Kategorie-Archiv: Praxis

Praxis: Erreichbarkeit in den Ferien

Mit den Schulferien beginnen auch für uns in der Praxis die Ferien der Mitarbeiterinnen und Ärzte. In den kommenden Wochen sind wir – bis auf eine Woche im August – für Sie erreichbar.

Heute, am 31. Juli 2017, arbeitet die Praxis wie gewohnt. Beide Ärzte und das gesamte Team sind für Sie da. Bitte nutzen Sie diese Gelegenheit um Langfristrezepte (Logopädie, Physiotherapie) bei Ihrem behandelnden Kinder- und Jugendarzt noch ausstellen zu lassen.

Dr. Niethammer arbeitet zu den üblichen Sprechzeiten (außer Donnerstag Nachmittag) mit verkleinertem Team ab dem 01. August (Dienstag) bis zum 16. August 2017.

Vom 17. August bis zum 23. August bleibt die Praxis geschlossen.

Vom 24. August (Donnerstag) bis zum 12. September 2017 arbeitet Dr. Wolff mit verkleinertem Team zu den üblichen Sprechzeiten (außer Dienstag Nachmittag).

Wir wünschen allen Kindern, Jugendlichen und ihren Eltern eine schöne Urlaubszeit. Erholen Sie sich gut und genießen Sie ggf. exotische Reiseerfahrungen im fremden Urlaubsland. Oder eine gemütliche Tour im traumhaften Donautal oder auf dem schönen Bodensee. Wir wohnen ja bereits in einer Urlaubsregion!

Salmonellose

In den Sommermonaten kommen sie wieder häufiger vor: Infektionen mit Salmonellen. Die Übertragung erfolgt meist über Nahrungsmittel und kann deswegen durch umsichtiges Verhalten beim Kochen oft vermieden werden.

Die Erreger – die Salmonellen – finden sich vor allem im Fleisch von Tieren. Ganz besonders bei den Arten, die uns als Nahrung dienen wie Rinder, Schweine, Hühner, Enten und anderes Geflügel. Die Erreger können entweder direkt von den Tieren oder bei der Schlachtung, der Verarbeitung oder der Zubereitung (beispielsweise beim Auftauen von Gefrierfleisch; Eierschalen) in das Essen gelangen.

Die Zunahme der Salmonellen-Erkrankungen in den letzten 25 Jahren beruht hauptsächlich auf der Infektion von Hühnern und deren Eiern. Die Zeit von der Ansteckung bis zur Erkrankung ist sehr kurz und beträgt meist weniger als 24 Stunden (5 bis 72 Stunden). Sie ist abhängig von der Anzahl an Salmonellen im verunreinigten Nahrungsmittel. Eine direkte Übertragung der Salmonellen von Mensch zu Mensch ist sehr selten.

Was sind Salmonellen?

Salmonellen sind Bakterien, die nach deren Entdecker (Dr. Daniel Edgar Salmon, 1850 – 1914) benannt sind. Aus der großen Gruppe der etwa 2500 verschiedenen Salmonellen rufen aber nur wenige Infektionen beim Menschen hervor. Im tropischen Ländern gibt es besonders gefährliche Salmonellen, die das lebensbedrohliche Krankheitsbild des Typhus verursachen. Salmonellen sind sehr widerstandsfähig gegen Abkühlung, Hitze und Austrocknung. Sie können daher über lange Zeiträume in der Umwelt überleben. Unterschätzt wird, wie gut Salmonellen auch im Kühlschrank überleben können. Die Mehrzahl der Salmonellen wird jedoch nach der Aufnahme durch den sauren Magensaft abgetötet.

Welche Krankheitszeichen treten auf?

