sich die Studie überhaupt nicht geäußert. Ein häufiges Thema und letztlich keine Antwort.

Bildquelle:   coloquio.de

Armut

Schrecklich und brutal ist die Armut in Ländern wie Madagaskar. Dort sind nach WHO-Definition 92% der Bevölkerung arm. Diese bitter armen 92% Menschen der Gesellschaft müssen mit weniger als 2 Dollar am Tag ihr Leben bestreiten. Das bedeutet für die Mehrheit von über 80% der Bevölkerung, dass sie nicht über Elektrizität oder fließend Wasser Verfügung. Selbst die Notdurft muss von mehr als der Hälfte der Bevölkerung schamhaft in der Morgendämmerung irgendwo verrichtet werden. Gegessen wird zum Frühstück Reis, zu Mittag Reis, zu Abend Reis. Millionen hungern täglich. Das zeigt sich auch darin, dass der BMI (body mass-index) der Kinder auf einem erschreckend niedrigen Niveau ist. Viele Kinder leben alleine auf der Straße (siehe im Bild rechts: Sonntagmorgen in Tsaralalàna, im Zentrum von Antananarivo)

Die medizinische Versorgung ist für uns Deutsche nicht nachvollziehbar. Wer in die Klinik geht und kein Geld vorlegen kann, erfährt keine Behandlung (außerhalb der wenigen Hilfsprogramme). Ein Arbeiter, der wie im Oktober 2016 geschehen vom Gerüst fällt und danach Müdigkeit und Nervenausfälle zeigt, muss erstmal 100 € hinlegen um die Diagnose einer Hirnblutung per CT zu bekommen. Dazu muss er zunächst 12 Stunden in einem engen Auto durch den Busch in die Hauptstadt gebracht werden. In diesem besonderen Fall hat sein Chef sogar die Operation (für unsere Begriffe “billige” 1000€) bezahlt. Ein unglaubliches Glück, das 99% der Menschen in Madagaskar in ihrem Leben nie erfahren werden. 

Kann ich Geld spenden? Nein, einfach irgendwie irgendwem Geld zu geben ist keine super Idee. Die wirklich Armen zu erreichen ist schwierig. Aber besonders wichtig.

Viele Hilfsorganisationen leben gut von der Armut (“Mitleidsindustrie”). Bei ruhiger Betrachtung ist das von außen einfach zu beobachten. Es bedarf einer Fairness gegenüber den betroffenen Armen ebenso wie gegenüber denen, die ihr hart verdientes Geld für die Hilfe geben.

Wenn Sie Lust haben, in diese schwierige und heikle Diskussion um die Hilfe für die Armen einzusteigen, lade ich Sie herzlich ein, am 17. Januar 2017 im Dienstleistungszentrum (DLZ) in Pfullendorf mit mir zu diskutieren.