Kategorie-Archiv: Gesundheitstipps

Fieberkrampf – alles wird gut (Entwicklung)

Infektkrämpfe bei Kindern sind kein seltenes Ereignis. Diese epileptischen Anfälle betreffen 2-4% aller Kinder und treten mal mit Fieber (“Fieberkrämpfe”) aber auch ohne Fieber bei Infekten auf.

Für Eltern ist das Ereignis traumatisch. Wie vom Blitz getroffen verliert das eigene Kind das Bewusstsein, ist nicht mehr ansprechbar und krampft oft mit den Armen und Beinen. “Ich hatte das Gefühl, mein Kind wir sterben”, so beschreiben viele Eltern ihre emotionale Befindlichkeit in diesem Moment. Dem entsprechend ist es für den Kinder- und Jugendarzt schwierig, Eltern von der relativen Harmlosigkeit dieses Ereignisses zu überzeugen. Der erste Eindruck – das eigene Kind zu verlieren – sitzt tief. In den Wochen danach bleibt für Eltern die Frage, welchen Einfluss der Infektkrampf auf die weitere kognitive Entwicklung des Kindes habe. Sie sind überzeugt, dass so ein schreckliches Ereignis nicht ohne Folgen bleiben könne.

Tut es aber!

Das zeigt eindrücklich die Übersichtsarbeit von Prof. Dr. Gerhard  Kurlemann und Mitarbeiter aus dem Bereich Neuropädiatrie der Universitätskinderklinik in Münster. Darin führen sie 12 Studien aus verschiedenen Ländern auf. Sie vergleichen die Entwicklung von Kindern mit Fieberkrämpfen gegenüber solchen, die keine epileptischen Anfälle hatten. 

Über alle Studien zeigt sich, dass Kinder mit durchgemachten Fieberkrämpfen bis zum Schulalter sowohl in Bezug auf ihre Intelligenz wie auch das Verhalten keine Unterschiede zu gesunden Kontrollkindern zeigen. Dies gilt ebenso für Kinder mit sog. komplizierten Fieberkrämpfen (sehr lange Krampfdauer; wiederholte Krampfanfälle u.a.).

Auch wenn ein Fieberkrampf für die Eltern weiterhin ein erschreckendes Erlebnis bleibt, hat er nach Studienlage keinen Einfluss auf die weitere mentale Entwicklung der Kinder.

Krankheitskosten: steuerliche Aspekte

Steuertipps gibt’s selten beim Arzt. Aber für Eltern mit chronisch kranken Kindern sind sie wichtig, um zumindest einen Teil der zusätzlich anfallenden Kosten durch Krankheit abzufedern.

Wenn es darum geht Kosten steuerlich geltend zu machen sind Nachweise wichtig. Diese müssen belegen, dass die angefallenen Kosten “außergewöhnlich” sind. Diese Papiere sollten zeitnah erbracht werden, weil es im Nachhinein schwierig oder oft unmöglich ist die erforderlichen Papiere zu erstellen. Ebenso geraten angefallene Kosten gerne in Vergessenheit.

Zu den abziehbaren Kosten können – je nach Krankheitsfall – Aufwendungen für ärztliche Behandlungen, Arznei- , Hilfs- und Heilmittel, Klinikaufenthalte, krankheitsbedingte Pflege sowie spezielle Lebensmittel zählen. Zusätzlich dürfen auch (anlässlich der Krankheit entstandene) Fahrtkosten berücksichtigt werden.

Krankheitskosten zählen zu den außergewöhnlichen Belastungen allgemeiner Art. Dabei wird vom Finanzamt automatisch die “zumutbare Belastung” abgezogen. Aufwendungen für das eigene Kind sind zwar streng genommen Unterstützungsleistungen, werden jedoch in aller Regel von den Finanzämtern wie Aufwendungen für Sie selbst behandelt (zumindest, solange Sie für das Kind Kindergeld erhalten).

