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Was geht rum? 16. Dezember 2017

Das kalte und schmuddelige Wetter hat zu nochmals mehr Infektionen geführt. Die meisten Kinder hatten Infekte der oberen Atemwege. Bei vielen kam noch eine Mittelohrentzündung, eine Krupphusten oder auch eine Lungenentzündung (Bronchopneumonie) hinzu.

Einzelne Erkrankungen an Scharlach bzw. Streptokokkenangina (wobei der Scharlach – also die Angina mit dem typischen Ausschlag – überwog).

Die Grippe – also die Influenza – ist regional noch nicht aufgetaucht. Die Zahl der Infekte liegt für die Kalenderwoche 49/2017 im jahreszeitlich üblichen Rahmen (neuester Wochenbericht  der Arbeitsgemeinschaft Influenza). Meist sind Rhinoviren und Adenoviren die Auslöser der Erkrankungen. Eine echte Influenza wurde 161 Mal bundesweit diagnostiziert.

Was geht in der Welt rum? In Rumänien sind im laufenden Jahr 10.010 Erkrankungen an Masern gemeldet worden. An dieser Erkrankung verstarben 36 Menschen. Nach zweimaliger Impfung besteht ein nahezu vollständiger Schutz für alle Familien, die über die Festtage planen, nach Rumänien zu fahren.

Fieberkrampf – alles wird gut (Entwicklung)

Infektkrämpfe bei Kindern sind kein seltenes Ereignis. Diese epileptischen Anfälle betreffen 2-4% aller Kinder und treten mal mit Fieber (“Fieberkrämpfe”) aber auch ohne Fieber bei Infekten auf.

Für Eltern ist das Ereignis traumatisch. Wie vom Blitz getroffen verliert das eigene Kind das Bewusstsein, ist nicht mehr ansprechbar und krampft oft mit den Armen und Beinen. “Ich hatte das Gefühl, mein Kind wir sterben”, so beschreiben viele Eltern ihre emotionale Befindlichkeit in diesem Moment. Dem entsprechend ist es für den Kinder- und Jugendarzt schwierig, Eltern von der relativen Harmlosigkeit dieses Ereignisses zu überzeugen. Der erste Eindruck – das eigene Kind zu verlieren – sitzt tief. In den Wochen danach bleibt für Eltern die Frage, welchen Einfluss der Infektkrampf auf die weitere kognitive Entwicklung des Kindes habe. Sie sind überzeugt, dass so ein schreckliches Ereignis nicht ohne Folgen bleiben könne.

Tut es aber!

Das zeigt eindrücklich die Übersichtsarbeit von Prof. Dr. Gerhard  Kurlemann und Mitarbeiter aus dem Bereich Neuropädiatrie der Universitätskinderklinik in Münster. Darin führen sie 12 Studien aus verschiedenen Ländern auf. Sie vergleichen die Entwicklung von Kindern mit Fieberkrämpfen gegenüber solchen, die keine epileptischen Anfälle hatten. 

Über alle Studien zeigt sich, dass Kinder mit durchgemachten Fieberkrämpfen bis zum Schulalter sowohl in Bezug auf ihre Intelligenz wie auch das Verhalten keine Unterschiede zu gesunden Kontrollkindern zeigen. Dies gilt ebenso für Kinder mit sog. komplizierten Fieberkrämpfen (sehr lange Krampfdauer; wiederholte Krampfanfälle u.a.).

Auch wenn ein Fieberkrampf für die Eltern weiterhin ein erschreckendes Erlebnis bleibt, hat er nach Studienlage keinen Einfluss auf die weitere mentale Entwicklung der Kinder.

Krankheitskosten: steuerliche Aspekte

Steuertipps gibt’s selten beim Arzt. Aber für Eltern mit chronisch kranken Kindern sind sie wichtig, um zumindest einen Teil der zusätzlich anfallenden Kosten durch Krankheit abzufedern.

