Schlagwort-Archiv: Blutplättchen

ITP: Blutungsneigung bei Kindern

Die Blutgerinnung beim Menschen beinhaltet viele Mechanismen, die ineinander greifen. Ein wesentlicher Teil dieses Systems sind die Blutplättchen (Thrombocyten). Diese können dadurch auffällig sein,dass schlicht zu wenige Plättchen im Blut zirkulieren (Thrombocytopenie). Oder sie fehlerhaft aufgebaut (Thrombocytopathie) und erfüllen ihre Funktion nicht vollständig.

Die häufigste Erkrankung mit Blutungsneigung bei Kindern ist die idiopathische Thrombocytopenie (ITP). Sie tritt vorwiegend im Vorschulalter auf ist in der Regel Folge einer oft banalen Viruserkrankung wie Schnupfen. Mit einer Häufigkeit von 3-5 Neuerkrankungen pro Jahr bei 100.000 Kindern, sehen wir dieses Krankheitsbild auch in der Praxis. Dabei bildet der Körper Antikörper gegen sein eigenes Gewebe (sog. Autoantikörper) aus, die sich auf die Thombocyten setzen. Diese werden dann vorzeitig abgebaut, so dass die Gesamtzahl der Plättchen auf unter 100.000/ ml sinkt. In den meisten Fällen gehen die Werte sogar auf unter 20.000 Plättchen/ ml, was zu kleinsten Einblutungen (sog. Petechien) führt und im Extremfall auch zu schweren lebensgefährlichen Blutungen führen kann.

In aller Regel bildet sich dieser fehlerhafte Immunmechanismus bald spontan zurück. Die ITP beendet sich meist nach einigen Wochen von alleine und die Gabe von Medikamenten ist selten erforderlich.

Es treten aber auch chronische Verläufe auf, die über Jahre andauern können. Hier kann mit Cortison meist geholfen werden, was zu vorübergehenden Besserungen, aber auch zu den bekannten Nebenerscheinungen einer Cortsionbehandlung  (Heißhunger, Gewichtsanstieg u.a.) führt. Inzwischen gibt es eine Therapie mit dem neuen Medikament Eltrombopag, die in 40% zu einer anhaltenden Besserung führt, jedoch auch mit Nebenwirkungen verbunden ist. Es wurde kürzlich auch für die Behandlung bei Kindern zugelassen und stellt eine Hoffnung für die chronisch Betroffenen dar.

Bildquelle: www.hemato-images.eu