Zu den Krankheitskosten zählen nur Aufwendungen, die der Heilung einer Krankheit dienen oder die eine Krankheit erträglicher machen bzw. deren Folgen lindern sollen (BFH-Urteil vom 18.06.1997, III R 84/96, BStBl. 1997 II S.805). Einige praktischen Anmerkungen zu den Nachweisen:

  • Vorbeugende Maßnahmen zählen nicht zu den absetzbaren Leistungen, auch wenn sie der Gesundheit dienen.
  • In einigen Fällen ist statt eines ärztlichen ein amtsärztliches Zeugnis erforderlich (immer anhängig von der Einschätzung und Bewertung des Finanzbeamten). Dies sollte zeitnah geprüft werden.
  • Die amtsärztlichen Atteste müssen erstellt werden bevor die Therapie beginnt und sind teilweise kostenpflichtig.
  • Suchen Sie einen auswärtigen Arzt auf? Sie dürfen dann Fahrtkosten geltend machen (in Höhe der Kosten für öffentliche Verkehrsmittel), ggf. auch Übernachtungskosten.
  • Die Begleitkosten eines Elternteils sind für die Behandlung eines Kindes ebenfalls zu berücksichtigen. Umstritten ist bis zu welchem Alter eine Begleitung möglich ist.
  • Auch Arztkosten im Urlaub sind in dieser Hinsicht abzugsfähig. Nicht aber die Hotelkosten, die während der Krankheit anfallen.
  • Aufwendungen für Arznei- und Verbandsmittel: z.B. auch Zuzahlungen (wie bei Flutide© für Asthmatiker), Aufpreis für gewisse Medikamente.
  • Hilfsmittel: Brillen, Hörgeräte, Blutdruckmessgeräte, Inhalationsgeräte.
  • Heilmittel: Sprachtherapie, Ergotherapie, Lerntherapie
  • Diät: Bis heute ist die Frage der finanziellen Unterstützung in diesem wichtigen Bereich sehr umstritten. Dabei ist eine Diät für viele Kinder von besonderer Bedeutung (Zöliakie,Nahrungsmittelallergien). Der Gesetzgeber will hier laut § 33 Abs. 2 keine Hilfe gewähren. Im Jahre 2015 hat sich der Bundesfinanzhof (VI R 89/13) eine Entscheidung gefällt, die eine Berücksichtung möglich macht. Aber die Hürden sind sehr hoch.
  • Ab kommendem Jahr gibt es eine erste Ausnahme über eine Diät, die von den Krankenkassen selbst getragen wird: die Ernährungstherapie bei Stoffwechselerkrankungen wie der Mukoviszidose (Beschluss des G-BA).

Steuerliche Berücksichtigung von Krankheitskosten kommt nur bei “außergewöhnlichen” Kosten ind Frage und ist an enge und strenge Regeln gebunden. Nachweise sind wichtig. In Zweifelsfällen fragen Sie bitte einen Steuerberater.

“Zäpfle gegen das Erbrechen” …. Vorsicht!

Erbrechen bei Kindern kann sehr beängstigend sein. In jedem Fall möchte jeder dem betroffenen Kind schnell helfen, weil klar ist, wie unangenehm das Erbrechen ist. Und die Gefahr der Austrocknung ist auch bekannt.

Was also tun?

Der Reflex liegt nahe, in der Apotheke ein “Medikament gegen das Erbrechen” zu holen. Vielen ist Vomex© bekannt, also fragen sie danach. “Bitte als Saft” – so fügen Eltern in der Praxis noch hinzu. Nur, wer einen Saft noch einnehmen und bei sich behalten kann, braucht ohnehin erstmal eine ganz andere Hilfe (dazu später weiter unten). Also wenn, dann bitte als Zäpfchen. Nur so kann eine Wirkung ermöglicht werden.

Vomex© – oder was?

Hinter dem Handelsnamen Vomex© oder Vomacur© steht die Substanz Dimenhydrinat. Pharmakologisch ist dies ein sog. Antihistaminikum der ersten Generation. Es zählt damit zu den dirty drugs, die im Gehirn ansetzen und eine große Bandbreite von Wirkungen hat. Die Werbung gibt vor, dass es gut gegen Übelkeit wirke – alle dargestellten Personen auf der Homepage lächeln entspannt.

