Kategorie-Archiv: Was geht rum?

Was geht rum? 12. August 2017

Der Sommer hat etwas an Temperatur verloren, scheint aber weiter gesundheitlich günstig zu sein. In der Praxis treten jahreszeitlich typische Infektionen auf wie die Herpangina, die Hand-Fuß-Mund-Krankheit und leichtere Magen-Darm-Erkrankungen.

Kinderkrankheiten traten in der letzten Woche nicht auf.

Bedeutsamer sind manchmal die vielfältigen Verletzungen: kleinere Verbrennungen (Vorsicht beim Grillen) oder Blessuren an Armen und Beinen. Letztere sind in der Regel meist geringfügig und Zeichen des wunderbaren Bewegungsdranges der Kinder.

Insektenstiche sind recht bedeutsam. Häufig kommt es zu kräftigen Lokalreaktionen, die die Kinder über mehrere Tage mit Juckreiz / Schmerz auch in den Nächten plagen. Bedeutsam waren zuletzt die Stiche durch Bremsen, die sich in der Nähe von Wasser und an Waldrändern sehr wohl fühlen. Die Hummel – siehe Bild rechts – ist hingegen schön anzusehen und überhaupt nicht stichfreudig.

 

Was geht rum? 05. August 2017

Sommer. Ferien. In der Stadt wird es immer ruhiger. Viele Kinder sind im Freibad, andere sind mit ihren Eltern in die Ferne gefahren. Kranke Kinder sehen wir glücklicherweise viel seltener. Und auch die Schwere der Infekte dürfte für dieses Jahr den niedrigsten Stand erreicht haben. Wir freuen uns für die Familien und genießen ebenso einige Augenblicke der Entspannung.

Bedingt durch die warmen Temperaturen trat seit längerem wieder einmal eine Infektion mit Campylobacter auf. Das sind Bakterien, die eine Magen-Darm-Infektion auslösen, die – ähnlich den Salmonellen – häufig Fieber und Bauchkrämpfe verursacht. In den meisten Fällen schafft es die körpereigene Abwehr, die Krankheit zu besiegen. Wenn nicht, helfen bestimmte Antibiotika schnell.

Kinderkrankheiten gibt es nach unserer Kenntnis im Linzgau im Moment nicht.

Und was gibt es in der Welt? Wie seit Monaten: Masern. Nachdem in Rumänien seit September letzten Jahres 8250 Menschen erkrankt sind, sind es neuerdings in Frankreich 300. Wie immer bei Masern kommt es zu Todesfällen, was bei uns in Deutschland gerne schön geredet wird. In Frankreich ist es bisher ein 16-jähriges Mädchen aus Marseille. In Rumänien sind gar 32 Menschen verstorben. Wieder die Erkenntnis: eine Kinderkrankeit ist keine harmlose Angelegenheit. Das ist keine neue Erkenntnis. Warum brauchen gesunde Menschen Todesfälle um von der Impfung gegen Masern überzeugt zu werden?

Was geht rum? 29. Juli 2017

Bald gehen viele Kinder mit ihren Eltern auf Reisen. Damit alles zum Genuss wird, sollte die Familie auch auf Krankheitsfälle vorbereitet sein. Wichtige Hinweise zur Reiseapotheke finden Sie im praxisblättle von letzter Woche nochmals zum nachlesen.

Trotz herbstlicher Temperaturen blieb die Zahl der Infekte der letzten Woche auf niedrigem Niveau. Vereinzelt traten Mittelohrentzündungen und Lungenentzündungen auf. Im Vordergrund standen aber weiterhin die Enterovirus-Infektionen wie die Mundfäule.

Kinderkrankheiten traten keine auf. Neuerkrankungen an Keuchhusten in der Gemeinde Ostrach sind uns keine bekannt.

Und was gibt es in der Welt? In den USA gab es in der Region um Detroit in Michigan einen Ausbruch an Hepatitis A. Ungewöhnlich ist die hohe Sterblichkeit, die für die Hepatitis A unüblich ist. Bislang sind vorwiegend Drogenabhängige betroffen. Für gesunde Reisende besteht kein spezielles Risiko.