Meistens beginnt die Krankheit plötzlich mit starken Bauchschmerzen und Durchfall, z.T. sogar blutigem Durchfall, sowie Erbrechen und Fieber. Das Fieber dauert kaum länger als 2 Tage, der Durchfall besteht über etwa eine Woche. In wenigen Fällen kann als Komplikation eine Begleitentzündung der Gelenke auftreten, die erst nach Wochen bis Monaten wieder ausheilt. Schwere Krankheitsverläufe treten vor allem bei Säuglingen, älteren Menschen oder Risikopatienten auf. Zu den Risikopatienten zählen z.B. Menschen mit Grundkrankheiten, bei denen die körpereigene Infektabwehr vermindert ist oder die eine fehlende oder verringerte Magensäureproduktion haben. Besonders bei ihnen kann es außer zu einer Infektion des Darmes auch zu einer Infektion des Blutes mit Salmonellen kommen. In deren Folge sind auch Infektionen der Knochen, Hirnhautentzündungen, Lungenentzündungen, Eiterherde in den Nieren, Herzbeutelentzündungen oder sogar Blutvergiftungen möglich, wenngleich selten.

Wie kann man sich anstecken?

Die Ansteckung erfolgt hauptsächlich über nicht oder ungenügend erhitzte Nahrungsmittel, die infizierte Eier oder Fleisch (vor allem Hühnerfleisch) enthalten. Den Nahrungsmitteln selbst merkt man dies nicht an, da der Geschmack nicht beeinträchtigt ist! Vor allem wenn Lebensmittel unter schlechten hygienischen Bedingungen hergestellt, transportiert oder gelagert werden, kann es zur Infektion mit Salmonellen kommen. Auch Konditoreiwaren, Salate (Sprossen), Eierspeisen (Speiseeis, Mayonnaise, Tiramisu…) und selten einmal Trinkwasser können verseucht sein. Sehr selten erfolgt die Ansteckung über unmittelbaren Tierkontakt, z.B. mit Reptilien (Schildkröten oder Leguanen), die als Haustiere gehalten werden. Erkrankte gelten als ansteckend, solange sie Salmonellen mit dem Stuhl ausscheiden. Die Ausscheidung der Salmonellen mit dem Stuhl stoppt in der Regel nach wenigen Tagen, kann aber auch bis zu 5 Wochen dauern. Personen, welche Salmonellen länger als ein Jahr mit dem Stuhl ausscheiden, werden als “Dauerausscheider” bezeichnet. Die direkte Übertragung von Mensch zu Mensch (über den Stuhl, an die Hände und über Nahrungsmittel zum Mund) z.B. innerhalb einer Familie ist selten.

Vorbeugung

Schutzmassnahmen für Gesunde: Es gibt keine Schutzimpfung gegen unsere einheimischen Salmonellen, man kann sich nur durch allgemeine hygienische Massnahmen wie persönliche Hygiene, insbesondere Händewaschen nach dem Toilettenbesuch, und hygienische Speisezubereitung schützen: gründliche Reinigung der Hände und Küchenutensilien während verschiedener Arbeitsgänge bei der Zubereitung des Essens. Sehr wichtig ist die Einhaltung einer Garzeit von mindestens 10 Minuten bei 90°C . Ein längeres Warmhalten bei niedriger Temperatur von Speisen ist unbedingt zu vermeiden! Man sollte möglichst keine Speisen mit rohen Eiern zu sich nehmen und bei Reisen in warme Länder ungekochte Speisen oder Salate vermeiden. Vor Auslandsreisen in Risikoregionen für Typhus (z.B. Afrika, Asien, Südamerika) kann man sich durch Impfung (Kapseln zum Schlucken bzw. Spritze) zum Teil schützen.

Therapie

Wie bei anderen Durchfallerkrankungen auch, ist es wichtig auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten und durch den Durchfall verlorenen Salze (Elektrolyte), zu
ersetzen. Weitere Massnahmen sind bei ansonsten gesunden Personen meist nicht nötig. Antibiotika werden bei unkomplizierten Infektionen nicht eingesetzt, weil sie zu einer
verlängerten Ausscheidung der Salmonellen führen können. Auch haben sie keinen Einfluss auf die Dauer und Schwere des Durchfalls. Mit Antibiotika werden deshalb nur die
schweren Komplikationen sowie alle Infektionen bei Risikopatienten behandelt.