Schaut man sich aber das Spektrum der Wirkungen an, verschwindet das Lächeln schnell. Dazu zählen Krampfanfälle, Herzrhythmusstörungen und Atemstörungen. Gerade bei Kleinkindern ist die Rate der “Neben”-Wirkungen sehr bedeutsam. Nach inzwischen fünf Todesfällen bei Kleinkindern in Deutschland steht die Sinnhaftigkeit der Antihistaminika der ersten Generation zur Diskussion. Mindestforderung ist nun eine Rezeptpflicht sowie Warnungen vor Überdosierungen.

In einer Arbeit von Joshua M Sharfstein im hochangesehenen New England Journal of Medicine wurde bereits vor 10 Jahren darauf hingewiesen, dass die FDA – die oberste Arzneimittelbehörde der USA -  schon damals 123 Todesfälle bis zum Jahr 2007 für die USA auf der Basis dieser Medikamentengruppe belegt hatte. In den letzten Jahren hat sich Prof. Dr. Rascher aus Erlangen dieses Problems angenommen: „Wenn Kinder durch Medikamente versterben, deren Wirksamkeit nach Studienlage noch nicht einmal erwiesen ist, etwa bei Erbrechen und Durchfall durch eine banale Durchfallerkrankung, so ist das Nutzen-Risiko-Verhältnis eindeutig negativ.“

Was kann man bei Erbrechen machen?

Geeignete Medikamente stehen für den Hausgebrauch – wie beschrieben – nicht zur Verfügung. Deswegen muss man das betroffene Kind erst trösten und mit viel Einfühlungsvermögen ablenken, während man mit kleinen (!) Schlucken ein gesüßtes Getränk anbietet, das dem Kind schmeckt. Gut geeignet ist eine Apfelschorle (1/3 Apfelsaft + 2/3 stilles Wasser). Noch besser ist eine Elektrolytlösung wie Oralpaedon©, wenn sie von Kindern angenommen wird. Fragen wie “Musst Du erbrechen?” sind natürlich nicht hilfreich, auch sollten Eimer und Schüsseln nur beim heftigen Erbrechen angewandt werden, um das Kind soweit wie möglich zu beruhigen und anzuregen, wieder langsam zu trinken.

Wenn das alles nicht hilft, sollte eine stationäre Behandlung erfolgen, weil in aller Regel nur eine Infusion weiterhilft.

Asthma bronchiale – Zeit zum Umdenken

Asthma bronchiale ist weiter eine bedeutende Krankheit, auch wenn sie im Alltag kaum wahrgenommen wird.

  • Jedes 10. Kind in den USA leidet an Asthma (2009). Deutsche Zahlen gibt es nicht, sie dürften aber ähnlich liegen.
  • Asthma kann tödlich sein. In 2007 starben alleine in den USA 185 Kinder an dieser Erkrankung.
  • In 2009 hatten 57% aller Kinder mit Asthma einen akuten Asthmaanfall.

Grund genug, diese Erkrankung ernst zu nehmen. Das bedeutet, dass auch eine Dauertherapie konsequent angewendet werden sollte, wenn sie vom Kinderarzt* oder Kinderpneumologen* empfohlen wurde. Nur so lassen sich akute Krisen eindämmen.

  • Akut- und Bedarfstherapie. Hier kommt meist Salbutamol zum Einsatz, das geeignet ist, die verengten Atemwege wieder zu weiten. Dadurch kann ein betroffenes Kind wieder unbeschwert ausatmen kann (“Bronchospasmolyse”). Diese Therapie ist im Regelfall akuten Situationen vorbehalten.
  • Antientzündliche Therapie. Hier stehen die inhalativen Corticosteriode (ICS – kurz Cortison) seit Jahrzehnten zu Verfügung. Bei regelmässiger Anwendung begrenzen sie die Entzündung der Bronchien, die im Zentrum der Krankheit steht.
  • Neue Therapien. Weitere Therapiemöglichkeiten stellen sog. Biologika dar, die zunehmend Bedeutung erlangen: Präparate, die Stoffe blockieren, welche eine Entzündung aufrechterhalten: IgE -Blocker (Omalizumab), IL-5-Blocker (Mepolizumab), IL-13-Blocker (Lebrikizumab).

Inzwischen wird daran geforscht Instrumente zu finden, um dem individuellen Patienten die für ihn geeignete und hilfreiche Therapie zu finden. Ziel ist eine auf den Patienten zugeschnittene, individualisierte Therapie. Das ist teilweise möglich. Noch ist es jedoch schwierig alltagstaugliche Parameter zu entwickeln, die einfach und klar auf die richtige Therapie hinweisen.