Was geht rum? 22. Juli 2017

In wenigen Tagen beginnen die Ferien der Schulkinder. Manche von ihnen gehen auf Reisen in Europa. Das bedeutet, dass für Eltern viele Vorbereitungen anstehen. Dazu zählt auch, wichtige Arzneien zu überprüfen: Dauermedikamente (Asthma, Epilepsie, Diabetes), Akutmedikamente (Schmerz/ Fieber, Erbrechen u.ä.) und Verbandsmaterialien (Desinfektionsmittel, Pflaster u.a.). Zu diesem Thema folgt ein aktuelles praxisblättle am 26. Juli hier an dieser Stelle.

Die Infekte waren in der letzten Woche die gleichen, wie schon seit Monatsbeginn: Herpangina, teilweise Hand-Fuß-Mund-Krankheit und ganz vereinzelt auch Streptokokkenangina. Daneben wie üblich in dieser Jahreszeit Insektenstiche mit deutlichen Lokalreaktionen und Verletzungen.

Kinderkrankheiten traten in dieser Woche nicht auf.

Und was droht in der weiten Welt? Erkrankungen an Gelbfieber nehmen im Amazonasbecken an Häufigkeit deutlich zu. Das betrifft nicht nur Brasilien (worüber ein Beitrag vor zwei Tagen im praxisblättle zu lesen war) , sondern nun auch Länder wie Bolivien (dort ist Mitte Juni ein 18-Jähriger daran verstorben) und Ecuador. Zwar wird dort bei Einreise aus Deutschland kein Nachweis einer Impfung verlangt, eine solche ist dennoch zu empfehlen in Anbetracht der Ausweitung des Gelbfiebervirus in der gesamten Region.

Was geht rum? 15. Juli 2017

Der Sommer geht schön weiter. Damit dürfte es auch für die Kinder und Jugendlichen mit viel Gesundheit weitergehen. Schön, wenn möglichst alle Kinder gesund in die Ferien gehen und auch die schöne Zeit zuvor voll genießen können.

Kranke Kinder und Jugendliche sehen wir im Moment wenige. Weiterhin ist die Herpangina die häufigste Infektion, die den meisten wenig Verdruss bereitet, andere aber in den ersten 1-2 Tagen mit Halsschmerz und Fieber eine Pause vom Alltag abverlangt. Daneben sind wieder mehr Erkrankungen an Streptokokkenangina zu beobachten.

In der Region Ostrach sollen Erkrankungen mit Keuchhusten aufgetreten sein. In unserer Praxis sahen wir keine Patienten mit Kinderkrankheiten.

Natürlich sind bei warmem Wetter wieder die Zecken aktiver. Da kann es je nach Freizeitverhalten sinnvoll sein, Kinder mit einem Repellent (z.B. Autan family©) vorsorglich vor der Borreliose zu schützen.

Was geht rum? 08. Juli 2017

Weiterhin treten wenig Infektionskrankheiten auf. Die häufigsten unter den wenigen sind Erkrankungen mit Coxsackie-Viren. Deren wichtigste Variante ist die Herpangina. Bekannter,  aber seltener, ist die Hand-Fuß-Mund-Krankheit zu beobachten.

Die allergischen Beschwerden sind spürbar schwächer als im Juni vertreten. Dabei stehen die Entzündungen der Bindehäute im Vordergrund (allergische Conjunctivitis), teilweise vermutlich verstärkt durch Reizgase wie Ozon, das jahreszeitlich bedingt (Sonne) noch bedeutsam ist.

Kinderkrankheiten traten in den letzten 7 Tagen im Linzgau nicht auf.

Bald stehen die Sommerferien an und viele Familien reisen der Sonne gen Süden nach. Das ist eine gute Gelegenheit, die Hausapotheke zu durchforsten und ggf. aufzustocken. Fehlende Medikamente im Urlaub können große Aufregung verursachen. Bitte nicht vergessen, dass Kinder im Urlaub mehr herumtoben als sonst. Damit ist auch die Verletzungsgefahr größer. Desinfektionsmittel (wie z.B. Octenisept©) sollten immer im Reisegepäck dabei sein.

Was geht rum? 01. Juli 2017

Unter der schwülen Hitze der letzten Wochen haben viele gelitten. Offensichtlich auch die Viren. Zumindest traten in den letzten sieben Tagen spürbar weniger Infekte auf.

Insektenstiche, Verletzungen mit Wundinfektionen und Stürze standen im Vordergrund. Allergische Beschwerden waren zuletzt selten. Trockene Wiesen kämpften ums Überleben und hatten kaum Zeit, Pollen in die Luft zu pusten. Das dürfte sich nach den neuerlichen Regenfällen jedoch ändern. Pollenallergiker sollten sich für die kommende Woche vorbereiten.