25 Jahre praxisblättle!

Das praxisblättle feiert in diesem Jahr seinen 25. Geburtstag. In den zwei Duzend Jahren seiner Karriere hat es sich stark gewandelt.

Zu Beginn kam es ab dem Jahre 1992 auf farbigem Papier heraus (siehe die jüngste erhaltene Ausgabe 4.93 rechts im Bild). Das muss damals wohl schick gewesen sein, so genau weiß ich das heute nicht mehr. Auf vier Seiten wurde Themen diskutiert, die von AIDS über die Homöopathie bis zur Einführung der Krankenversichertenkarte (CHIP-Karte) reichten.

Die Erstellung des praxisblättle war sehr aufwendig. Sie fand zwar schon am Computer statt, aber die einzelnen Graphiken mussten damals noch auf die Ur-Exemplare geklebt werden. Danach liefen Kopierer heiß und die Blätter mussten richtig sortiert werden. In den Anfängen wurden 4 Ausgaben pro Jahr erstellt. Die Auflage lag bei etwa 150 Exemplaren.

So vergingen einige Jahre bis das praxisblättle den Interessenten als E-Mail zugestellt wurde, was um die Jahrtausendwende begann. Damals starteten wir, das praxisblättle monatlich zu veröffentlichen. Im ersten Verteiler fanden sich gerade mal 10 Mailadressen. Das waren die Zeiten, als das Fax ganz schick war – und die e-Mail weitgehend unbekannt.

Der Blog, den Sie heute sehen, erschien erstmals am 04. Januar 2013.

Ohne die tatkräftige Unterstützung meiner Kinder wäre das Projekt nicht denkbar gewesen. Sie gaben Anstösse, machten Mut – “ist viel einfacher als Du denkst” und führten die Programmierung durch. Ich habe die Hilfe immer gerne angenommen und brauche sie immer seltener. Ein Glück für Kinder, dass manchmal sogar Eltern lernfähig sind.

Was geht rum? 24. Juni 2017

Der Sommer zeigt sich von seiner wunderbaren Seite. Da mögen viele Menschen unter der Hitze stöhnen, aber frische Infektionen sehen wir kaum mehr. Zum Glück ist auch die Welle mit der Mundfäule fast zu Ende. Bei diesem Wetter Fieber zu haben und kaum schwitzen zu können – was viele Kinder betrifft – ist sehr unangenehm. Ein lauwarmer (!) mit Wasser getränkter Waschlappen kann da sehr hilfreich sein. Die Haut sollte nach dem Abreiben aber nicht abtrocknet werden (Verdunstungskälte).

Verletzungen stehen im Vordergrund der momentanen Arztbesuche. Manche Wunden sind entzündet – auch Bakterien lieben die Feuchtigkeit und Wärme. Wunden sollten soweit möglich “luftig” gehalten werden. Nach einer Wundreinigung mit Octenisept© sind weitere Maßnahmen bei Schürfungen und kleinen Verletzungen meist nicht nötig. Der trockene SWchorf ist der beste Verband kleiner Wunden. Von Heilsalben geht kein Heil aus.

Momentan ist auch die Zeit der Zecken. Deswegen stellen wir im Folgenden einen ausführlichen Beitrag aus DocCheck (vom 13. Juni 2017) zum Thema FSME vor. Darin werden viele wichtige Aspekte dargestellt, die in der Diskussion meist untergehen. Es lohnt sich also durchaus, den langen Absatz zu lesen – viel Spaß: In den beiden Bundesländern mit der größten FSME-Erkrankungshäufigkeit, Baden-Württemberg und Bayern, liegt die Inzidenz bei Kindern unter fünf Jahren und ist bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 15 und 29 Jahren mit 0,5–0,6 Erkrankungen pro 100.000 Einwohnern im Jahr am niedrigsten. Bei Kindern im Alter von 5–14 Jahren wird sie mit 0,9–1,0 Prozent angegeben.

