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Das neue Wir – die versteckte Macht

In den letzten Jahren geht es nicht nur im Bildungsbereich zunehmend um Integration und Inklusion. Alles und jedes wird in einem WIR vereinnahmt. Das WIR-Gefühl wird jedoch von einzelnen Personen genutzt, um sich “vordergründig wegzuducken und sich hintenherum umso mehr aufzublasen” sagt Wolf Lotter in brandeins (bitte hier anklicken, um den kompletten Artikel zu lesen).

Henri, ein Kind mit Down-Syndrom sollte im Jahre 2015 ins Gymnasium eingeschult werden. Seine Eltern führten an, dass “so gut wie alle Kinder aus Walldorf (die Heimatgemeinde) eine dieser beiden Schulen besuchen”, also die örtliche Realschule oder das Gymnasium. Der Gedanke, dass Henri sich vielleicht unter Kindern mit Entwicklungsdefiziten wohler fühlen könnte, kam nicht auf.

Menschen sind zumeist auf der Suche nach dem Lebensglück. Das kann für jedes Individuum etwas anderes sein: unter Freunden zu sein, forschen zu können, in der Natur zu leben, Party zu machen, Geld zu verdienen, Bücher zu lesen …. Jeder findet seinen Weg, mal besser, mal weniger gut.

Aber für Menschen mit eingeschränktem Abstraktionsvermögen und langsamem Lernen von Schulstoff ist das Gymnasium nicht der Hort der Glückseligkeit. Das mag in den ersten Klassen noch angehen. Spätestens vor dem Abitur, wenn richtig gepaukt wird, geht das schon gar nicht mehr. Für Eltern behinderter Kinder ist es ein schwieriger Prozess, diese Einschränkung annehmen zu können. Aber wenn es gelingt, die eigenen Vorstellungen vom Glück mit den Möglichkeiten des eigenen Kindes in Einklang zu bringen, dann hat das Kind eine gute Grundlage, sich nach seinen eigenen Wünschen und Fähigkeiten zu entwickeln. Und sein eigenes Glück zu finden.

Wolf Lotter sagt abschließend: “Die offene Gesellschaft, die wir heute statt geschlossener Veranstaltungen im Namen der „Gemeinschaft“ brauchen, ist ein Verbund aus freien Menschen, die wissen, dass es gut wird, wenn sie gut sind. Und das neue Wir wäre selbstbewusst genug, vor dem Ich keine Angst mehr haben zu müssen.
Ab hier sind wir gemeinsam wirklich stärker.”

Glückliches Neues Jahr

Ein sehr sonniges Jahr geht zu Ende. Hoffentlich war Ihnen und Ihrer Familie auch das Glück und die Gesundheit hold. Das zählt weit mehr als Sonnenstrahlen oder Wärmegrade.

Das neue Jahr wird Veränderungen mit sich bringen, die auch als Chance zu verstehen sind. Der Zustrom von einer Million Menschen nach Deutschland im letzten Jahr wird auch unsere Region nachhaltig beeinflussen. Flüchtlingskinder werden in Kindergärten und Schulen integriert werden. Sie bringen neue Erfahrungen und Geschichten mit, die für uns eine Erweiterung unseres Horizontes bedeuten können. Pfullendorf hat dies vor 20 Jahren gut bewältigt, als viele Menschen aus dem Osten kamen, die heute zu uns gehören. Das gleiche wird auch mit den Menschen gelingen, die aus dem Süden zu uns gekommen sind.

Manchmal träumen wir, dass alles so bleibt wie wir es in unserer Kindheit erlebt haben. Dabei vergessen wir häufig, dass dieser idelae Kindheitstraum vieles ausblendet und nur das Gute und Unverfälschte zurücklässt. Die Erde dreht sich und bringt immer wieder Neues. Oder wie Heraklit es in der Antike sagte: Panta rhei – alles fliesst. 

Unser gesamtes Praxisteam wünscht Ihnen einen guten Start in das Neue Jahr 2016! Seien wir auf das Neue gespannt, besonders auf die Kreativität und Lebensfreude unserer Kinder.