Ein Fall von Windpocken trat auf. Dieser war aus einer anderen Region importiert. Mit einer weiteren Ausbreitung ist nicht zu rechnen. Andere Kinderkrankheiten gibt es glücklicherweise in unserer Region zur Zeit nicht.

Und was geht in der Welt rum? Hepatitis A: Im Juni sind in der Region Antofagasta im Norden von Chile 74 Menschen an Hepatitis A erkrankt. Imbissstände werden für die Verbreitung vermutet. Hygiene beim Trinkwasser und der Nahrungsmittelzubereitung schützen Touristen, die diese Region bereisen wollen. In aller Regel ist das in Chile einfach umzusetzen. Die Pest ist in den USA ausgebrochen. Im County Santa Fe wurden 3 Fälle gemeldet. Viel häufiger gibt es die Pest jedoch in der Regenzeit in Madagaskar. Dort aber nicht an der Küste – wie das berühmte Lied vermuten lässt – sondern im zentralen Hochland.

Was geht rum? 24. Juni 2017

Der Sommer zeigt sich von seiner wunderbaren Seite. Da mögen viele Menschen unter der Hitze stöhnen, aber frische Infektionen sehen wir kaum mehr. Zum Glück ist auch die Welle mit der Mundfäule fast zu Ende. Bei diesem Wetter Fieber zu haben und kaum schwitzen zu können – was viele Kinder betrifft – ist sehr unangenehm. Ein lauwarmer (!) mit Wasser getränkter Waschlappen kann da sehr hilfreich sein. Die Haut sollte nach dem Abreiben aber nicht abtrocknet werden (Verdunstungskälte).

Verletzungen stehen im Vordergrund der momentanen Arztbesuche. Manche Wunden sind entzündet – auch Bakterien lieben die Feuchtigkeit und Wärme. Wunden sollten soweit möglich “luftig” gehalten werden. Nach einer Wundreinigung mit Octenisept© sind weitere Maßnahmen bei Schürfungen und kleinen Verletzungen meist nicht nötig. Der trockene SWchorf ist der beste Verband kleiner Wunden. Von Heilsalben geht kein Heil aus.

Momentan ist auch die Zeit der Zecken. Deswegen stellen wir im Folgenden einen ausführlichen Beitrag aus DocCheck (vom 13. Juni 2017) zum Thema FSME vor. Darin werden viele wichtige Aspekte dargestellt, die in der Diskussion meist untergehen. Es lohnt sich also durchaus, den langen Absatz zu lesen – viel Spaß: In den beiden Bundesländern mit der größten FSME-Erkrankungshäufigkeit, Baden-Württemberg und Bayern, liegt die Inzidenz bei Kindern unter fünf Jahren und ist bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 15 und 29 Jahren mit 0,5–0,6 Erkrankungen pro 100.000 Einwohnern im Jahr am niedrigsten. Bei Kindern im Alter von 5–14 Jahren wird sie mit 0,9–1,0 Prozent angegeben.

Was noch entscheidender ist: In den allermeisten Fällen verläuft die Erkrankung bei Kindern glimpflich. Nur bei etwa zwei Prozent der Erkrankten werden laut RKI bleibende neurologische Folgeschäden beobachtet. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind in einem stark betroffenen Gebiete eine Erkrankung mit anschließendem neurologischen Folgeschaden erleidet liegt dadurch bei 1 bis 2 zu 10 Millionen.

Selbst wenn man davon ausginge, dass die Impfung die Hälfte aller Fälle verhindert (die durchschnittlichen Durchimpfungsraten bei Schulanfängern liegen bei ca. 30 Prozent), läge das Risiko also bei 1 bis 2 zu fünf Millionen. Schwere Verläufe ohne Langzeitfolgen kommen mit einer Wahrscheinlichkeit von 1 bis 2 zu 800.000 vor, wenn man die Angaben des RKI hochrechnet.

Demgegenüber stehen die Risiken der Impfung mit inaktiviertem Virus. Leichtere Nebenwirkungen wie Fieber sind recht häufig – es tritt bei ungefähr zehn Prozent aller Geimpften auf, Schüttelfrost bei ein bis zehn Prozent. Laut Fachinformation von FSME-Immun© Junior (Pfizer) wurden nach der Markteinführung zudem folgende schwerwiegendere Nebenwirkungen mit einer Häufigkeit von bis zu 1 von 1.000 berichtet: allergische Reaktionen, neurologische Symptome wie Gesichtslähmungen, vollständige Lähmungen, Nervenentzündungen, entzündliche Erkrankungen des Gehirns, Krampfanfälle mit und ohne Fieber und weitere.

