Kategorie-Archiv: Was geht rum?

Was geht rum? 18. Februar 2017

Die Grippewelle rollt weiter. Die Erkrankungen an Influenza haben jedoch nicht die Heftigkeit der letzten Jahre. Dennoch, sie treffen viele Kinder und Jugendliche sowie deren Familien schwer. Die Influenza ist – das wird oft nicht bedacht – eine Krankheit, die die stärksten Leute umhaut. Anders als normale Infekte mit Husten und Schnupfen zwingt sie Menschen ins Bett, die andere Infekte locker ertragen. Einzelne Verläufe sind auch mit Komplikationen verbunden. Insofern raten wir zu einer ärztlichen Untersuchung, um die Schwere der Influenza im Einzelnen abschätzen zu können.

Neben der Influenza gibt es viele Kinder, im im Rahmen eines “normalen” Racheninfektes an Mittelohrentzündung erkrankt sind. Diese sind oft rasch auftretend, so dass viele Kinder mit bereits geplatzten Trommelfellen vorgestellt werden. Das ist medizinisch nichts schlimmes, sollte aber wegen einer weiteren Therapie ärztlich kontrolliert werden.

Nach längerer Zeit trat wieder einmal Scharlach auf – sogar bei einem Kind, das gerade erst 3 Jahre alt geworden war. Einzelne Streptokokkenerkrankungen (gleicher Erreger wie bei Scharlach, aber ohne Ausschlag) waren ebenfalls zu beobachten.

Die Zahl der Kinder und Jugendlichen mit Verdacht auf Pfeiffer’sches Drüsenfieber steigt langsam an. Durch die lange Inkubationszeit rechnen wir noch mit weiteren Erkrankungen.

Was geht rum? 11. Februar 2017

Die Influenza ist mit aller Wucht nun seit 10 Tagen im oberen Linzgau unterwegs. In einigen Schulklassen sind weniger als die Hälfte der Schüler anwesend und auch viele Lehrer hüten das Bett. Jetzt ist wieder die Zeit von Möchtegern-Wahrsagern, die mit wilden Gerüchten die Stimmung anheizen. Die Influenza – das ist seit über 100 Jahren klar – kommt bei uns immer um diese Jahreszeit vor. Wie heftig und wie lange sie bleibt konnte bislang niemand voraussagen. Da helfen auch keine Würfel. Es sei denn, am Bett eines Kranken, um ihn abzulenken.

Die einfachen Racheninfekte werden im Gegenzug weniger. Damit gingen in der letzten Woche auch die Mittelohrentzündungen zurück. Aber schon gestern, am Freitag, erkrankten erneut über Nacht viele Klein- und Schulkinder an akuter Mittelohrentzündung.

In die Diskussion um den kinderärztlichen Notdienst hat sich nun die Politik eingeschaltet. Leider stehen dann nicht immer Sachargumente im Vordergrund. Sicher ist, dass eine Kinderklinik in Sigmaringen eine sinnvolle Sache wäre. Die wird vermutlich kaum durchsetzbar sein. Ein Notdienst in Albstadt – wie zuletzt gefordert – ist für die Pfullendorfer jedoch keine Alternative. In Singen ist der kinderärztliche Notdienst an die fachlich bestens aufgestellte Kinderklinik angegliedert. Dort können Eltern sicher sein, dass im Notfall alles medizinisch Notwendige gemacht wird, um dem akut erkrankten Kind zu helfen.

Für alle Reisenden nach Rumänien: Dort sind in den vergangenen vier Monaten 2165 Erkrankungen an Masern aufgetreten (in 2015 nur 15 Fälle insgesamt). Von den Erkrankten starben 12 Personen. Bitte bei Reisen nach Rumänien auf einen guten Impfschutz gegen Masern achten.

Was geht rum? 04. Februar 2017

Die Infektwelle mit Atemwegsinfekten geht weiter. Betroffen sind alle Altersgruppen, wobei Säuglinge und Kleinkinder vorwiegend von einer Mittelohrentzündung geplagt werden, während die Schulkinder öfter asthmatische Beschwerden haben. Die Influenza (echte Grippe) ist in unserer Region angekommen und hat gestern rasant zugelegt. Betroffen sind alle Altersgruppen. Nur Säuglinge sind selten betroffen, sie werden von den RS-Viren heimgesucht, die mindestens ebenso schlimme Krankheitsbilder machen. Dadurch wurden in der letzten Woche einzelne stationäre Behandlungen erforderlich.

