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Erfolge verlangen Mitarbeit

Ende letzten Jahres erschien der Bericht der Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO), der Hoffnung macht: The state of food security and Nutrition in the world. Ein langer Bericht mit übersichtlichen Tabellen und Graphiken.

Der Bericht zeigt, dass in den letzten Jahren sehr viel erreicht wurde. Die Zahl der unterernährten Menschen sank in diesem Jahrtausend klar unter die eine Milliarde. Es klingt verrückt, aber wir können bereits froh sein, wenn nur 777 Millionen Menschen Hunger leiden.

Zufrieden können wir noch lange nicht sein. Wir in Mitteleuropa selbst wissen kaum mehr, was Hunger heißt. Bei LIDL und ALDI können wir für wenige Euro uns davon freikaufen. Da geht es vielen auf der Welt anders. Es erstaunt, aber in Asien betrifft der Hunger besonders viele Menschen. In Afrika bedroht er besonders viele Menschen schwer, weil die Armut zu extremem Hunger führt. Hunger bedeutet Not, bedeutet für Kinder aber auch Lernstörungen, Wachstumsstörungen und Infektionen. Das erscheint nicht in den Statistiken. Der chronische Mangel kommt auch nicht in die Medien. Dort zählen in aller Regel nur Todesfälle. Und die müssen sich akut häufen, sonst sind sie medial nicht interessant.

Wir sollten die Hungernden dieser Welt weiter im Auge haben. Verschiedene Umstände haben dazu geführt, dass die Zahl der Hungernden auf der Welt wieder zunimmt (siehe Graphik rechts). Das können wir nicht zulassen.

 

Quelle: FAO The state of food security and Nutrition in the world, 2017

Sonnenlicht schützt vor Brille

Aus Asien wissen wir, dass die Kurzsichtigkeit seit dem zweiten Weltkrieg von etwa 20% auf heute über 80% angestiegen ist. Für Kinder in Asien ist eine Brille somit ein Normalzustand.

Warum ist das so? Eine solch radikale Zunahme von Sehstörungen lässt sich durch genetische Faktoren allein nicht erklären. Untersuchungen legen nahe, dass Umweltfaktoren der Hauptgrund sind. An erster Stelle das Sonnenlicht. Je heller das Licht, umso weniger verlängert sich der Augapfel. Er versucht mehr Licht einzufangen. Auch wenn es im Alltag oft nicht wahrgenommen wird: Die Lichtstärke ist an sonnigen Tagen draußen bis zu 200 Mal stärker als in Innenräumen.

Studien konnten belegen, dass das Risiko für die Entwicklung von Kurzsichtigkeit nachweislich geringer ist für Kinder, die sich länger im Freien aufhalten. In ihrer Durchsicht von Studien zu diesem Thema (Metaanalyse) konnten JC Sherwin und Mitarbeiter von der Universität in Cambridge (Großbritannien) folgendes zeigen: Jede Stunde, die sich ein Kind oder Jugendlicher länger im Freien aufhielt, konnte das Risiko für eine Kurzsichtigkeit um 2% verringern.

Der zweite bedeutsame Umweltfaktor ist das Nahsehen. Mit zunehmender Digitalisierung sind Bildschirme aller Art über die letzten Jahrzehnte immer bedeutsamer geworden. Dieser Faktor ist jedoch weniger bedeutsam als das fehlende Sonnenlicht.

Wie immer, müssen viele Faktoren zusammen kommen um eine Krankheit auszulösen. Genetische Faktoren – die wir ja nicht verändern können – sind auch bei der Kurzsichtigkeit bedeutsam. Was aber noch wichtiger ist, dass wir dem Auftreten und der Schwere der Kurzsichtigkeit ganz einfach entgegenwirken können, wenn unsere Kinder und Jugendlicher öfter draußen sind. So einfach und schön kann eine Therapie gelegentlich sein. Auch im Winter.

 

Bildquelle: http://www.nature.com/news/the-myopia-boom-1.17120

Reisemedizin: Malaria

Gerne unterschätzt wird von vielen Reisenden die Malaria. bei dieser Krankheit vermutete man früher, dass sie durch schlechte Luft (mal aria – italienisch: schlechte Luft) übertragen würde, wodurch eine Stadt, die sicher frei von Malaria war Buenos Aires (“gute Lüfte”) genannt wurde.