Encepur© Kinder (Glaxo Smith Kline) listet in der Fachinfo mit einer Wahrscheinlichkeit von seltener als 1 zu 10.000 unter anderem auf: allergische Reaktionen mit krampfartiger Verengung der Atemwege und Kreislaufstörungen, eine vorübergehende Abnahme der Blutplättchen, Sehstörungen. Es wird außerdem darauf verwiesen, dass nach der Impfung Erkrankungen des zentralen oder peripheren Nervensystems, einschließlich aufsteigender Lähmungen bis hin zur Atemlähmung (z.B. Guillian-Barré-Syndrom) aufgetreten sind. Auch in der Beilage von FSME-Immun verweist man auf das Auftreten des Guillian-Barré-Syndroms.

FSME 2-001

FSME-Karte mit Inzidenzen © Robert-Koch-Institut

In beiden Fällen fehlt eine Häufigkeitsangabe, bei Encepur ist von Einzelfällen die Rede. Doch das sind gefährlich verlaufende kindliche FSME- Erkrankungen eben auch. Selbst wenn die Impfung Kinder für drei oder später für fünf Jahre schützt, bleibt das Nutzen-Risiko-Verhältnis alles andere als eindeutig.

In der Datenbank des Paul-Ehrlich-Instituts belegt die FSME-Impfung bei den Nebenwirkungen den vierten Platz unter den Impfstoffen, mit knapp 4.300 gemeldeten Verdachtsfällen. Eine Cochrane Review von 2009 hat bei drei Impfstoffen (darunter FSME-Immun und Encepur Kinder) keine ernsten oder gefährlichen Nebenwirkungen festgestellt. Hierfür wurden Studien mit 8.184 Teilnehmern ausgewertet, darunter nur 1.598 Kinder. Die Autoren hatten deshalb auch eine genauere Langzeitbeobachtung der Nebenwirkungen empfohlen.

Liegen dem RKI andere Zahlen vor, die den Mehrwert einer Impfung von Kindern plausibel machen? Es gebe ihres Wissens nach „keine umfassende Analyse hinsichtlich der Häufigkeit vergleichbarer Schäden nach einer FSME-Impfung und der FSME-Erkrankung‟, räumt Hellenbrand ein. Woher aber sollen die Ärzte dann wissen ob eine Impfung im Einzelfall sinnvoll ist?

Hellenbrand rät neben der allgemeinen Wahrscheinlichkeit einer Zeckenexposition (bei Kindern, die zum Beispiel viel im Freien spielen oder einen Waldkindergarten besuchen ist sie erhöht) die regionalen FSME-Inzidenzen „als Entscheidungshilfe in die Nutzen-Risiko-Abwägung miteinzubeziehen‟. Doch genau diese werden vom RKI zurückhaltend kommuniziert.

Während 2006 auf der FSME-Karte des epidemiologischen Bulletin noch verschiedenfarbig Risikogebiete, Hochrisikogebiete und Gebiete mit geringerer FSME-Endemizität gekennzeichnet wurden, verschwand diese Aufteilung danach in den offiziellen Karten. Einfarbige Karten vermitteln seitdem fälschlicherweise den Eindruck, dass eine Impfung in allen markierten Gebieten gleich sinnvoll sei. Inzwischen findet man zusätzlich zu den einfarbigen Versionen wieder eine verkleinerte, dreifarbige Darstellung, wenn man gezielt danach sucht und sich bis auf die letzten Seiten des epidemiologischen Bulletin durchklickt.

Verwirrend wird es, wenn man nun noch die Karten eines Impfstoffherstellers hinzuzieht. So veröffentlicht die Firma Pfizer über ihr „Infoportal‟ zecken.de eigene Versionen. Dort sind nicht nur die RKI Gebiete einheitlich in dunkelorange eingefärbt – ohne Unterteilung nach Inzidenzen. Zusätzlich finden sich über ganz Deutschland verteilt gelb gefärbte Regionen. In der Legende findet sich die Aufschlüsselung: Dies seien „Landkreise mit vereinzelt auftretenden FSME-Erkrankungen, die jedoch nicht der Definition für ein FSME-Risikogebiet nach Robert Koch-Institut entsprechen‟. Eltern, die solche Karten sehen, könnten meinen, dass es nahezu überall gut wäre, ihre Kinder zu impfen.