Wenn es darum geht Kosten steuerlich geltend zu machen sind Nachweise wichtig. Diese müssen belegen, dass die angefallenen Kosten “außergewöhnlich” sind. Diese Papiere sollten zeitnah erbracht werden, weil es im Nachhinein schwierig oder oft unmöglich ist die erforderlichen Papiere zu erstellen. Ebenso geraten angefallene Kosten gerne in Vergessenheit.

Zu den abziehbaren Kosten können – je nach Krankheitsfall – Aufwendungen für ärztliche Behandlungen, Arznei- , Hilfs- und Heilmittel, Klinikaufenthalte, krankheitsbedingte Pflege sowie spezielle Lebensmittel zählen. Zusätzlich dürfen auch (anlässlich der Krankheit entstandene) Fahrtkosten berücksichtigt werden.

Krankheitskosten zählen zu den außergewöhnlichen Belastungen allgemeiner Art. Dabei wird vom Finanzamt automatisch die “zumutbare Belastung” abgezogen. Aufwendungen für das eigene Kind sind zwar streng genommen Unterstützungsleistungen, werden jedoch in aller Regel von den Finanzämtern wie Aufwendungen für Sie selbst behandelt (zumindest, solange Sie für das Kind Kindergeld erhalten).

Zu den Krankheitskosten zählen nur Aufwendungen, die der Heilung einer Krankheit dienen oder die eine Krankheit erträglicher machen bzw. deren Folgen lindern sollen (BFH-Urteil vom 18.06.1997, III R 84/96, BStBl. 1997 II S.805). Einige praktischen Anmerkungen zu den Nachweisen:

  • Vorbeugende Maßnahmen zählen nicht zu den absetzbaren Leistungen, auch wenn sie der Gesundheit dienen.
  • In einigen Fällen ist statt eines ärztlichen ein amtsärztliches Zeugnis erforderlich (immer anhängig von der Einschätzung und Bewertung des Finanzbeamten). Dies sollte zeitnah geprüft werden.
  • Die amtsärztlichen Atteste müssen erstellt werden bevor die Therapie beginnt und sind teilweise kostenpflichtig.
  • Suchen Sie einen auswärtigen Arzt auf? Sie dürfen dann Fahrtkosten geltend machen (in Höhe der Kosten für öffentliche Verkehrsmittel), ggf. auch Übernachtungskosten.
  • Die Begleitkosten eines Elternteils sind für die Behandlung eines Kindes ebenfalls zu berücksichtigen. Umstritten ist bis zu welchem Alter eine Begleitung möglich ist.
  • Auch Arztkosten im Urlaub sind in dieser Hinsicht abzugsfähig. Nicht aber die Hotelkosten, die während der Krankheit anfallen.
  • Aufwendungen für Arznei- und Verbandsmittel: z.B. auch Zuzahlungen (wie bei Flutide© für Asthmatiker), Aufpreis für gewisse Medikamente.
  • Hilfsmittel: Brillen, Hörgeräte, Blutdruckmessgeräte, Inhalationsgeräte.
  • Heilmittel: Sprachtherapie, Ergotherapie, Lerntherapie
  • Diät: Bis heute ist die Frage der finanziellen Unterstützung in diesem wichtigen Bereich sehr umstritten. Dabei ist eine Diät für viele Kinder von besonderer Bedeutung (Zöliakie,Nahrungsmittelallergien). Der Gesetzgeber will hier laut § 33 Abs. 2 keine Hilfe gewähren. Im Jahre 2015 hat sich der Bundesfinanzhof (VI R 89/13) eine Entscheidung gefällt, die eine Berücksichtung möglich macht. Aber die Hürden sind sehr hoch.
  • Ab kommendem Jahr gibt es eine erste Ausnahme über eine Diät, die von den Krankenkassen selbst getragen wird: die Ernährungstherapie bei Stoffwechselerkrankungen wie der Mukoviszidose (Beschluss des G-BA).