Was noch entscheidender ist: In den allermeisten Fällen verläuft die Erkrankung bei Kindern glimpflich. Nur bei etwa zwei Prozent der Erkrankten werden laut RKI bleibende neurologische Folgeschäden beobachtet. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind in einem stark betroffenen Gebiete eine Erkrankung mit anschließendem neurologischen Folgeschaden erleidet liegt dadurch bei 1 bis 2 zu 10 Millionen.

Selbst wenn man davon ausginge, dass die Impfung die Hälfte aller Fälle verhindert (die durchschnittlichen Durchimpfungsraten bei Schulanfängern liegen bei ca. 30 Prozent), läge das Risiko also bei 1 bis 2 zu fünf Millionen. Schwere Verläufe ohne Langzeitfolgen kommen mit einer Wahrscheinlichkeit von 1 bis 2 zu 800.000 vor, wenn man die Angaben des RKI hochrechnet.

Demgegenüber stehen die Risiken der Impfung mit inaktiviertem Virus. Leichtere Nebenwirkungen wie Fieber sind recht häufig – es tritt bei ungefähr zehn Prozent aller Geimpften auf, Schüttelfrost bei ein bis zehn Prozent. Laut Fachinformation von FSME-Immun© Junior (Pfizer) wurden nach der Markteinführung zudem folgende schwerwiegendere Nebenwirkungen mit einer Häufigkeit von bis zu 1 von 1.000 berichtet: allergische Reaktionen, neurologische Symptome wie Gesichtslähmungen, vollständige Lähmungen, Nervenentzündungen, entzündliche Erkrankungen des Gehirns, Krampfanfälle mit und ohne Fieber und weitere.

Encepur© Kinder (Glaxo Smith Kline) listet in der Fachinfo mit einer Wahrscheinlichkeit von seltener als 1 zu 10.000 unter anderem auf: allergische Reaktionen mit krampfartiger Verengung der Atemwege und Kreislaufstörungen, eine vorübergehende Abnahme der Blutplättchen, Sehstörungen. Es wird außerdem darauf verwiesen, dass nach der Impfung Erkrankungen des zentralen oder peripheren Nervensystems, einschließlich aufsteigender Lähmungen bis hin zur Atemlähmung (z.B. Guillian-Barré-Syndrom) aufgetreten sind. Auch in der Beilage von FSME-Immun verweist man auf das Auftreten des Guillian-Barré-Syndroms.

FSME 2-001

FSME-Karte mit Inzidenzen © Robert-Koch-Institut

In beiden Fällen fehlt eine Häufigkeitsangabe, bei Encepur ist von Einzelfällen die Rede. Doch das sind gefährlich verlaufende kindliche FSME- Erkrankungen eben auch. Selbst wenn die Impfung Kinder für drei oder später für fünf Jahre schützt, bleibt das Nutzen-Risiko-Verhältnis alles andere als eindeutig.

In der Datenbank des Paul-Ehrlich-Instituts belegt die FSME-Impfung bei den Nebenwirkungen den vierten Platz unter den Impfstoffen, mit knapp 4.300 gemeldeten Verdachtsfällen. Eine Cochrane Review von 2009 hat bei drei Impfstoffen (darunter FSME-Immun und Encepur Kinder) keine ernsten oder gefährlichen Nebenwirkungen festgestellt. Hierfür wurden Studien mit 8.184 Teilnehmern ausgewertet, darunter nur 1.598 Kinder. Die Autoren hatten deshalb auch eine genauere Langzeitbeobachtung der Nebenwirkungen empfohlen.

Liegen dem RKI andere Zahlen vor, die den Mehrwert einer Impfung von Kindern plausibel machen? Es gebe ihres Wissens nach „keine umfassende Analyse hinsichtlich der Häufigkeit vergleichbarer Schäden nach einer FSME-Impfung und der FSME-Erkrankung‟, räumt Hellenbrand ein. Woher aber sollen die Ärzte dann wissen ob eine Impfung im Einzelfall sinnvoll ist?

Hellenbrand rät neben der allgemeinen Wahrscheinlichkeit einer Zeckenexposition (bei Kindern, die zum Beispiel viel im Freien spielen oder einen Waldkindergarten besuchen ist sie erhöht) die regionalen FSME-Inzidenzen „als Entscheidungshilfe in die Nutzen-Risiko-Abwägung miteinzubeziehen‟. Doch genau diese werden vom RKI zurückhaltend kommuniziert.