Kinderkrankheiten sind im Moment keine im Umlauf. Auch die Windpocken scheinen in den Startlöchern steckengeblieben zu sein.

… und denken Sie bitte an die neue Notdienstnummer der Kinder- und Jugendärzte:

0180 60 77 312

der Notfallpraxis in Singen (siehe praxisblättle vom 01. Februar 2017). Die bisherige Notdienstnummer hat keine Gültigkeit mehr.

Was geht rum? 28. Januar 2017

Nach einigen Wochen Ruhepause haben die Zahl der Infekte wieder Fahrt aufgenommen. Die Infektwelle ist angekommen. Führend – wie immer im Winter – sind Atemwegsinfekte. Dabei fällt auf, dass viele Kinder mit Infektasthma eine deutliche Verschlechterung erfahren und Inhalationen im Moment besonders wichtig sind. Die Gruppe der kranken Kleinkinder ist zu großen Teilen von Mittelohrentzündungen betroffen. Unter diesen sind typische virale Otitiden (Mittelohrentzündungen), die kein Antibiotikum benötigen und auch einige Reizungen den Trommelfells (Myringitis), die zwar schmerzhaft sind, aber ebenfalls ohne Zusatznutzen aus einem Antibiotikum. Manchmal wünscht man sich ein paar starke Ritter, die die Krankheiten abwehren helfen.

Die Influenza (Grippe) hat sich weiter ausgebreitet. Eine echte Grippewelle besteht aber in unserer Region nicht.

Der Krupphusten ist weiterhin häufig und betrifft alle Altersgruppen vom Säugling bis zum 13-jährigen Jugendlichen. Für weitere Informationen lesen Sie nochmals im praxisblättle vom Oktober 2016 nach.

Eine Erkrankung an Mononukleose (Pfeiffer’sches Drüsenfieber) trat in der vergangenen Woche auf. Dabei steht häufig eine kräftige Angina und hohes Fieber über mehr als 5 Tage im Vordergrund.

Was geht rum? 21. Januar 2017

Die Infekte verharren weiterhin auf gleichem Niveau. Im oberen Linzgau stehen noch immer die oberen Atemwegsinfekte mit Mittelohrentzündungen im Vordergrund.

Daneben treten häufiger auch Lungenentzündungen auf. Diese sind stark gehäuft bei Kindern und Jugendlichen mit obstruktiver Bronchitis oder Infektasthma.

Mitte der Woche bestand bei einer Jugendlichen der dringende Verdacht auf eine Influenza (Grippe), die labortechnisch nicht untersucht wurde. Die in der Presse berichtete “Grippewelle” ist bislang bei uns nicht angekommen. Die Karte rechts zeigt die Häufigkeit der Atemwegsinfekte, mitgeteilt von der Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI). Dabei stellen blauen Flächen Regionen mit wenig Aktivität, die roten solche mit starker Aktivität dar. Demnach scheint die Grippewelle in Freiburg sowie im Markgräflerland angekommen zu sein.

Die Zahl der Hautprobleme nehmen in den letzten Wochen zu. Kinder und Jugendliche mit Neurodermitis bekommen in Anbetracht der trockenen Innenraumluft zunehmend Beschwerden mit Ekzem und dessen Juckreiz. Sonnen tut gut, nur haben wir jetzt davon etwas wenig. Da wäre ein Flug in den Süden eine wunderbare Hilfe, die jedoch den meisten von uns nicht vergönnt ist. Für die betroffenen ist es wichtig, die Haut bis in den April hinein sorgfältig einzucremen, um den möglichen Schub einer Entzündung der Haut zu verhindern.

Magen-Darm-Infektionen spielten eine untergeordnete Rolle.

In der gesamten Woche wurden keine neuen Erkrankungen mit Windpocken vorgestellt.

 

Was geht rum? 14. Januar 2017

Auch in der letzten Woche waren glücklicherweise eher wenig Infekte zu beobachten. Die durch das Norovirus ausgelöste Magen-Darm-Grippe hat sich nun verabschiedet. Jetzt gibt es die jahreszeitlich üblichen Winterinfekte mit Fieber, Halsweh und Husten.