 

* Der Begriff wird geschlechterübergreifend verwendet.

Vermeiden von Schimmel in der Wohnung

Obwohl wir darüber fast nie reden: Schimmelpilze umgeben uns im Alltag ständig. Etwa 130.000 verschiedene Arten sind bekannt. Sie tun uns Gutes (z.B. in wunderbaren Käsesorten), Böses (z.B. Pilz-Lungenentzündungen) und allermeistens: nichts.

Für die Atemwege sind gewisse Belastungen mit Schimmelpilzen meist unproblematisch. Die Konzentrationen in der Luft dürfen aber nicht zu hoch sein.

Deswegen einige Ratschläge, um die Schimmelpilzbelastung in der Luft niedrig zu halten.

Wo gibt es Schimmelpilzbelastung in der Natur?

  • eher hoch in ungemähten Feldern (z.B. Getreide)
  • eher hoch in Ansammlungen von Blättern (im Herbst)
  • in Höhlen

Maßnahmen: diese Regionen vermeiden. Nach dem Betreten der Wohnung Duschen und Haare waschen, um die Sporenzahl zu verringern (vergleichbar mit der Pollenreduzierung im Sommer).

Wo gibt es Schimmelpilzbelastung im Haus?

Im Haus herrscht ebenfalls eine permanentes Vorkommen von Schimmelpilzsporen. Folgende Maßnahmen diesen dazu, die Konzentration mit Pilzsporen gering zu halten.

  • für trockene Innenräume sorgen: Lecks von Leitungen beseitigen
  • für eine gute Durchlüftung auch hinter Schränken und unter Betten sorgen (z.B. den Raum unter einem Bett frei halten).
  • Luftfeuchtigkeit messen: diese sollte unter 60% liegen. Liegt sie darüber: Stoßlüften.
  • kein Kippen der Fenster in kalten Jahreszeiten, sondern regelmäßiges Stoßlüften: dabei werden die Fenster für 5 Minuten (Dezember bis Februar) bis 15 Minuten (April/Mai und September/Oktober) voll geöffnet.
  • Das Stoßlüften im Bad ist besonders wichtig. Nach dem Duschen die Badtüre schließen und 2 – 3 Minuten kräftig lüften
  • Teppichböden sind ungünstiger als wischbare Böden
  • keine Pflanzen oder Kühlschränke in Schlafräumen

Autokindersitze

Die Stiftung Warentest veröffentlicht regelmäßig neue Testergebnisse über die Kindersicherheit im Auto. Im letzten Heft (November 2017) geht es um die Autokindersitze. In der folgenden Auswahl sind neben den besten neuen Sitzen mit guter Bewertung auch solche aus früheren Tests aufgeführt.

Kinder ab Geburt

i-size bis maximal 105 cm Körperlänge

  • Kiddy Evo-Luna i-Size                       480€        Note 1.5       aus Test 06/2016
  • Cybex Aton M i-Size & Base i-Size    350€                1.6       NEU (siehe Abbildung rechts)
  • Maxi-Cosi Pebble Plus                       275€                1.6       aus Test 11/2015

von Geburt bis 13 kg Körpergewicht

  • Cybex Aton 5                                     130€       Note 1.6       aus Test 06/2017
  • GB Idan                                              220€               1.7       aus Test 06/2017
  • Recaro Guardia  Smart Click Base    370€               1.8       NEU
  • Recaro Privia Evo & Smart Cl. Base  330€               1.8       NEU

von Geburt bis 18 kg Körpergewicht

  • Recaro Zero1                                     500€      Note 2.4        aus Test 11/2016
  • Klippan Kiss 2 Plus                            500€              2.5        NEU

Für Kinder ab 1 Jahr

von 9 kg bis maximal 36 kg Körpergewicht

  • Kiddy Phoenixfix 3                             259€      Note 1.7        aus Test 11/2016
  • Cybex Pallas M-Fix SL                      200€               1.9        aus Test 06/2017

von 15 kg bis 36 kg Körpergewicht

  • Cybex Solution M-Fix SL                   150€       Note 1.7       aus Test 06/2017
  • Britax Römer Kid II                             130€               1.8       aus Test 11/2015

Insgesamt fällt auf, dass für alle Sitze für Kinder ab dem Alter von 1 Jahr keine interessanten neuen Produkte auf den Markt kamen. Entweder rangieren sie auf den hinteren Plätzen (wie Max-Cosi Rodi XP Fix – immerhin Note 1.9) oder sie fielen gar durch (wie Jané Grand und Recaro Optia & Smart Click Base) wegen schwerwiegender Mängel.