Während 2006 auf der FSME-Karte des epidemiologischen Bulletin noch verschiedenfarbig Risikogebiete, Hochrisikogebiete und Gebiete mit geringerer FSME-Endemizität gekennzeichnet wurden, verschwand diese Aufteilung danach in den offiziellen Karten. Einfarbige Karten vermitteln seitdem fälschlicherweise den Eindruck, dass eine Impfung in allen markierten Gebieten gleich sinnvoll sei. Inzwischen findet man zusätzlich zu den einfarbigen Versionen wieder eine verkleinerte, dreifarbige Darstellung, wenn man gezielt danach sucht und sich bis auf die letzten Seiten des epidemiologischen Bulletin durchklickt.

Verwirrend wird es, wenn man nun noch die Karten eines Impfstoffherstellers hinzuzieht. So veröffentlicht die Firma Pfizer über ihr „Infoportal‟ zecken.de eigene Versionen. Dort sind nicht nur die RKI Gebiete einheitlich in dunkelorange eingefärbt – ohne Unterteilung nach Inzidenzen. Zusätzlich finden sich über ganz Deutschland verteilt gelb gefärbte Regionen. In der Legende findet sich die Aufschlüsselung: Dies seien „Landkreise mit vereinzelt auftretenden FSME-Erkrankungen, die jedoch nicht der Definition für ein FSME-Risikogebiet nach Robert Koch-Institut entsprechen‟. Eltern, die solche Karten sehen, könnten meinen, dass es nahezu überall gut wäre, ihre Kinder zu impfen.

Was geht rum? 17. Juni 2017

Das Sommerwetter der letzten Woche hat sich nochmals günstig auf die Gesundheit der Kinder ausgewirkt.

Davon ausgenommen sind natürlich die Allergiker, denen der Gräserpollenflug in diesem Jahr schwer zu schaffen macht. Da mag vielleicht eine Fahrt auf dem Bodensee die Beschwerden etwas mildern. Sinnvoll ist aber besonders, dass die Schleimhäute sich über die Nacht erholen dürfen. Es sollte alles daran gesetzt werden, die Pollenbelastung im Bett gering zu halten. Abendliches Duschen – nur mit Wasser – ist eine wichtige Maßnahme hierfür.

Das schöne Wetter begünstigt auch das Risiko für Verletzungen. Allen voran ist in den letzten Jahren das Trampolin Gefahrenquelle Nummer 1. Besonders dann, wenn mehrere Kinder gleichzeitig ausgelassen hüpfen, erhöht sich das Risiko.

Und seit Monaten geht kann man sich in Baden-Württemberg und Bayern wieder mit dem Hantavirus anstecken. Das Virus wird über Ausscheidungen von infizierten Mäusen übertragen. Besonders das Einatmen dieses Erregers (Gartenarbeit, Säubern von Gartenlauben oder Kellern) mit dem Staub stellt das Hauptrisiko dar. Nach Ansteckung kann es nach 2-4 Wochen zu teils schweren Erkrankungen der Niere, des Herzens und der Lunge kommen. Manche Erkrankungen verlaufen auch inapparent – d.h., der Patient verspürt keine Symptome. Bisher sind in diesem Jahr bereits über 600 Neuerkrankungen gemeldet worden.

Kennen Sie eine medizinische Fachangestellte (MFA)? Oder sind Sie vielleicht selbst eine?  In unserer Praxis in Pfullendorf (nördliche Bodenseeregion) brauchen wir dringend Verstärkung. Wie Sie wissen, ist unser Einzugsgebiet groß und wir möchten den Kindern und Jugendlichen – und natürlich auch den Eltern – gerecht werden und helfen, eine gesunde Entwicklung ihrer Kinder zu ermöglichen. Aber das kann ein Kinder- und Jugendarzt nicht alleine. Das geht nur im Team! Vielleicht mit Ihnen? Suchen sie eine Stelle? Wollen Sie sich verändern? Dann melden Sie sich doch gerne bei unserer Mitarbeiterin Michaela Müller (07552 / 93 000).