Steuerliche Berücksichtigung von Krankheitskosten kommt nur bei “außergewöhnlichen” Kosten ind Frage und ist an enge und strenge Regeln gebunden. Nachweise sind wichtig. In Zweifelsfällen fragen Sie bitte einen Steuerberater.

Was geht rum? 09. Dezember 2017

Diese Woche begann wie die letzte mit 2 Erkrankungen an Scharlach. Für den Rest der Woche kamen keine Neuerkrankungen hinzu.

Weiter geht es mit den Virusinfekten: Rachenentzündung (Pharyngitis), teilweise sehr schmerzhaft, oft verbunden mit Mittelohrentzündungen. Betroffen sind alle Altersgruppen. Weiterhin traten viele Erkrankungen an Ringelröteln auf. Für die betroffenen Kinder bedeutet dies einen mehr oder weniger deutlichen Ausschlag, aber kaum Beschwerden (keine Schmerzen, sehr selten Fieber). Diese Erkrankung hat aber große Bedeutung für das werdende Baby, wenn sich eine schwangere Frau ansteckten sollte. Deswegen muss die Diagnose ärztlich gesichert werden. Und dann müssen Schwangere informiert werden, die Kontakt zum betroffenen Kind hatten.

Und was geht in der Welt rum? Fleckfieber in den USA. Betroffen sind die ländlichen Gebiet um Houston und Dallas. Die Krankheit tritt mit Fieber und Ausschlag auf und lässt sich mit einem Antibiotikum gut behandeln. In den genannten Städten besteht kein Risiko.

“Zäpfle gegen das Erbrechen” …. Vorsicht!

Erbrechen bei Kindern kann sehr beängstigend sein. In jedem Fall möchte jeder dem betroffenen Kind schnell helfen, weil klar ist, wie unangenehm das Erbrechen ist. Und die Gefahr der Austrocknung ist auch bekannt.

Was also tun?

Der Reflex liegt nahe, in der Apotheke ein “Medikament gegen das Erbrechen” zu holen. Vielen ist Vomex© bekannt, also fragen sie danach. “Bitte als Saft” – so fügen Eltern in der Praxis noch hinzu. Nur, wer einen Saft noch einnehmen und bei sich behalten kann, braucht ohnehin erstmal eine ganz andere Hilfe (dazu später weiter unten). Also wenn, dann bitte als Zäpfchen. Nur so kann eine Wirkung ermöglicht werden.

Vomex© – oder was?

Hinter dem Handelsnamen Vomex© oder Vomacur© steht die Substanz Dimenhydrinat. Pharmakologisch ist dies ein sog. Antihistaminikum der ersten Generation. Es zählt damit zu den dirty drugs, die im Gehirn ansetzen und eine große Bandbreite von Wirkungen hat. Die Werbung gibt vor, dass es gut gegen Übelkeit wirke – alle dargestellten Personen auf der Homepage lächeln entspannt.

Schaut man sich aber das Spektrum der Wirkungen an, verschwindet das Lächeln schnell. Dazu zählen Krampfanfälle, Herzrhythmusstörungen und Atemstörungen. Gerade bei Kleinkindern ist die Rate der “Neben”-Wirkungen sehr bedeutsam. Nach inzwischen fünf Todesfällen bei Kleinkindern in Deutschland steht die Sinnhaftigkeit der Antihistaminika der ersten Generation zur Diskussion. Mindestforderung ist nun eine Rezeptpflicht sowie Warnungen vor Überdosierungen.