Alle Eltern, die die Details nachlesen möchten, können sich das Testheft ab Dezember in der Praxis ausleihen. Bitte fragen Sie unsere Mitarbeiterinnen.

Bildnachweis: http://cybex-online.com/de/carseats/atonmisize.html

 

 

TIPP: wie wende ich Zäpfchen an?

Das Thema stellt sich allen Eltern. Nach vielen Wochen voller Gesundheit, fängt ein sonst zufriedener Säugling jämmerlich an zu schreien. Kein Hunger, das ahnen sie, sondern Schmerz. Das helfende Medikament ist ein Zäpfchen, das sich medizinisch Suppositorium  nennt. Das stammt vom Lateinischen supponere (darunterlegen) und dient auch als Grundlage in anderen Sprachen (Englisch: suppository, Französisch: suppositoire, Spanisch: suppositorio, Italienisch: supposta) – nur, wenn Sie mal im Urlaub sind.

Warum überhaupt Zäpfchen?

Gerade Säuglinge sind bei Schmerz sehr untröstlich. Sie schreien lauthals und an die Zufuhr eines Saftes oder einer Tablette ist nicht zu denken. Solange das so ist, sind die Suppositorien eine wichtige Darreichungsform von Medikamenten.

Da sie andererseits aber die unsicherste Gabe von Medikamenten ist, soll auf Säfte oder Tabletten umgestellt werden, so früh wie möglich.

Warum haben die Zäpfchen diese Form?

Die Form ist industriell vorgegeben. Leider verführt sie die meisten Eltern zur nicht optimalen Anwendung.

Warum also das Zäpfchen mit der stumpfen Seite zuerst einführen?

Wie so oft im Leben befasst sich kaum jemand mit den häufigen Dingen des Lebens, das scheint zu banal zu sein. Die heutigen Erkenntnisse gehen in aller Regel auf Abd-El-Maeboud zurück, der im höchst geschätzten Medizinjournal Lancet im Jahre 1991 eine Studie veröffentlichte. Darin empfiehlt er die Anwendung von Zäpfchen mit der Spitze nach hinten. Damit soll sichergestellt werden, dass die Zäpfchen nicht zu weit in den Darm vordringen. Würden sie das tun, so würde der Wirkstoff über die Leber abgebaut bevor er hilfreich ansetzen könnte. Denn nur das letzte Stück des Darmes ist mit seinen Adern direkt an die Hohlvene angebunden. Und nur von diesem kleinen Ort des Darmes gelangen die Substanzen direkt über die unter Hohlvene und das Herz in alle Organe. Unter Umgehung der Leber.

Praktische Tipps zur Anwendung

Trotz Schmerz, Fieber oder Krampfanfall besteht bei der Anwendung von Suppositorien nie ein Grund zu Hektik. Ruhe und Einfühlungsvermögen sind wichtig, um die Einführung des Zäpfchens nicht zum Horrorerlebnis für das Kind werden zu lassen.

Wie wir alle wissen, ist der After eine hoch sensible Region. Also handeln wir danach:

  • Zuerst umfassen wir das Zäpfchen mit unsern Fingern und setzen die stumpfe Seite mit leichtem Druck auf den After.
  • Nach wenigen Sekunden schmilzt die Oberfläche des Suppositoriums an.
  • Dann reizen wir mit leichten Bewegungen den After, der sich darunter langsam öffnet.
  • Es dauert wenige Sekunden und das Zäpfchen gleitet unter dem zarten Druck in den Mastdarm.
  • Wenn die Spitze kaum mehr an Analring zu sehen ist, haben wir es richtig gemacht. Bitte nicht mit dem Finger hinterher schieben!