Was geht rum? 13. Mai 2017

Inzwischen ist die Zahl der Infekte auf einem niedrigen Niveau angekommen. Bedeutsam ist eine Gastroenteritis mit Erbrechen und Durchfall, die vorwiegend bei Schulkindern und Jugendlichen auftritt. Daneben gibt es Erkrankungen an Herpangina, einer Sommergrippe, die zwar zu Fieber führt, aber nur selten schwer krank macht. Die bakterielle Streptokokkenangina und der Scharlach sind eher selten.

In der Gemeinde Ostrach – siehe auch die Eilmeldung vom Mittwoch – sind mehrere Fälle von Keuchhusten aufgetreten. Die Impfung stellt einen guten Schutz dar und ist für alle Altersgruppen zu empfehlen – auch für Erwachsene.

In der kommenden Woche sollte uns die Sonne – hier das einladende Bild von Emilie – öfter verwöhnen. Zecken und Allergien werden häufiger werden und Sonnenbrände vielleicht auch. Also bitte schnell umstellen.

Wer in Urlaub geht kann in Südafrika auf eine außergewöhnliche Häufung von Malaria treffen. Besonders betroffen ist zuletzt die Provinz Limpopo im Nordosten des Landes. Im Distrikt Waterberg wurden Mitte März 46 Infektionen bestätigt.

Recht: Kinderbetreuung im Krankheitsfall

Rechtliche Fragen sind auch im Alltag von Familien immer wichtiger. Hierzu wird auch das praxisblättle künftig informative Beiträge bringen. Sie sollen Eltern darin unterstützen, Leistungen die angeboten werden, auch wahrzunehmen.

Eine zentrale Stellung hat die Regelung der gesetzlichen Krankenkasse, dass berufstätige Mütter und Väter pro Jahr und Elternteil für das mitversicherte kranke Kind (vor dem 12. Geburtstag) einen Anspruch auf Freistellung von der Arbeit haben. Diese Möglichkeit steht jedem Elternteil pro Kind für jeweils 10 Tage zu. Bei mehreren Kindern können bis zu 25 Tage (im Jahr) geltend gemacht werden. Somit können beide Eltern – wenn sie ein Kind haben – gemeinsam diese Regelung max. 20 Tage pro Jahr nutzen, bei mehreren Kindern bis zu 50 Tage. Alleinerziehende können ebensoviele Tage in Anspruch nehmen, also auch bis zu 50 Arbeitstage pro Jahr.

Während dieser Freistellung wird Krankengeld bezahlt, das abhängig vom Gehalt etwa bei 70% des Bruttolohns liegt. Maximal kann es bis zu 90% des Nettogehalts ausmachen.

Für die Inanspruchnahme muss eine Bescheinigung des betreuenden Kinder- und Jugendarztes (oder Hausarztes) vorgelegt. werden. Sprechen Sie Ihren Arzt also direkt an, wenn sich zeigt, dass Ihr Kind aus medizinischen Gründen über mehrere Tage zuhause gepflegt werden muss.

Praxis: Öffnungszeiten an der Fasnet

Während der Fasnet (im Bild rechts Stettener Böcke beim Narrensprung in Weingarten 1990) sind die Öffnungszeiten unserer Praxis etwas geändert:

  • Schutzige Dunschtig (23.02.): ganztags geschlossen.   Vertretungen: Morgens Dr. Steiner (Bad Saulgau) und Frau Hummel (Sigmaringen). Nachmittags Dr. Laubrock (Sigmaringen)
  • Freitag (24.02): reguläre Öffnungszeiten
  • Rosenmontag (27.02): ganztags geschlossen. Vertretungen: Dr. Steiner (Bad Saulgau), Frau Hummel (Sigmaringen)

Die Vertretungen sind jeweils auch auf dem Anrufbeantworter hinterlegt sowie als Aushang an der Eingangstüre nachzulesen.

