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Typischer Hautausschlag im Sommer: Photodermatitis

Im Sommer gibt es manche Hautausschläge, die so im Winter nicht vorkommen. Dazu gehört die Raupendermatitis, die wir im praxisblättle vom Juni vorgestellt hatten.

Ein anderer ist die sog. Photodermatitis. Auslöser hierfür sind Stoffe, die in der Natur vorkommen und chemisch als Furocumarine bezeichnet werden. Kommen diese auf die Haut und werden dort einer UV-Strahlung ausgesetzt, lösen sie eine Entzündungsreaktion aus, die an eine Verbrennung denken lässt (siehe Bild rechts, vor zehn Tagen in der Praxis aufgenommen).

Wo kommen Furocumarine vor?

Eine wesentliche Quelle sind verschiedene Pflanzen bzw. deren Saft aus Stängeln und Blättern:

  • Wiesenbärenklau
  • Engelwurz
  • Feigenbaum
  • einzelne Efeuarten
  • aber auch: Tetracycline (Antibiotika)

Gerade Stängel sind für Jungen – sie sind deutlich häufiger von diesem Ausschlag betroffen als Mädchen –  interessant. Sie nutzen sie Blasinstrument, um Kügelchen in die Umgebung zu schießen. Bei weiterem Aufenthalt in der Sonne kommt es dann zu starken und extrem unangenehmen Hautblasen auf den Lippen.

Therapie?

In jedem Fall sollte ein Arzt aufgesucht werden. In Abhängigkeit von der Größe der Hautblasen und der betroffenen Körperregion erfolgt die Therapie.

Sonnenschutzmittel

Die Sonne nimmt an Kraft stetig zu. Auch wenn sie momentan von dicken Wolken häufig verdeckt ist. Das geht weitere 2 Monate so. Dann ist das Maximum erreicht. So stark wie die Sonne heute scheint, tut sie das wieder am 12. August. Dann ist es vermutlich sehr warm in Deutschland, aber die Kraft der Sonne – in diesem Falle die UV-Strahlung – hat schon längst wieder den Rückwärtsgang eingelegt.

Sonnenschutz muss also auch jetzt konsequent erfolgen. Aber wie? Dazu einige Überlegungen:

Säuglinge

Sie brauchen keinen Schutz durch Sonnencremes. Der beste Schutz bleibt die Meidung direkter Sonneneinwirkung: Also Babies nicht in die Sonne stellen.Und auf dem Spaziergang des Kinderwagen eventuell rückwärts ziehen, damit der Sonnenschutz den Schatten immer auf das Gesicht des Kindes wirft. Der zweite Sonnenschutz ist die Kleidung. Diese wird im Sommer durch einen Hut mit Krempe ersetzt, um einen optimalen Schutz der nicht bedeckten haut des Gesichts zu erreichen.

Chemische Sonnenschutzmittel

Sie sind bis heute das wichtigste Sonnenschutzmittel für Erwachsene. Aber in den meisten Fällen nicht das Beste. Alle diese Mittel ziehen über die Talgdrüsen in die Haut und werden vom Körper somit aufgenommen. Dadurch haben alle chemischen Mittel ein breites Spektrum an unerwünschten Wirkungen: sie können in die Muttermilch gelangen (also nicht für stillende Mütter geeignet!), sie können in der Schwangerschaft auf das ungeborene Kind übertragen werden, sie können hormonelle Nebenwirkungen auslösen. Die leider so beliebten hohen Lichtschutzfaktoren (LF) über 30 beruhen fast immer auf Präparaten, die auch chemische Sonnenschutzfaktoren enthalten.

Mineralische Sonnenschutzmittel

Sie beruhen auf der reflektierenden Wirkung von Zinkoxid und Titanoxid. Diese sollten jedoch nicht als Nanopartikel darin vorkommen, damit sie wie gewünscht auf der Haut bleiben und nicht in sie eindringen können. Der Nachteil liegt darin, dass sie manchmal einen öligen Eindruck auf der Haut hinterlassen. Hier zwei Beispiele:

  • Alverde Sonnenmichel Kinder Sonnenbalsam LSF 30    150 ml 4,95 bei dm
  • Sunumbra Sun Kids SPF 40                                            100 ml, ca. 24 EUR

Zusammenfassung

Bei Säuglingen sollte möglichst auf die Anwendung von Sonnenschutzmitteln verzichtet werden. Der beste Schutz ist der Schatten. Kinder sollten mineralische Sonnenschutzmittel erhalten. Diese haben meist einen Lichtschutzfaktor von 20 – 30, was in unseren Breiten komplett ausreicht. Im Urlaub an südlichen Stränden sind ohnehin Sonnendächer oder Strandanzüge (siehe Bild) als direkter Sonnenschutz sinnvoll. Dann reicht auch dort LF 20-30.

Kurzsichtigkeit – sollten Kinder mehr nach draußen gehen?

In den letzten Jahrzehnten ist zunehmend klar geworden, dass Kurzsichtigkeit ganz wesentlich häufiger vorkommt, wenn Kinder sich nur selten im Freien aufhalten.

Im Jahre 1970 waren 30% der jugendlichen Chinesen (16 – 18 Jahre) kurzsichtig. Heute sind es fast 80%. Dieser Trend ist in den Städten stärker ausgeprägt als auf dem Lande. Bei den Grundschülern hat sich seit dem Jahre 2000 die sich die Rate der Kurzsichtigkeit bis heute verdoppelt.

Die Untersuchungen sind sich einig, dass die Kurzsichtigkeit in der Häufigkeit wie in Asien eher eine soziales als ein genetisches Problem darstellt. Es konnte ein klarer Trend von Kurzsichtigkeit mit täglicher Dauer des Lernens – egal ob in Büchern oder am Computer – gezeigt werden. Günstig hingegen wirkt sich die Dauer des Aufenthalts im Freien aus. Im Freien wird von der Netzhaut ein Faktor freigesetzt, der die Wachstumsgeschwindigkeit der Länge des Augapfels bremst, was wiederum der wesentliche Faktor für die Kurzsichtigkeit ist.

Auf dem Lande ist auch in China die Kurzsichtigkeit deutlich seltener. Bleibt zu hoffen, dass auch die Kinder im Linzgau noch lange draußen spielen dürfen und nicht dem Förderwahn ausgesetzt werden, der in den letzten Jahren Kinder in ein enges Korsett des Lernens schnürt. Wenn das geschafft wird sehen die Kinder nicht nur besser, sie haben auch mehr Phantasie. Und das wird neuerdings auch in der Industrie als wichtiger angesehen als möglichst viele Kurse und Bescheinigungen.