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Reisemedizin: Malaria

Gerne unterschätzt wird von vielen Reisenden die Malaria. bei dieser Krankheit vermutete man früher, dass sie durch schlechte Luft (mal aria – italienisch: schlechte Luft) übertragen würde, wodurch eine Stadt, die sicher frei von Malaria war Buenos Aires (“gute Lüfte”) genannt wurde.

Schon lange ist klar, dass die Erkrankung durch Erreger aus der Gattung der Plasmodien ausgelöst wird. Die Plasmodien wiederum werden durch nachtaktive Mücken (z.B. Anopheles-Mücke) beim Stich übertragen. Die Folgen sind dramatisch. Afrika ist der Kontinent mit der weitaus größten Belastung durch Malaria. Menschen, die dort dauerhaft leben, erkranken immer wieder daran und leiden dann an einem Krankheitsbild, das einer schweren Grippe in Europa – im günstigsten Fall! – ähnelt. Das gilt jedoch nur für Menschen, die regelmäßig mit dem Erreger konfrontiert sind.

Für Kinder, die auch in Afrika keine Immunität gegen die Malaria haben, ist die Erkrankung dramatisch. Jährlich erkranken weltweit etwa 200 Millionen Menschen, wovon über 600.000 pro Jahr sterben – meist Kinder in Afrika.

In Deutschland selbst kann man praktisch nicht erkranken. Aber von Reisen in die Tropen bringen Menschen die Erkrankung hierher. Das waren in den letzten Jahren 500-600 Kranke pro Jahr, inzwischen ist die Zahl auf über 1000 pro Jahr angestiegen, wo sie schon vor 20 Jahren lag. Trotz Intensivmedizin kommt es auch in Deutschland zu tödlichen Verläufen.

Jeder Reisende, der in die Tropen aufbricht sollte sich also mit dem Thema Malaria auseinandersetzen. Da sich die Lage weltweit von Jahr zu Jahr ändert, ist es sinnvoll ärztliche Beratung bei einem Arzt für Reisemedizin oder Tropenmedizin einzuholen. Der kann je nach bereister Region, den individuellen Reiseplänen und der Gesundheit des Reisenden aufzeigen, was wichtig ist, um nicht von der Malaria getroffen zu werden. Welche Regionen in Lateinamerika und Afrika Malariagebiete sind, zeigt die Karte der Deutschen Tropenmedizinischen Gesellschaft (DTG) rechts im Bild. Nicht abgebildet sind die betroffenenen Gebiete in Asien.

Unsere Praxis bietet reisemedizinische Beratungen an.

 

Reisekrankheiten: Malaria

In den Tropen ist weiterhin die Malaria die tödlichste und somit wichtigste Erkrankung, mit der sich Reisende auseinandersetzen müssen. Sie kommt nur in den Tropen vor.

Der Malaria ist nahezu die Hälfte der Weltbevölkerung ausgesetzt. Entsprechend hoch ist die Bedrohung insbesondere für Kinder in den Tropen. 90% der Erkrankungs- und Todesfälle treten in Afrika südlich der Sahara auf.

Die Ursache für Malaria sind sog. Plasmodien. Diese Erreger werden durch die Anophelesmücke übertragen. Sie ist nachtaktiv, tagsüber besteht also auch in den Tropen nahezu kein Risiko sich anzustecken. Etwa 10 bis 15 Tage nach dem Stich treten Symptome auf: meist als hohes Fieber (wie bei einer schweren Influenza), Kopfschmerz und Erbrechen. In Einzelfällen kann aber auch ein schwerer Durchfall das erste Symptom sein. Danach breitet sich die Erkrankung rasch aus. Die Erreger befallen die roten Blutkörperchen, die dabei rasch zerfallen und mit den Abfallprodukten die Entzündung weiter beschleunigen. Im Weiteren kommt es oft zu Störung des Kreislaufes besonders im Gehirn, wo die kleinen Äderchen (Mikrozirkulation) verstopfen, was zu neurologischen Problemen, Koma und schließlich zum Tod führen kann.