Was geht rum? 17. Juni 2017

Das Sommerwetter der letzten Woche hat sich nochmals günstig auf die Gesundheit der Kinder ausgewirkt.

Davon ausgenommen sind natürlich die Allergiker, denen der Gräserpollenflug in diesem Jahr schwer zu schaffen macht. Da mag vielleicht eine Fahrt auf dem Bodensee die Beschwerden etwas mildern. Sinnvoll ist aber besonders, dass die Schleimhäute sich über die Nacht erholen dürfen. Es sollte alles daran gesetzt werden, die Pollenbelastung im Bett gering zu halten. Abendliches Duschen – nur mit Wasser – ist eine wichtige Maßnahme hierfür.

Das schöne Wetter begünstigt auch das Risiko für Verletzungen. Allen voran ist in den letzten Jahren das Trampolin Gefahrenquelle Nummer 1. Besonders dann, wenn mehrere Kinder gleichzeitig ausgelassen hüpfen, erhöht sich das Risiko.

Und seit Monaten geht kann man sich in Baden-Württemberg und Bayern wieder mit dem Hantavirus anstecken. Das Virus wird über Ausscheidungen von infizierten Mäusen übertragen. Besonders das Einatmen dieses Erregers (Gartenarbeit, Säubern von Gartenlauben oder Kellern) mit dem Staub stellt das Hauptrisiko dar. Nach Ansteckung kann es nach 2-4 Wochen zu teils schweren Erkrankungen der Niere, des Herzens und der Lunge kommen. Manche Erkrankungen verlaufen auch inapparent – d.h., der Patient verspürt keine Symptome. Bisher sind in diesem Jahr bereits über 600 Neuerkrankungen gemeldet worden.

Kennen Sie eine medizinische Fachangestellte (MFA)? Oder sind Sie vielleicht selbst eine?  In unserer Praxis in Pfullendorf (nördliche Bodenseeregion) brauchen wir dringend Verstärkung. Wie Sie wissen, ist unser Einzugsgebiet groß und wir möchten den Kindern und Jugendlichen – und natürlich auch den Eltern – gerecht werden und helfen, eine gesunde Entwicklung ihrer Kinder zu ermöglichen. Aber das kann ein Kinder- und Jugendarzt nicht alleine. Das geht nur im Team! Vielleicht mit Ihnen? Suchen sie eine Stelle? Wollen Sie sich verändern? Dann melden Sie sich doch gerne bei unserer Mitarbeiterin Michaela Müller (07552 / 93 000).

Was geht rum? 10. Juni 2017

Die erste Ferienwoche verlief ruhiger, die Infekte gingen wieder zurück. Säuglinge und Kleinkinder erkrankten an Racheninfekten, teilweise verbunden mit Mittelohrentzündungen. Die Mundfäule war seltener. Diese Erkrankung ist teilweise bis zu 10 Tagen sehr schmerzhaft. Zeichen der Schluckschmerzen kann auch mal ein feuchtes T-Shirt sein (siehe rechts im Bild), bedingt durch’s “Trielen”.

Einen Anstieg zeigten – typisch für die Jahreszeit – die Wundinfektionen sowie die “Grindflechte” (Impetigo contagiosa). Diese Infektionen werden in den kommenden Tagen durch die hohen Außentemperaturen eher noch zunehmen. Vorbeugend empfiehlt sich die gute Wundpflege:

  • Wunden sollten möglichst trocken gehalten werden.
  • Wundreinigung nur mit Wasser – danach wieder trocknen.
  • Der beste Verband ist ein Wundschorf.
  • Pflaster sind meist eher ungünstig.

Wer das Glück hat in die Dominikanische Republik reisen zu können, kann sich auf ein wunderbares Meer freuen. Nebenbei gibt es dort jedoch seit Jahresbeginn zunehmende Erkrankungen mit Leptospiren. Diese Erreger finden sich bei erkrankten Tieren und in kontaminiertem Wasser/ Schlamm. Für Gäste in Ferienanlagen besteht kein Risiko. Außerhalb sollte der Kontakt zu verschmutztem Wasser (schmutzige Pfützen u.ä.) gemieden werden. Unbekannte Tiere sollte man nicht streicheln.