Schlagwort-Archiv: Pfullendorf

Neurodermitis bei hartem Wasser häufiger

Die atopische Dermatitis (Neurodermitis) ist offensichtlich eng verbunden mit dem Härtegrad des Wassers. Das zeigt eine große Studie aus Dänemark.

In ihrer Studie untersuchten die Wissenschaftler um Kristiane A. Engebretsen die Daten von 52.950 Kindern aus der Danish National Birth Cohort. Für Regionen mit einer sehr niedrigen Wasserhärte von 4-8 °dH – wie sie beispielsweise im Schwarzwald anzutreffen ist (Furtwangen: 2.0 °dH) – fanden sie eine Neurodermitis bei 13.5% der Kinder in den ersten 18 Lebensmonaten. Lag die Wasserhärte bei 18-24 °dH stieg diese Quote auf 15.7% an. Die Daten der einzelnen Regionen sind in der Graphik rechts dargestellt.

Wo stehen wir in Pfullendorf? Wie die neuesten Daten der Regionalnetze Linzgau zeigen, liegt der Härtegrad des Wasser in Pfullendorf bei 16.6 °dH in Denkingen sogar bei 19 °dH. Somit kann man davon ausgehen, dass das Risiko zur Entwicklung einer Neurodermitis aus dieser Sicht regional höher liegt.

Praxis: Neue Notdienstregelung

Ab heute, dem 01. Februar 2017, ist unsere Kinder- und Jugendarztpraxis in Pfullendorf an den Notdienstbezirk in Singen am Hohentwiel angebunden. Damit ändert sich auch die Notfallnummer:

Notfall-Rufnummer in Singen:  0180  607 7312

Alle ärztlichen Notdienste in Baden-Württemberg wurden in den letzten Jahren neu geregelt. Erste Konsequenzen zeigten sich regional für die Erwachsenen, als beispielsweise der Notdienstbezirk in Pfullendorf aufgelöst wurde. Seither bestehen für die Erwachsenen (als allgemeiner Notdienst) in unseren Landkreis nur noch der Notdienst in Sigmaringen und Bad Saulgau.

Für die Kinderärzte gab es in den vergangenen zwei Jahren eine Zwischenlösung durch den Zusammenschluss der Landkreise Sigmaringen und Zollern-Alb. Dieser wurde nun durch die Kassenärztliche Vereinigung in Reutlingen (KV Baden-Württemberg) aufgelöst: Teile des Kreises Sigmaringen wurden nun Ravensburg, andere Reutlingen zugeschlagen. Unsere Kinder- und Jugendarztpraxis in Pfullendorf ist nun Teil der Notfallpraxis in Singen.

Was bedeutet das für Ihre Kinder?

In Notfällen an den Wochenenden können Sie sich an den kinderärztlichen Notdienst in Singen wenden. Dieser ist am Städtischen Krankenhaus in Singen eingerichtet und unter der o.g. Nummer täglich von 8 bis 23 Uhr erreichbar.

Sie können aber – wenn es für Sie günstiger ist – sich an Wochenenden auch an den kinder- und jugendärztlichen Notdienst in Ravensburg wenden. Die

Notfall-Rufnummer in Ravensburg: 0180  19 29 288

Unter der Woche ab 18 Uhr ist nur der kinderärztliche Notdienst in Singen unter der o.g. Nummer für Sie erreichbar. Einen vergleichbare Erreichbarkeit gibt es für Ravensburg nicht.

Arztdichte – Pfullendorf im Glück

Wenn Ärzte eine Praxis aufmachen wollen konnten sie sich früher einen Ort aussuchen, wo sie gerne hin mochten. Da dies wie in anderen Berufen auch dazu führte, dass beispielsweise Städte wie München besonders gesucht waren, kam ein politischer Verteilungsfaktor hinzu. Dieser begrenzt inzwischen nach einem Verteilungsschlüssel die regionale Arztdichte.

Dabei werden Städte gegenüber dem Land bevorzugt. In der Stadt sind beispielsweise doppelt so viele Kinder- und Jugendärzte vorgesehen als auf dem Lande. Die Verteilung bezieht sich immer auf Landkreise, berücksichtigt also auch nicht unbedingt die regionalen Strukturen.

In den letzten Jahren sind einige Untersuchungen hierzu erschienen, die die Verwerfungen dieses Systems untersuchen. Auf dem online-Portal der Wochenzeitung DIE ZEIT (bitte hier anklicken) ist auf Deutschlandkarten graphisch gut dargestellt, wo sich Ärzte besonders gern ansiedeln.

Eine Veröffentlichung von L. Sundmacher und S. Ozegowski (bitte hier anklicken – Beitrag in Englisch) von Ludwig-Maximilian-Universität (bitte hier klicken; Beitrag in Englisch) in München geht weiter in die Details und kommt zu einem ähnlichen Schluss. Städte sind also trotz allem weiter auf dem Vormarsch in Bezug auf die Ansiedlung von Ärzten.

Pfullendorf scheint eine Ausnahme zu sein: Hier haben sich in den letzten Jahren viele junge und engagierte Ärzte niedergelassen. Glückliches Pfullendorf!

Besuch aus Madagaskar: Felana erlernt Lungenfunktion

Lange zwei Wochen mussten intensive Gespräche mit den Botschaften der Bundesrepublik Deutschland und Frankreichs erfolgen. Endlich konnte Felana Andry Harisoamanana am letzten Freitag glücklich in Stuttgart landen, wenngleich ohne ihr Gepäck.

Schon am gleichen Tag fand die erste Einführung in die Technik der Lungenfunktion in unserer Praxis am Stadtsee zusammen mit unserer Mitarbeiterin Sandra Höre statt (siehe nebenstehendes Bild).

Seit einigen Monaten steht der erste Bodyplethysmograph – ein gleichartiges Lungenfunktionsgerät wie auf dem Bild – in der Kinderklinik Tsaralalana im Zentrum von Antananarivo, Madagaskars Hauptstadt. Es ist das erste Gerät seiner Art im ganzen Land, in dem 21 Millionen Menschen leben. Wenn “der Body” am Netz ist wird Felana ab Februar 2015 dort täglich Lungenfunktionen durchführen, um den Kindern und Jugendlichen aus dem Armenviertel der Stadt bei Lungenerkrankungen zu helfen. Geleitet wird das Projekt vor Ort von der couragierten Kinderärztin Prof. Dr. Annick Robinson, der Leiterin der Klinik.

Möglich gemacht hat dieses Projekt der Pfullendorfer Verein credimus e.V.. Wie schon in der Vergangenheit, so steht auch diesmal die Nachhaltigkeit im Zentrum: Das Gerät hilft einerseits den lungenkranken Kindern im extrem armen Viertel Tsaralalana, steht aber gegen entsprechendes Honorar auch wohlhabenderen Menschen zur Verfügung. Mit diesen Einnahmen kann die Kinderklinik sich wiederum selbst finanzieren an Stellen, wo keine Spenden oder andere finanziellen Hilfen bestehen.

Wer das Projekt unterstützen mag kann durch eine Spende gerne helfen: credimus e.V., Sparkasse Pfullendorf-Meßkirch, IBAN  DE49 6905 1620 0000 5736 00     BIC  SOLADES1PFD. Spendenbescheinigungen werden selbstverständlich ausgestellt (erst ab einem Betrag von 100€ steuerlich erforderlich)