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Ambrosiaallergien

In den letzten Jahren hat sich eine Pflanzenart in Europa zunehmend ausgebreitet, die vermutlich im kommenden Jahrzehnt auch in Bezug auf Allergien ein enorme Bedeutung bekommen wird: Ambrosia artemisiifolia. Bei uns wird es “Traubenkraut” genannt, in den USA “ragweed”. Dort ist die “ragweed”-Allergie schon heute ebenso bedeutsam wie die Gräserpollenallergie.

Die echte Ambrosia – also das o.g. Traubenkraut – zeigt eine Kreuzallergie zum Artemisia vulgaris, unserem Beifuß. Damit trifft Ambrosia in Deutschland schon auf eine große Gruppe von Menschen, die bei Kontakt mit dem neuen Allergen sofort allergisch reagieren könnten. Die Periode des Pollenflugs von Traubenkraut (siehe Tabelle der FU Berlin) beginnt bezogen auf die Region Berlin etwa Mitte Juli und kann bis Mitte November reichen. Damit dürfte auch in unserer Region künftig die pollenfreie Zeit im Jahr von zwei Monaten auf nur einen Monat schrumpfen, bevor anfangs Januar die Haselpollen den Allergikern zusetzen.

Bedeutsam ist Ambrosia auch deswegen, weil hier bereits 10 Pollen/m³ ausreichen um Beschwerden hervorzurufen, während es bei Birke beispielsweise mindestens 30 Pollen/m³ sein müssen. Ob der Versuch gelingt Ambrosia zu bekämpfen wird sich zeigen. Der Transport der Samen geht oft über verunreinigtes Vogelfutter und den Transport von Erde (z.B. im Profil von Autoreifen) aus befallenen Regionen. Frankreich, Italien (Po-Ebene) und Ungarn zeigen schon eine hohe Besiedlung. Deutschland und die Schweiz sind noch wenig betroffen.