In einer Arbeit von Joshua M Sharfstein im hochangesehenen New England Journal of Medicine wurde bereits vor 10 Jahren darauf hingewiesen, dass die FDA – die oberste Arzneimittelbehörde der USA -  schon damals 123 Todesfälle bis zum Jahr 2007 für die USA auf der Basis dieser Medikamentengruppe belegt hatte. In den letzten Jahren hat sich Prof. Dr. Rascher aus Erlangen dieses Problems angenommen: „Wenn Kinder durch Medikamente versterben, deren Wirksamkeit nach Studienlage noch nicht einmal erwiesen ist, etwa bei Erbrechen und Durchfall durch eine banale Durchfallerkrankung, so ist das Nutzen-Risiko-Verhältnis eindeutig negativ.“

Was kann man bei Erbrechen machen?

Geeignete Medikamente stehen für den Hausgebrauch – wie beschrieben – nicht zur Verfügung. Deswegen muss man das betroffene Kind erst trösten und mit viel Einfühlungsvermögen ablenken, während man mit kleinen (!) Schlucken ein gesüßtes Getränk anbietet, das dem Kind schmeckt. Gut geeignet ist eine Apfelschorle (1/3 Apfelsaft + 2/3 stilles Wasser). Noch besser ist eine Elektrolytlösung wie Oralpaedon©, wenn sie von Kindern angenommen wird. Fragen wie “Musst Du erbrechen?” sind natürlich nicht hilfreich, auch sollten Eimer und Schüsseln nur beim heftigen Erbrechen angewandt werden, um das Kind soweit wie möglich zu beruhigen und anzuregen, wieder langsam zu trinken.

Wenn das alles nicht hilft, sollte eine stationäre Behandlung erfolgen, weil in aller Regel nur eine Infusion weiterhilft.

Asthma bronchiale – Zeit zum Umdenken

Asthma bronchiale ist weiter eine bedeutende Krankheit, auch wenn sie im Alltag kaum wahrgenommen wird.

  • Jedes 10. Kind in den USA leidet an Asthma (2009). Deutsche Zahlen gibt es nicht, sie dürften aber ähnlich liegen.
  • Asthma kann tödlich sein. In 2007 starben alleine in den USA 185 Kinder an dieser Erkrankung.
  • In 2009 hatten 57% aller Kinder mit Asthma einen akuten Asthmaanfall.

Grund genug, diese Erkrankung ernst zu nehmen. Das bedeutet, dass auch eine Dauertherapie konsequent angewendet werden sollte, wenn sie vom Kinderarzt* oder Kinderpneumologen* empfohlen wurde. Nur so lassen sich akute Krisen eindämmen.

  • Akut- und Bedarfstherapie. Hier kommt meist Salbutamol zum Einsatz, das geeignet ist, die verengten Atemwege wieder zu weiten. Dadurch kann ein betroffenes Kind wieder unbeschwert ausatmen kann (“Bronchospasmolyse”). Diese Therapie ist im Regelfall akuten Situationen vorbehalten.
  • Antientzündliche Therapie. Hier stehen die inhalativen Corticosteriode (ICS – kurz Cortison) seit Jahrzehnten zu Verfügung. Bei regelmässiger Anwendung begrenzen sie die Entzündung der Bronchien, die im Zentrum der Krankheit steht.
  • Neue Therapien. Weitere Therapiemöglichkeiten stellen sog. Biologika dar, die zunehmend Bedeutung erlangen: Präparate, die Stoffe blockieren, welche eine Entzündung aufrechterhalten: IgE -Blocker (Omalizumab), IL-5-Blocker (Mepolizumab), IL-13-Blocker (Lebrikizumab).

Inzwischen wird daran geforscht Instrumente zu finden, um dem individuellen Patienten die für ihn geeignete und hilfreiche Therapie zu finden. Ziel ist eine auf den Patienten zugeschnittene, individualisierte Therapie. Das ist teilweise möglich. Noch ist es jedoch schwierig alltagstaugliche Parameter zu entwickeln, die einfach und klar auf die richtige Therapie hinweisen.

 

* Der Begriff wird geschlechterübergreifend verwendet.