Inzwischen traten weitere Erkrankungen an Windpocken auf. Eine davon in Pfullendorf. Das Mädchen hatte sich bei dem ersterkrankten Kind angesteckt. Eine weitere ohne Kontakt zu den ersten beiden erkrankte in der Region Ostrach. Wie im letzten praxisblättle beschrieben, vermag eine erste Impfung zu etwa 65% zu schützen; erst die zweite Impfung – die allerdings vor 10 Jahren noch nicht eingeführt war – führt zu einem Schutz von mehr als 90%. Überprüfen Sie also ggf. den Eintrag im Impfbuch Ihrer Kinder oder fragen Sie bei uns nach.

Am kommenden Mittwoch, 17. Januar 2017 werde ich einen Vortrag halten zum Thema: “Afrika – eine ehrliche Zusammenarbeit am Beispiel des Vereins credimus e.V.“.  Wenn Sie Lust haben, in diese schwierige und heikle Diskussion um die Hilfe für die Armen einzusteigen, lade ich Sie herzlich ein mit mir zu diskutieren. Der Vortrag findet im Dienstleistungszentrum, Franz-Xaver-Heilig-Straße 6, 88630 Pfullendorf um 19:00 Uhr statt.

Was geht rum? 07. Januar 2017

Das stabile Winterwetter der letzten Tage war für die Kinder und Jugendlichen der Region günstig. Die Zahl der Infekte stieg nicht weiter an.

Weiterhin führend waren Infekte der oberen Atemwege mit einer Mittelohrentzündung sowie der Infektkrupp. Die Magen-Darm-Infektionen mit Norovirus gingen zuletzt spürbar zurück.

Nach dem Auftritt einer Windpockenerkrankung vor Sylvester kam es bislang zu keiner neuen Erkrankung.

Was geht rum? 31. Dezember 2016

Heute Nacht geht das alte Jahr zu Ende. Die Enten schwimmen weiter auf den letzten eisfreien Stellen des Stadtsees. So viel Eis wie die Enten rechts im Bild werden sie vermutlich im Winter nicht mehr erleben.

In den letzten Wochen hat es uns nochmals die häufigsten Krankheiten vorgeführt: Durchfallserkrankungen und Atemwegsinfektionen.

Die Atemwegserkrankungen stehen im Moment im Zentrum. In der Gruppe der Säuglinge treten dabei oft eine obstruktive Bronchitis, bei den Kindergartenkindern eine Mittelohrentzündung auf. Auch die Schulkinder werden oft von Komplikationen geplagt. Dort ist es meist eine Bronchopneumonie (Lungenentzündung), während eine schwere Lungenentzündung (Pneumonie) nur einmal auftrat. Bei letzterer ist ein ganzer Lungenlappen von der Entzündung betroffen. Husten ist am ersten Tag dieser Erkrankung eher selten. Die Schwere der Erkrabkung fällt Eltern zumeist durch die Müdigkeit, das hohe Fieber und das enorme Schlafbedürfnis auf.

Wieder einmal sind die Windpocken (Varizellen) aufgetaucht. Erkrankt ist ein Kind unter 1 Jahr aus Pfullendorf. Da die erste Impfung erst zum ersten Geburtstag erfolgt, war dieses Kind noch nicht geimpft. Im Gegensatz zu seinen Geschwistern, die keine Erkrankung erwarten müssen.

Was geht rum? 24. Dezember 2016

Heute soll ein ganz besonderer Weihnachtsbaum den hohen Festtag einleiten. Ein “Unkraut” im Pfullendorfer Neidling, das von Spinnennetzen umrankt, vom Frost sichtbar und von einer begabten Künstlerin hübsch gemacht wurde. Frohe Weihnachten!

Infektionen gibt es leider auch an so hohen Festtagen. Manche glücklichen Kinder fiebern dem Christkind entgegen, andere plagt das Fieber, weil sie eine Atemwegsinfektion haben. Diese trifft im Moment vorwiegend Kleinkinder und ist häufig von einer Mittelohrentzündung begleitet.