Schon lange ist klar, dass die Erkrankung durch Erreger aus der Gattung der Plasmodien ausgelöst wird. Die Plasmodien wiederum werden durch nachtaktive Mücken (z.B. Anopheles-Mücke) beim Stich übertragen. Die Folgen sind dramatisch. Afrika ist der Kontinent mit der weitaus größten Belastung durch Malaria. Menschen, die dort dauerhaft leben, erkranken immer wieder daran und leiden dann an einem Krankheitsbild, das einer schweren Grippe in Europa – im günstigsten Fall! – ähnelt. Das gilt jedoch nur für Menschen, die regelmäßig mit dem Erreger konfrontiert sind.

Für Kinder, die auch in Afrika keine Immunität gegen die Malaria haben, ist die Erkrankung dramatisch. Jährlich erkranken weltweit etwa 200 Millionen Menschen, wovon über 600.000 pro Jahr sterben – meist Kinder in Afrika.

In Deutschland selbst kann man praktisch nicht erkranken. Aber von Reisen in die Tropen bringen Menschen die Erkrankung hierher. Das waren in den letzten Jahren 500-600 Kranke pro Jahr, inzwischen ist die Zahl auf über 1000 pro Jahr angestiegen, wo sie schon vor 20 Jahren lag. Trotz Intensivmedizin kommt es auch in Deutschland zu tödlichen Verläufen.

Jeder Reisende, der in die Tropen aufbricht sollte sich also mit dem Thema Malaria auseinandersetzen. Da sich die Lage weltweit von Jahr zu Jahr ändert, ist es sinnvoll ärztliche Beratung bei einem Arzt für Reisemedizin oder Tropenmedizin einzuholen. Der kann je nach bereister Region, den individuellen Reiseplänen und der Gesundheit des Reisenden aufzeigen, was wichtig ist, um nicht von der Malaria getroffen zu werden. Welche Regionen in Lateinamerika und Afrika Malariagebiete sind, zeigt die Karte der Deutschen Tropenmedizinischen Gesellschaft (DTG) rechts im Bild. Nicht abgebildet sind die betroffenenen Gebiete in Asien.

Unsere Praxis bietet reisemedizinische Beratungen an.

 

Kurzsichtigkeit – sollten Kinder mehr nach draußen gehen?

In den letzten Jahrzehnten ist zunehmend klar geworden, dass Kurzsichtigkeit ganz wesentlich häufiger vorkommt, wenn Kinder sich nur selten im Freien aufhalten.

Im Jahre 1970 waren 30% der jugendlichen Chinesen (16 – 18 Jahre) kurzsichtig. Heute sind es fast 80%. Dieser Trend ist in den Städten stärker ausgeprägt als auf dem Lande. Bei den Grundschülern hat sich seit dem Jahre 2000 die sich die Rate der Kurzsichtigkeit bis heute verdoppelt.

Die Untersuchungen sind sich einig, dass die Kurzsichtigkeit in der Häufigkeit wie in Asien eher eine soziales als ein genetisches Problem darstellt. Es konnte ein klarer Trend von Kurzsichtigkeit mit täglicher Dauer des Lernens – egal ob in Büchern oder am Computer – gezeigt werden. Günstig hingegen wirkt sich die Dauer des Aufenthalts im Freien aus. Im Freien wird von der Netzhaut ein Faktor freigesetzt, der die Wachstumsgeschwindigkeit der Länge des Augapfels bremst, was wiederum der wesentliche Faktor für die Kurzsichtigkeit ist.

Auf dem Lande ist auch in China die Kurzsichtigkeit deutlich seltener. Bleibt zu hoffen, dass auch die Kinder im Linzgau noch lange draußen spielen dürfen und nicht dem Förderwahn ausgesetzt werden, der in den letzten Jahren Kinder in ein enges Korsett des Lernens schnürt. Wenn das geschafft wird sehen die Kinder nicht nur besser, sie haben auch mehr Phantasie. Und das wird neuerdings auch in der Industrie als wichtiger angesehen als möglichst viele Kurse und Bescheinigungen.