Was geht rum? 02. Dezember 2017

Der Winteranfang (meteorologisch) war gestern. In unserer Praxis ist er aber bereits seit 2 Wochen spürbar.

Die Magen-Darm-Infekte haben wieder zugenommen. Ob dahinter – wie öfter in den Wintermonaten – auch Noroviren stecken ist im Moment noch nicht klar.

Scharlach trat noch zweimal auf, ist vermutlich also wieder auf dem Rückzug. Virale Infektionen des Rachens mit Darmbeteiligung (Bauchschmerzen, minimaler Durchfall) sind häufiger geworden. Deutlich zugenommen haben Mittelohrentzündungen in allen Altersgruppen. Das reicht von leichten Ohrbeteiligungen bei den Infekten bis zu schweren Entzündungen bei Jugendlichen mit “laufendem Ohr”. Eine ärztliche Untersuchung bei Ohrschmerz ist zu empfehlen.

Was geht in der Welt rum? Meningokokkeninfektionen in Australien. Dabei handelt es sich um Infektionen mit den Serotypen W und Y, gegen die eine sehr wirksame Impfung vorhanden ist. Aus Afrika (Ägypten/ Burkina Faso) werden weiterhin Erkrankungen an Dengue-Fieber berichtet.

Vermeiden von Schimmel in der Wohnung

Obwohl wir darüber fast nie reden: Schimmelpilze umgeben uns im Alltag ständig. Etwa 130.000 verschiedene Arten sind bekannt. Sie tun uns Gutes (z.B. in wunderbaren Käsesorten), Böses (z.B. Pilz-Lungenentzündungen) und allermeistens: nichts.

Für die Atemwege sind gewisse Belastungen mit Schimmelpilzen meist unproblematisch. Die Konzentrationen in der Luft dürfen aber nicht zu hoch sein.

Deswegen einige Ratschläge, um die Schimmelpilzbelastung in der Luft niedrig zu halten.

Wo gibt es Schimmelpilzbelastung in der Natur?

  • eher hoch in ungemähten Feldern (z.B. Getreide)
  • eher hoch in Ansammlungen von Blättern (im Herbst)
  • in Höhlen

Maßnahmen: diese Regionen vermeiden. Nach dem Betreten der Wohnung Duschen und Haare waschen, um die Sporenzahl zu verringern (vergleichbar mit der Pollenreduzierung im Sommer).

Wo gibt es Schimmelpilzbelastung im Haus?

Im Haus herrscht ebenfalls eine permanentes Vorkommen von Schimmelpilzsporen. Folgende Maßnahmen diesen dazu, die Konzentration mit Pilzsporen gering zu halten.

  • für trockene Innenräume sorgen: Lecks von Leitungen beseitigen
  • für eine gute Durchlüftung auch hinter Schränken und unter Betten sorgen (z.B. den Raum unter einem Bett frei halten).
  • Luftfeuchtigkeit messen: diese sollte unter 60% liegen. Liegt sie darüber: Stoßlüften.
  • kein Kippen der Fenster in kalten Jahreszeiten, sondern regelmäßiges Stoßlüften: dabei werden die Fenster für 5 Minuten (Dezember bis Februar) bis 15 Minuten (April/Mai und September/Oktober) voll geöffnet.
  • Das Stoßlüften im Bad ist besonders wichtig. Nach dem Duschen die Badtüre schließen und 2 – 3 Minuten kräftig lüften
  • Teppichböden sind ungünstiger als wischbare Böden
  • keine Pflanzen oder Kühlschränke in Schlafräumen

Kinder und Kunst

Trotz anderweitiger Beteuerungen wird unsere Lebenswelt zunehmend durchorganisiert. Freiräume werden immer enger. Der Handschlag als gültiger Vertragsabschluss ist graue Vergangenheit. Heute wird alles bis ins Detail geregelt. Viele Menschen sind sogar unglücklich, wenn sie keine starren Regeln genannt bekommen, an die sie sich halten können.