In Deutschland wurden zuletzt (2014) 1000 Erkrankungen gemeldet. Durch die Inkubationszeit von 2 Wochen treten viele Erkrankungen von Reisenden erst bei ihrer Rückkehr nach Deutschland auf.

Vorbeugung

Bislang sind Versuche eine Impfung zu entwickeln gescheitert. Deswegen gilt weiterhin folgendes Vorgehen:

  • Mückenschutz ab Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang: Moskitonetze, Fliegengitter im Hotelzimmer (oder noch besser Klimaanlage im geschlossenen Raum), Schutz durch Tragen entsprechender Kleidung (langärmelig, imprägnierte Stoffe) und natürlich Repellents (DEET)
  • Chemoprophylaxe: Schutz durch Medikamente, falls es trotz Mückenschutz zu einem Stichereignis kommen sollte.

Diese Maßnahmen sollten vor jeder Reise in eine tropisches Land eingehend mit einem erfahrenen Arzt (z.B. Reisemediziner) individuell abgesprochen werden. Je nach bereistem Land, aktueller Gefährdungslage und persönlichen Gesundheitssituation sind die Empfehlungen unterschiedlich. In den letzten Jahrzehnten sind schwere Malariaverläufe in Deutschland praktisch nur bei Reisenden aufgetreten, die diese Regeln missachtet haben. Dabei sollte beachtet werden, dass trotz erheblicher Anstrengungen (Melinda und Bill Gates-Stiftung) auch im Jahre 2015 bereits 214 Millionen Menschen weltweit erkrankt und 438.000 Menschen an Malaria verstorben sind (Stand: September 2015).

Bildquelle: publichealth.valentbiosciences.com

Reisekrankheiten: Chikungunya-Fieber

Für Deutsche ist das Wort “Chikungunya” ein Zungenbrecher. Es kommt aus dem Kimakonde (südliches Tansania) und bedeutet “gekrümmter Gehender”. Der Begriff umschreibt eines der Hauptsymptome der Erkrankung: den Schongang, verursacht von enormen Gelenkschmerzen.

Das Chikungunya-Fieber (CF) wird durch Mücken (im Bild rechts: Tigermücke) übertragen und führt nach 2 – 7 Tagen zu hohem Fieber, Gelenkschmerzen (vorwiegend untere Wirbelsäule, Knie und Handgelenke), Schwellung der Gelenke, Muskel- und Kopfschmerzen sowie Ausschlägen. Das Fieber geht meist nach 2-3 Tagen zurück, die übrigen Symptome halten bis zu 2 Wochen an und beeinträchtigen die Betroffenen sehr. So schmerzhaft die Erkrankung ist, tödlich ist sie nur sehr selten.

Chikungunya ähnelt in vielem dem Dengue-Fieber (siehe praxisblättle vom 25. November 2015). Für beide Erkrankungen gibt es keine Impfung und auch keine spezifische Therapie. In Deutschland werden pro Jahr etwa 50 Fälle bei Reiserückkehrern festgestellt.

Chikungunya hat sich seit seiner Entdeckung 1952 in Tansania zunächst nur regional in Afrika ausgebreitet, um dann in den letzten 10 Jahren nach Indien (2006 mit 1.5 Millionen Erkrankten) und in die Karibik (2013) weiterzuziehen. Mittlerweile kann es in allen tropischen Ländern angetroffen werden. In Asien ist es eher selten, hier scheint die Bevölkerung eine gewisse Resistenz zu haben. Auch in den Mittelmeerländern (2007 fast 200 Fälle in Italien) ist Chicungunya bereits aufgetreten. Bislang aber nur sporadisch.

Therapie? Mückenschutz. Da verschiedene Mücken übertragen können, ist eine Infektion tags und nachts denkbar.

Bildquelle: www.carolinanature.com