Die Wirkung des Zäpfchens ist in Bezug auf Schmerz oder Fieber erst nach etwa 30 Minuten zu beobachten. Also wiederum ist Geduld gefordert.

Hähnchen-Nuggets: i-gitt

Ich selbst hab sie nie gemocht. Die Chicken-Wings oder Hähnchen-Nuggets. Allein schon die Farbe – leicht glänzend durch das Fett. Ne, das geht nicht.

Nun haben die Tester der Zeitschrift “Ökö-Test” genauer hingeschaut. Mit weniger Emotion und viel mehr Sachverstand. Und einem noch schlechteren Ergebnis, als meine Sinnesorgane es erwartet hätten.

Im Test fallen gleich mal 8 der 14 Produkte komplett durch. Und selbst die anderen sehen die Note “sehr gut” oder “gut” nicht. Die besten Note bekommen die Bio Cool Chicken Nuggets mit “befriedigend”.

Warum denn das? Zunächst mal Tierhaltung. Da ist bereits für die Ketten von Kentucky, McDonalds und Burger King Endstation. Keine Nachweise ist heute echt zuwenig. Bei Burger King kommen noch Enterobakterien hinzu, was Mediziner erschaudern lässt: “Ungenügend” für die Nuggets von Burger King. Viel Salz ist ohnehin in fast allen, in einigen gar künstliche Phosphate. Die Produkte der Discounter (Aldi Nord, Rewe, Edeka, Iglo, Vossko – üngenügend, Lidl, Real und Penny – ausreichend) setzen den Reigen schlechter Bewertungen fort. In vier Produkten fand sich Mineralöl.

Da vergeht mir der Appetit schon ganz!

Bild: pixabay

Grippeimpfung – oder schon flu shot

An einem Supermarkt in Halifax (Nova Scotia, Canada) fand sich die nebenstehende Aufforderung zur Impfung. FREE steht ganz oben. Weiter unten dann: “Ask your pharmacist”. Dieser Pharmacist verbirgt sich meist hinter einer großen Absperrung. Ob seine Antwort noch so schlicht ausfällt?

Kostenlos ist die Impfung für Kassenpatienten in Deutschland zum Glück immer. Und sie macht Sinn. Heute starten wir in der Praxis mit der Grippeimpfung (genauer, Impfung gegen Influenza). Aber ohne Werbung. Das ist bei uns nicht üblich und auch nicht erlaubt. Deswegen nur diese kurze Information.

Wer Interesse an der Impfung hat oder Fragen hierzu, möge sich bitte gerne melden. In unserer Region startet die Grippesaison frühestens im Dezember und sie dauert bis März. Eine Impfung im November verspricht den besten Erfolg.

Lebensmittelwarnungen

Auch wenn es hier um Warnungen vor verunreinigten Lebensmitteln geht: Nahrungsmittel, die wir in Deutschland zum Verzehr angeboten bekommen, waren in der Geschichte noch nie so sauber und von so guter Qualität wie heute. Anmerkungen wie “mal ehrlich… was können wir eigentlich noch essen?” (SWR-Fernsehen, 18.10.2017) sind völlig neben der Spur. Sie stammen von Autoren, die sich kaum auskennen aber gerne wichtig machen und die allgemeine Verunsicherung für ihre eigenen Vorteile zu nutzen wollen.

Dass Lebensmittel so sicher sind liegt daran, dass es eine regelmäßige und strenge Kontrollen aller Nahrungsmittel gibt. Bis ins Jahr 2005 gab es hierfür den Wirtschaftskontrolldienst (WKD), der seither in die Zuständigkeit der Landratsämter überging. In Stuttgart unterliegt die Kontrolle nun der Dienststelle für  ”Lebensmittelüberwachung, Verbraucherschutz und Veterinärwesen”. Kritische Verbraucher und bessere Verzahnung aller Beteiligter auch mit Hilfe der neuen Medien tragen dazu bei, dass die Endverbraucher schnell und umfassend informiert werden können.

Einen schnellen Überblick über alle bedeutsamen Lebensmittelwarnungen gibt die Homepage, die Sie durch Anklicken des Wortes aufrufen können. Dort sind aktuelle Warnungen schnell abrufbar.