Schlagwort-Archiv: USA

Schwarz oder Weiß: Wann werden Babys gleichgestellt (USA)?

Man mag es kaum glauben. Die angesehene Zeitschrift Journal of the American Medical Association (JAMA) hat uns Zahlen vorgelegt von denen wir annahmen, dass sie im 21. Jahrhundert längst überholt seien. Die medizinische Ungleichheit von Schwarzen und Weißen beginnt mit der Geburt. Wäre die Situation für schwarze Babys die gleiche wie für weiße Neugeborene, so würden im Jahre 2015 etwa 4400 mehr schwarze Babys überlebt haben.

In ihrer Publikation zeigen Dr. Corinne A. Riddell und Kollegen auf, dass die Kindersterblichkeit in den USA nach den Zahlen des Center for Disease Control (CDC) im letzten Jahrzehnt für alle Amerikaner um 15% zurückgegangen ist. Aus der Graphik rechts wird ersichtlich, dass sowohl bei schwarzen wie weißen Kindern ein Rückgang zu verzeichnen war. Nur, selbst im Jahre 2015, war die Sterblichkeitsrate für weiße Kinder 4.8 pro 1000 Kinder, während sie bei schwarzen Kindern bei 11.7 auf 1000 Kinder lag. Fast 2½ mal so viele. Es klafft also weiterhin eine unerträgliche Lücke in der Kindersterblichkeit zwischen schwarzen und weißen Babies. 

Mit dem Affordable Care Act (“Obamacare“) wurde ein erster Schritt getan, auch Ärmeren eine medizinische Grundversorgung zu sichern. Sollte diese Maßnahme nicht weiter ausgebaut werden steht zu befürchten, dass die Kluft zwischen den Ethnien in den USA noch grösser wird. Eine beschämende Folge für das reichste Land der Erde.

Aber wenden wir den Blick zurück in unser Land. Auch hier müssen wir beständig daran arbeiten, die bestehende Kluft zwischen Arm und Reich oder auch Land und Stadt zu verringern. Hierbei Berlin exemplarisch. Dazu in drei Tagen mehr im praxisblättle.

Was geht rum? 11. März 2017

In der vergangenen Woche setzten sich die Atemwegserkrankungen fort. Bei Kleinkindern sind häufig Mittelohrentzündungen damit verbunden.

Neu hinzu kamen – meist eitrige - Bindehautentzündungen.

Ab kommender Woche ist das Parkhaus für Sanierungsarbeiten bis Ende Juli voll gesperrt. Bitte weichen Sie auf die umliegenden Parkplätze aus.

Eben zurück vom Kongress der amerikanische Allergologen (AAAAI) in Atlanta. Und immer wieder begeistert und erstaunt, wie viel die Medizin alleine im Sektor Allergologie / Immunologie in einem einzigen Jahr an Erkenntnis gewinnt. Es bleibt spannend und erhellend. Und Sie nehmen beim Lesen des praxisblättle direkt daran teil. Mehr dazu in den kommenden Tagen.

USA: Tabaksteuer senkt Sterblichkeit bei Säuglingen

Rauchen schadet der Gesundheit. Deswegen haben viele Staaten in den letzten Jahrzehnten auch die Steuer auf Tabak und Tabakprodukte erhöht. Aber ist das auch erfolgreich?

Stephen W. Patrick und Kollegen haben hierzu in der renommierten Zeitschrift Pediatrics eine Untersuchung veröffentlicht. Sie sammelten die Daten der Jahre 1999 bis 2010 in allen Staaten der USA und verglichen den Anstieg der Tabaksteuer mit der Säuglingssterblichkeit. Dabei fanden sie einen Rückgang der Sterblichkeit von 7.3 auf 6.2 Kinder auf 1000 Geburten bei einem Anstieg der Zigarettensteuer von 0.84 $ auf 2.37 $.

Weitere Berechnung ergaben, dass mit jedem Anstieg der Steuer auf Zigaretten um 1 $ pro Packung ein weiterer Rückgang der Säuglingssterblichkeit um -0.19 erreicht werden könnte. Das würde immerhin bedeuten, dass pro Tag in den USA zwei Kinder weniger sterben würden.

Manchmal können Probleme so einfach zu lösen sein. Mit ein bisschen Mut und dem politischen Willen, einen medizinischen Zusammenhang mit sinnvollen Maßnahmen zum Erfolg zu verhelfen.

Ärztliches Attest für Schüleraustausch USA

Der Schüleraustausch mit fernen Ländern wird immer populärer. Ganz im Vordergrund stehen Studienaufenthalte in den USA. Doch bis zur Einreise ins das Land der Träume steht vor vielen Schülern und Familien erstmal ein Papierberg zum abarbeiten.

Das Ärztliche Zeugnis ist ein wichtiges Formular, das eingereicht werden muss. Darin werden inzwischen immer mehr Informationen abgefragt: Vorerkrankungen, alle Impfungen (mit Datum), ggf. Nachimpfungen (z.B. Hepatitis A), Daten der Sehschärfe, aber auch Informationen zu Blutgruppe und Testungen auf Tuberkuloseerkrankungen.

Durch diese Fragen ist der Antrag zum einen komplizieter geworden. Zum anderen entstehen Kosten z.B. für die Blutgruppenbestimmung mit Rhesusfaktor, so dass der Antrag – falls er komplett abgearbeitet werden muss – mittlerweile Kosten von über 100€ auslösen kann.

Falls Sie einen solchen Antrag vorgelegt bekommen nehmen Sie bitte zunächst Kontakt mit den Austauschorganisationen auf. Dort möge man Sie beraten, welche Untersuchungen zwingend sind und welche nicht. Danach setzen Sie sich bitte mit uns in Verbindung, damit wir mit Ihnen die erforderlichen Impfungen, Untersuchungen und die allfälligen Kosten klären können.