Narri! Narro!

Kinderkrankheiten (2): Keuchhusten

Der Keuchhusten ist eine der klassischen Kinderkrankheiten. Ausgelöst wird der Keuchhusten durch das Bakterium Bordetella pertussis. Auf der Bronchialschleimhaut vermehrt es sich und bildet dabei verschiedene Gifte (Toxine), die zusätzlich die Abwehr des Körpers schwächen. Der Keuchhusten kann jederzeit auftreten, ist aber im Herbst und Winter gehäuft.

Ein Problem dieser Erkrankung ist, dass sie in allen Fällen schleichend mit zunächst leichtem Husten beginnt, der schließlich jedoch lange anhält und bei vielen Menschen zu heftigem, “keuchenden” Husten führt. Dadurch wird er spät erkannt und verbreitet sich leicht, sofern kein Impfschutz vorliegt.

Für Deutschland wurden im Jahre 2015 genau 13.895 Erkrankungen gemeldet. Am stärksten waren Säuglinge betroffen mit etwa 25 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner, am wenigsten wurden Erkrankungen bei über 80-Jährigen (4 pro 100.000 Einwohner) gemeldet.

Keuchhusten ist hoch ansteckend mit einer Inkubationszeit von 9-10 Tagen (6-20 Tage maximal). Den Verlauf der Symptome unterteilt man traditionell in 3 Stadien:

  • Stadium catarrhale: Dies ist charakterisiert durch grippeähnliche Symptome mit eher leichtem Husten, Schnupfen und wenig Fieber. Es dauert 1 bis 2 Wochen.
  • Danach schließt sich das Stadium convulsivum mit einer Dauer von 4 – 6 Wochen an. In dieser Zeit tritt der typische stakkatoartige Husten (auf youtube können Sie den typischen Husten hören) vorwiegend in der Nacht auf. Fieber besteht teilweise, muss aber nicht vorliegen.
  • Im Stadium decrementi (Dauer 6 – 10 Wochen) nimmt die Heftigkeit des Husten langsam ab, die Ansteckung schwindet. Ein unbehandelter Keuchhusten ist also teilweise über 2 Monate lang ansteckend.

Bei Jugendlichen und Erwachsenen zeigt sich der Keuchhusten vorwiegend als langanhaltender Husten. Deswegen wird er oft nicht oder sehr spät erkannt, während sich in der Umgebung schon viele anstecken konnten. Bei Säuglingen kann es im Gegensatz hierzu Verläufe geben, die zunächst ohne Husten aber mit Erstickungsanfällen (Apnoen) beginnen. Diese und viele weitere Komplikationen machen den Keuchhusten besonders im Säuglingsalter zu einer extrem gefährlichen Krankheit.

Die Diagnose kann bei typischer Krankheit direkt gestellt werden. In vielen Fällen muss sie durch Abstriche (im Beginn) oder Blutuntersuchungen gesichert werden.

Als Therapie können Antibiotika eingesetzt werden, da der Keuchhusten durch Bakterien verursacht wird. Die Therapie vermag eine weitere Verschlechterung der Hustenproblematik oft zu verhindern. Eine Besserung oder gar rasche Beendigung ist nicht zu erwarten. Die Bedeutung der antibiotischen Behandlung liegt in erster Linie darin, dass die weitere Ansteckung gestoppt werden kann.

Durch die Schutzimpfung ging die Häufigkeit dieser Erkrankung in den 1950ger Jahren soweit zurück, dass die Meldepflicht bereits 1963 aufgegeben wurde. Später tauchten medizinische Bedenken gegen den Impfstoff auf. Es folgte die Rücknahme der Impfempfehlung zwischen den Jahren 1974 und 1991 (in der BRD – nicht in der DDR) und damit verbunden ein erneuter Anstieg der Fallzahlen. Mit der neuerlichen Empfehlung für eine Impfung (nunmehr mit dem “neuen” sog. azellulären Impfstoff) nahm die Erkrankungshäufigkeit ab 1991 wieder deutlich ab. Die Achterbahnfahrten in Bezug auf die Impfungempfehlungen zum Keuchhusten sind heute kaum mehr nachvollziehbar. Vielen Kindern haben sie das Leben, anderen – durch die Komplikationen – Lebensqualität gekostet.

