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Sonnenlicht schützt vor Brille

Aus Asien wissen wir, dass die Kurzsichtigkeit seit dem zweiten Weltkrieg von etwa 20% auf heute über 80% angestiegen ist. Für Kinder in Asien ist eine Brille somit ein Normalzustand.

Warum ist das so? Eine solch radikale Zunahme von Sehstörungen lässt sich durch genetische Faktoren allein nicht erklären. Untersuchungen legen nahe, dass Umweltfaktoren der Hauptgrund sind. An erster Stelle das Sonnenlicht. Je heller das Licht, umso weniger verlängert sich der Augapfel. Er versucht mehr Licht einzufangen. Auch wenn es im Alltag oft nicht wahrgenommen wird: Die Lichtstärke ist an sonnigen Tagen draußen bis zu 200 Mal stärker als in Innenräumen.

Studien konnten belegen, dass das Risiko für die Entwicklung von Kurzsichtigkeit nachweislich geringer ist für Kinder, die sich länger im Freien aufhalten. In ihrer Durchsicht von Studien zu diesem Thema (Metaanalyse) konnten JC Sherwin und Mitarbeiter von der Universität in Cambridge (Großbritannien) folgendes zeigen: Jede Stunde, die sich ein Kind oder Jugendlicher länger im Freien aufhielt, konnte das Risiko für eine Kurzsichtigkeit um 2% verringern.

Der zweite bedeutsame Umweltfaktor ist das Nahsehen. Mit zunehmender Digitalisierung sind Bildschirme aller Art über die letzten Jahrzehnte immer bedeutsamer geworden. Dieser Faktor ist jedoch weniger bedeutsam als das fehlende Sonnenlicht.

Wie immer, müssen viele Faktoren zusammen kommen um eine Krankheit auszulösen. Genetische Faktoren – die wir ja nicht verändern können – sind auch bei der Kurzsichtigkeit bedeutsam. Was aber noch wichtiger ist, dass wir dem Auftreten und der Schwere der Kurzsichtigkeit ganz einfach entgegenwirken können, wenn unsere Kinder und Jugendlicher öfter draußen sind. So einfach und schön kann eine Therapie gelegentlich sein. Auch im Winter.

 

Bildquelle: http://www.nature.com/news/the-myopia-boom-1.17120

Umweltverschmutzung und Asthma

Der erste große Smog den die Menschheit in der jüngeren Zeit erlebte, war der “Great Smog” von London, der die Stadt im Dezember 1952 bedingt durch absinkende Temperaturen und fehlenden Wind für 5 Tage im Smog-Nebel einhüllte.

Dieses “natürliche” Experiment hatte Folgen für alle Menschen, die von 1945 bis 1955 in London geboren wurden, wie J Bharadwaj und Mitarbeiter nachweisen konnten. Im ersten Lebensjahr der damaligen Kinder lag die Asthmaquote um 19.87% höher. Auch im Erwachsenenalter war die Asthmahäufigkeit gegenüber einer Vergleichsgruppe um 9.53% erhöht. Selbst für die Kinder, die den Smog nur im Mutterleib mitbekamen, war das Asthma noch  im Erwachsenenalter um 7.91% häufiger. 

Eine massive Belastung mit Luftschadstoffen über nur 5 Tage, hatte also für die Betroffenen Auswirkungen, die noch nach fast 65 Jahren bedeutsam sind. Das sollte uns klar machen, dass wir auch heute alles daran setzen, die Luftschadstoffe niedrig zu halten, um die Gesundheit von unseren Kindern und uns nicht weiter zu gefährden. Smogbelastungen wie sie aus China gemeldet werden oder andere, die uns aus Lagos (Nigeria) oder Antananarivo (Madagaskar) nicht gemeldet werden sind Zeitbomben, die bereits gezündet wurden.

Oder noch schlichter: Denken wir an das Neckartor in Stuttgart. Dort wurden in den letzten Jahren die stärksten Konzentrationen von Feinstaub und Reizgasen gemessen. Aber dort wird mit verschiedenen Maßnahmen versucht etwas dagegen zu unternehmen. Das ist auch wichtig. Für uns alle!