Das Norovirus lässt nicht locker. Es erfasst Familie um Familie. Und viele Personen, die vermeintlich die Krankheit überstanden haben erkranken nochmals mit ähnlichen Symptomen, jedoch abgeschwächt. Verläufe von 5-7 Tagen im Rhythmus einer Achterbahn  sind nicht selten. Wenn Erbrechen auftritt bitte die Ratschläge beachten, die im praxisblättle vom 17. Dezember nachzulesen waren.

Für alle, die es über die Feiertage in ferne Länder zieht: Es gibt noch viel schlimmere Erkrankungen auf dem Globus zu beachten: in Kenia gibt es weiterhin Cholera (je nach Reisetyp ist eine Impfung zu empfehlen), in Italien sind vermehrt Fälle von Meningokokken Serotyp C in der Region Florenz aufgetreten (Impfschutz einfach und gut machbar), in Südosten von Madagaskar (Region Atsimo-Atsinanana) sind Menschen an der Beulenpest erkrankt (bislang 32 Tote), in Rumänien gibt es seit November einen Masernausbruch, in den asiatischen Ländern weiterhin viele Erkrankungen an Dengue-Fieber.

Die Praxis bleibt über die Feiertage geschlossen. Von Dienstag (27.12.) bis Donnerstag (29.12.) sind wir wieder für Sie da.

Was geht rum? 17. Dezember 2016

Morgen ist der vierte Advent und bis zum Heilig Abend sind es noch immer sieben Tage.

Nach einer Woche mit vielen und heftigen Erkrankungen an Infektkrupp, sind diese Infekte seit Tagen weniger geworden.

Die Zahl der Erkrankungen an Noroviren – die ja die ganze Republik betreffen – ging zu Beginn der Woche endlich zurück, kam aber am Donnerstag und Freitag mit Macht wieder zurück. Ärgerlich ist, dass diese Infektion zu Beginn mit heftigem Erbrechen auftritt und dass die Magen-Darm-Verstimmung – mit einigen Pausen – durchaus eine Woche anhalten kann. Gut ist, dass stationäre Behandlungen kaum erforderlich sind. Zur Therapie sind folgende Faktoren zu beachten:

  1. wichtig ist nach dem Erbrechen, löffelweise (!) dem Kind und Jugendlichen ein gesüßtes Getränk anzubieten
  2. das ist idealerweise eine Elektrolytlösung (Oralpaedon©) oder ein gesüßtes Getränke wie Apfelschorle ohne Kohlensäure (Apfelsaft: 1 Teil + Wasser: 3 Teile).
  3. Wenn 100-200 ml getrunken wurden, können auch andere – weiterhin gesüßte – Getränke angeboten werden. Danach kann mit dem Essen begonnen werden. Zunächst immer in kleinen Mengen. Eine Diät braucht nicht eingehalten zu werden.
  4. Arzneimittel gegen das Erbrechen sind selten von Nöten: Vomex© und Vomacur© sind im Notfall als Zäpfchen geeignet. Es sollte nur eine einzige Anwendung am tag erfolgen; bei erneutem Erbrechen sollte ein Arzt oder das Krankenhaus aufgesucht werden.
  5. Bitte vermeiden Sie bei Kindern den “einladenden” Brecheimer und die Frage “Musst Du noch brechen?”. Brechreiz liegt ohnehin vor und Ablenkung durch Geschichten vorlesen ist eine wesentlich nettere Unterstützung des geplagten Kindes.

Andererseits sind die Neuerkrankungen der Kleinkinder mit Racheninfekt und häufigen Mittelohrentzündungen spürbar mehr geworden.

Zweimal trat Scharlach auf. Beide Kinder fühlten sich pudelwohl, obwohl die Diagnose klar war. Eines hatte bereits ein Geschwisterkind angesteckt, das am Folgetag mit Fieber und Halsschmerz mit einer Streptokokkenangina (also ohne den typischen Ausschlag) vorgestellt wurde.

Die Influenza (Grippe) trat bislang noch nicht auf.

Seit einer Woche haben wir einen erheblichen Personalengpass. Aus diesem Grunde können wir das Angebot, an allen Werktagen über die Feiertage für sie da zu sein, nicht aufrecht erhalten. Unsere Praxis bleibt an folgenden Tagen geschlossen: 23.12.2016 und 30.12.2016. Wir hoffen auf Ihr Verständnis.