Die Impfung der Säuglinge gegen Keuchhusten ist seit Jahrzehnten gut etabliert. Über 90% aller deutschen Säuglinge sind geimpft. Einen Schutz erreicht jedoch erst die 3. Impfung im Säuglingsalter, weswegen ein früher Start der Impfung (Beginn 3. Lebensmonat) angestrebt wird. Und dennoch: ”Der Impfstoff gegen Keuchhusten ist derjenige mit der relativ schwächsten Wirksamkeit von allen Impfungen, die wir allgemein empfehlen”, sagt Stiko-Mitglied Prof. Dr. Ulrich Heininger vom Schweizer Universitäts-Kinderspital beider Basel (UKBB). “Bei etwa zehn Prozent entwickelt der Impfstoff keinen Schutz. Deshalb kann Keuchhusten anders als Masern oder Kinderlähmung auch nicht ausgerottet werden.”  Die vierte Impfung kurz nach dem ersten Geburtstag verlängert den Impfschutz für weitere 5 Jahre. 

Bedeutsam ist, dass auch Erwachsene regelmäßig – im Rahmen der “Tetanus-Impfung” zusätzlich gegen Keuchhusten geimpft werden sollte. Dafür liegen mehrere Impfstoffe vor, die Diphterie, Tetanus + Keuchhusten (Boosterix©) enthalten. Damit schützen sie sich selbst, aber noch viel mehr schützen sie wehrlose Säuglinge, die – altersbedingt – noch nicht geimpft werden konnten oder aber keinen effektiven Schutz entwickelt haben. Die Impfung ist – abgesehen von leichten Lokalreaktionen – gut verträglich.

 Bildquelle: https://phil.cdc.gov/phil/home.asp 

Praxis: Neue Notdienstregelung

Ab heute, dem 01. Februar 2017, ist unsere Kinder- und Jugendarztpraxis in Pfullendorf an den Notdienstbezirk in Singen am Hohentwiel angebunden. Damit ändert sich auch die Notfallnummer:

Notfall-Rufnummer in Singen:  0180  607 7312

Alle ärztlichen Notdienste in Baden-Württemberg wurden in den letzten Jahren neu geregelt. Erste Konsequenzen zeigten sich regional für die Erwachsenen, als beispielsweise der Notdienstbezirk in Pfullendorf aufgelöst wurde. Seither bestehen für die Erwachsenen (als allgemeiner Notdienst) in unseren Landkreis nur noch der Notdienst in Sigmaringen und Bad Saulgau.

Für die Kinderärzte gab es in den vergangenen zwei Jahren eine Zwischenlösung durch den Zusammenschluss der Landkreise Sigmaringen und Zollern-Alb. Dieser wurde nun durch die Kassenärztliche Vereinigung in Reutlingen (KV Baden-Württemberg) aufgelöst: Teile des Kreises Sigmaringen wurden nun Ravensburg, andere Reutlingen zugeschlagen. Unsere Kinder- und Jugendarztpraxis in Pfullendorf ist nun Teil der Notfallpraxis in Singen.

Was bedeutet das für Ihre Kinder?

In Notfällen an den Wochenenden können Sie sich an den kinderärztlichen Notdienst in Singen wenden. Dieser ist am Städtischen Krankenhaus in Singen eingerichtet und unter der o.g. Nummer täglich von 8 bis 23 Uhr erreichbar.

Sie können aber – wenn es für Sie günstiger ist – sich an Wochenenden auch an den kinder- und jugendärztlichen Notdienst in Ravensburg wenden. Die

Notfall-Rufnummer in Ravensburg: 0180  19 29 288

Unter der Woche ab 18 Uhr ist nur der kinderärztliche Notdienst in Singen unter der o.g. Nummer für Sie erreichbar. Einen vergleichbare Erreichbarkeit gibt es für Ravensburg nicht.