Dieser Wahn hat auch die Kinder in den Kindertagesstätten längst erreicht. Für jede Kleinigkeit sind schriftliche Regeln fixiert. Schon früh werden sie auf die Anforderungen in der Schule eingeschworen und erlernen Techniken wie das exakte Ausmalen von vorgegebenen Schablonen. Das sind im Prinzip wichtige Dinge. Aber der Schritt zuvor wird oft ausgelassen: Freies Gestalten unter Supervision. Viele Materialien wollen mit Lust und Neugier erlernt werden. Experimentieren. Dass solche Neuentdeckungen nicht auf Anhieb hohen Ansprüchen genügen können ist klar. Es fällt auch schon mal “Abfall” an, manches geht daneben. Aber zusammen mit jemandem, der Kenntnis hat, lassen sich so neue Welten erobern.

Heute steht leider eine – nicht ausgesprochene – Aufforderung nach einem bewundernswerten Objekt im Raum. Ein Bild oder eine Figur sollte am Schluss schon rauskommen. Das kann den Eltern stolz vorgeführt werden.

Viel wichtiger als solche dinglichen Objekte ist jedoch der Weg dorthin. Die Kindheit sollte ein Garten der vielfältigen Erfahrungen und Freiheiten sein. Aber: Der Kindergarten ist passé.

Sollten sich Kinder nicht entfalten? Entfalten! Wie eine Blume am Morgen, die ihre Schönheit präsentiert, wenn sie von den Sonnenstrahlen geweckt wird?

Welches Potential in Kindern steckt zeigen die Bilder, die ein Kinderarzt manchmal mit einem stolzen Lächeln zugesteckt bekommt. Wir sollten alles daran setzen, Kindern zu unterstützen, ihren eigenen Weg zu finden und zu gehen. So entwickeln sich ihre individuellen Fähigkeiten. Unsere Kenntnisse können die Kinder gerne erfragen. Aber wir drängen sie ihnen nicht auf.

Kinderkunst ist ein Ausdruck dessen, was in ihnen schlummert. Lassen wir diesem Schatz Zeit, sich zu zeigen.

Was geht rum? 25. November 2017

Der erste Schnee Anfang der Woche. Heute soll sich das ja wiederholen. Die Vögel sind auf der Suche nach Nahrung und kommen näher an unsere Wohnungen.

Und die Infekte nehmen weiter spürbar zu. Winter eben. Viele virale Infekte traten auf mit Rachen-und Bauchschmerzen, teilweise auch mit leichter Entzündung der Bindehäute oder Krupphusten.

Daneben waren seit längerem mal wieder Infektionen mit Scharlach zu sehen. Weitere Kinderkrankheiten traten nicht auf.

Für viele Familien in Pfullendorf und Umgebung ist gestern eine Hoffnung zu Ende gegangen. Der Möbelhersteller ALNO wird abgewickelt und sie selbst stehen vor einer unklaren Zukunft. Das betrifft viele Familien in unserer Praxis und Jugendliche, die mit guter Hoffnung bei dem Traditionsbetrieb eine Ausbildung begonnen haben. Wir sind betroffen und hoffen, dass im guten wirtschaftlichen Umfeld alle eine Arbeit bzw. Ausbildung finden, die ihren Fähigkeiten entspricht und ihnen den bisherigen finanziellen Hintergrund absichert.

Was geht rum in der Welt? Dort zum Glück wenig negative Neuigkeiten in diese Woche. Aber das Dengue-Fieber spielt weiterhin in Ägypten und in Sri Lanka eine bedeutende Rolle. Und die Pest zieht weitere, aber langsamere Kreise in Madagaskar (besonders in den Regionen Toamasina und Antananarivo). Für Reisende nach Madagaskar ist dringend zu empfehlen, sich fachlichen Rat zu holen. Unter Beachtung lokaler Bedingungen sind Reisen aber weiter möglich.